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📝 Jeder, der Lebensmittel verkauft · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie stelle ich ein Kostenmodell für ein Food-Konzept auf, das nur auf Events und Festivals läuft?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 15 Mar 2026

Event- und Festival-Catering hat eine einzigartige Kostenstruktur, die sich von regulären Restaurants unterscheidet. Du bist abhängig von Jahreszeiten, Wetterbedingungen und unvorhersehbaren Besucherzahlen. Ein gutes Kostenmodell verhindert, dass du Geld bei Events verlierst, die auf dem Papier rentabel aussehen.

Die einzigartigen Herausforderungen des Event-Caterings

Bei Event-Catering hast du es mit Kostenpositionen zu tun, die ein normales Restaurant nicht hat. Du musst Transport, Aufbau, zusätzliches Personal und oft auch Generator-Kosten in deine Berechnungen einbeziehen.

⚠️ Achtung:

Viele Event-Caterer rechnen nur mit Ingredienzikosten und vergessen die zusätzlichen Betriebskosten. Dadurch sieht ein Event rentabel aus, aber am Ende machst du Verlust.

Baue dein Kostenmodell in Schichten auf

Ein Event-Catering-Kostenmodell besteht aus vier Schichten, die du alle berücksichtigen musst:

  • Schicht 1: Ingredienzikosten (food cost)
  • Schicht 2: Betriebskosten pro Event
  • Schicht 3: Risikozuschlag für Ausfälle und Wetter
  • Schicht 4: Gewinnmarge

Schicht 1: Berechne deine food cost pro Person

Beginne mit deinen Ingredienzikosten pro Person. Addiere alle Zutaten, die im Menü enthalten sind, einschließlich Öl, Gewürze, Saucen und Garnituren.

💡 Beispiel:

Festival-Burger-Menü für 500 Personen:

  • Brötchen: €0,85
  • Burger-Patty: €2,10
  • Käse, Salat, Tomate: €0,45
  • Pommes: €0,35
  • Saucen: €0,15

Food cost pro Person: €3,90

Rechne immer mit 10-15% extra für Verschwendung und Portionsgrößen, die in der Praxis größer ausfallen als geplant.

Schicht 2: Betriebskosten pro Event

Diese Kosten kommen zusätzlich zu deinen normalen food costs hinzu und sind spezifisch für Events:

  • Transport: Treibstoff, Fahrzeugverschleiß, eventuell Lastwagen-Miete
  • Zusätzliches Personal: mehr Hände für Aufbau und Stoßzeiten
  • Generator/Strom: wenn der Veranstaltungsort keinen Strom hat
  • Aufbauzeit: Stunden, die nicht produktiv sind
  • Abbau und Reinigung: nach dem Event
  • Materialtransport: Tische, Zelte, Kochgeräte

💡 Beispiel:

Betriebskosten für 500-Personen-Festival (8 Stunden Event):

  • Transport (hin/zurück): €120
  • Zusätzliches Personal (3 Personen × 12 Stunden × €15): €540
  • Generator-Miete: €80
  • Aufbau/Abbau-Zeit (4 Stunden × 2 Personen × €20): €160

Gesamt Betriebskosten: €900 → €1,80 pro Person

Schicht 3: Risikozuschlag für Unsicherheiten

Events sind unvorhersehbar. Schlechtes Wetter, weniger Besucher als erwartet oder technische Probleme können deine Kosten erhöhen oder deinen Umsatz senken.

Rechne daher immer 15-25% Risikozuschlag über deine Gesamtkosten. Bei einem Festival-Burger von €3,90 food cost + €1,80 Betriebskosten = €5,70. Mit 20% Risikozuschlag wird das €6,84 pro Person.

⚠️ Achtung:

Bei Outdoor-Events kann schlechtes Wetter deinen Umsatz um 30-50% senken, während deine Kosten gleich bleiben. Ohne Risikozuschlag machst du Verlust.

Schicht 4: Gewinnmarge bestimmen

Zusätzlich zu allen Kosten musst du natürlich Gewinn machen. Für Event-Catering ist eine Gewinnmarge von 25-35% üblich, da deine Risiken höher sind als bei einem festen Restaurant.

