Energiekosten sind eine versteckte Kostenposition, die viele Pizzeria-Besitzer vergessen, in ihren Kostpreis einzurechnen. Dein Ofen läuft den ganzen Tag, aber wie viel kostet das eigentlich pro Pizza? In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du Ofen- und Energiekosten korrekt in deinen Gesamtpizzapreis einrechnest.
Warum Energiekosten einrechnen?
Viele Pizzerien rechnen nur mit Zutaten: Teig, Tomatensauce, Käse, Belag. Aber dein Ofen verbraucht Gas oder Strom, und das kostet Geld. Bei einer beschäftigten Pizzeria kann dies bis zu €2.000-€4.000 pro Monat an Energiekosten ausmachen.
Wenn du dies nicht einrechnest, scheint dein Lebensmittelkostenanteil niedriger zu sein, als er wirklich ist. Die Folge: Du verdienst weniger, als du denkst.
⚠️ Achtung:
Energiekosten sind variabel und ändern sich regelmäßig. Aktualisiere deine Berechnung mindestens 1x pro Quartal.
Berechne deine Gesamtenergiekosten
Zuerst musst du wissen, wie viel du insgesamt für Energie ausgibst. Überprüfe deine letzte Energierechnung und teile sie auf in:
- Öfen und Küchengeräte: Etwa 60-70% deines Gesamtenergieverbauchs
- Kühlung und Gefrierschränke: Etwa 15-20%
- Beleuchtung und sonstiges: Etwa 15-20%
Für den Kostpreis rechnest du nur mit Küchengeräten, nicht mit Beleuchtung oder Kühlung (das sind Fixkosten).
💡 Beispiel:
Pizzeria mit monatlicher Energierechnung von €2.400:
- Küchengeräte (65%): €1.560
- Kühlung (20%): €480
- Beleuchtung/sonstiges (15%): €360
Für Kostpreis einzurechnen: €1.560 pro Monat
Verteile Energiekosten auf deine Pizzas
Jetzt musst du ausrechnen, wie viel jede Pizza an Energie kostet. Das machst du, indem du deine monatlichen Energiekosten durch die Anzahl der Pizzas teilst, die du verkaufst.
Formel: Energiekosten pro Pizza = Monatliche Energiekosten Küche ÷ Anzahl Pizzas pro Monat
💡 Beispielberechnung:
Pizzeria verkauft 3.000 Pizzas pro Monat, Energiekosten Küche €1.560:
- €1.560 ÷ 3.000 Pizzas = €0,52 pro Pizza
- Das kommt zu deinen Zutatenkosten hinzu
Jede Pizza kostet €0,52 an Energie
Verschiedene Pizzas, verschiedene Ofenkosten
Nicht alle Pizzas kosten gleich viel Energie. Eine Margherita bäckt 8 Minuten, eine dicke Pizza mit viel Belag manchmal 12 Minuten. Für eine genauere Berechnung kannst du unterscheiden:
- Dünne Pizzas (8-9 Min): Durchschnittliche Energiekosten
- Dicke Pizzas (11-12 Min): 30-40% höhere Energiekosten
- Calzone (15+ Min): 60-80% höhere Energiekosten
💡 Verfeinerte Berechnung:
Basis-Energiekosten €0,52 pro Standard-Pizza (9 Minuten):
- Margherita (8 Min): €0,46
- Quattro Stagioni (12 Min): €0,69
- Calzone (15 Min): €0,87
Addiere alles für deinen Gesamtkostpreis
Jetzt kannst du deinen echten Kostpreis pro Pizza berechnen:
Gesamtkostpreis = Zutaten + Verpackung + Energiekosten
💡 Vollständiger Kostpreis Pizza Margherita:
- Zutaten: €2,80
- Verpackung (Karton): €0,35
- Energiekosten: €0,46
Gesamtkostpreis: €3,61
Bei Verkaufspreis €12,00 (exkl. 19% MwSt = €10,08): Lebensmittelkostenanteil 35,8%
Berücksichtige Jahreszeiten
Energiepreise schwanken stark. Im Winter sind sie oft höher, im Sommer niedriger. Überprüfe daher alle 3 Monate deine Energierechnung und passe deine Berechnung an.
Auch dein Verkauf variiert je nach Jahreszeit. Im Sommer verkaufst du vielleicht mehr, wodurch die Energiekosten pro Pizza sinken.
⚠️ Achtung:
Berechne Energiekosten auf Basis deines Durchschnittsmonats, nicht deines Spitzenmonats. Sonst unterschätzt du die Kosten in ruhigen Zeiten.
Digital nachverfolgen spart Zeit
All diese Berechnungen kosten Zeit. Viele Pizzerien nutzen eine App wie KitchenNmbrs, um Energiekosten automatisch in ihre Rezepte einzurechnen. Du gibst deine Energiekosten einmal ein, und die App rechnet es für jede