Mit unserem Beispiel: €6,84 Kosten + 30% Marge = €8,89 pro Person. Auf der Speisekarte wird das €12-15 inklusive MwSt., je nachdem, was der Markt tragen kann.

Variable vs. Fixkosten pro Event

Teile deine Kosten in variable (pro Person) und fixe (pro Event) auf. Das hilft dir bei Verhandlungen über Mindestanzahlen mit Organisatoren.

  • Variable Kosten: Zutaten, Verpackung
  • Fixkosten: Transport, Aufbau, Generator, Basis-Personal

💡 Beispiel:

Break-Even-Berechnung:

  • Fixkosten pro Event: €900
  • Variable Kosten pro Person: €4,50
  • Verkaufspreis pro Person: €12,00

Break-Even: €900 ÷ (€12,00 - €4,50) = 120 Personen Minimum

Saisonale Planung und Cashflow

Event-Catering ist saisonal geprägt. Sorge dafür, dass du in den geschäftigen Monaten (April-September) genug verdienst, um die ruhigen Wintermonate zu überstehen.

Rechne daher deine jährlichen Fixkosten (Versicherungen, Materialabschreibung, Winterlohn) in deine Event-Preise ein. Verteile diese auf die Anzahl der Events, die du pro Jahr machst.

Wie berechnest du einen Kostpreis für Event-Catering? (Schritt für Schritt)

1

Berechne food cost pro Person

Addiere alle Ingredienzikosten einschließlich Öl, Gewürze und Garnituren. Rechne 10-15% Verschwendung dazu. Das ist dein Basis-food-cost pro Person.

2

Bestimme Betriebskosten pro Event

Rechne Transport, zusätzliches Personal, Generator, Aufbau-/Abbauzeit zusammen. Teile dies durch die erwartete Anzahl der Besucher für Kosten pro Person.

3

Addiere food cost und Betriebskosten

Addiere beide Beträge zusammen. Das sind deine Gesamtkosten pro Person, bevor du Risiko und Gewinn berechnest.

4

Rechne 20% Risikozuschlag

Multipliziere deine Gesamtkosten mit 1,20, um Wetter, Ausfälle und unvorhergesehene Kosten zu berücksichtigen.

5

Addiere Gewinnmarge (25-35%)

Multipliziere mit 1,30 für 30% Gewinnmarge. Das ist dein Mindestverkaufspreis pro Person ohne MwSt.

✨ Pro tip

Mache immer eine Break-Even-Berechnung, bevor du ein Angebot sendest. Dann weißt du genau, bei wie vielen Besuchern du die Gewinnschwelle erreichst und kannst Risiken besser einschätzen.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Gewinnmarge ist normal für Event-Catering?

Für Event-Catering ist eine Gewinnmarge von 25-35% üblich, höher als in der regulären Gastronomie wegen der zusätzlichen Risiken und Unsicherheiten bei Outdoor-Events.

Muss ich MwSt. in meine Kostenkalkulation einbeziehen?

Nein, rechne immer ohne MwSt. Lebensmittel bei Events fallen unter 19% MwSt. Dein Verkaufspreis ohne MwSt. muss deine Kosten plus Gewinn decken.

Wie gehe ich mit Mindestabnahme-Garantien um?

Berechne deinen Break-Even-Punkt, indem du Fixkosten durch (Verkaufspreis minus variable Kosten pro Person) teilst. Das ist deine Mindestanzahl von Gästen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

Was ist, wenn weniger Besucher kommen als erwartet?

Deshalb rechnest du 15-25% Risikozuschlag ein. Vereinbare auch mit Organisatoren Mindestgarantien oder dass ein Teil der Kosten im Voraus bezahlt wird.

Wie berechne ich Transportkosten pro Person?

Rechne Gesamttransportkosten (Treibstoff, Verschleiß, Zeit) und teile durch erwartete Besucherzahl. Für ein Event mit 500 Personen und €120 Transport = €0,24 pro Person.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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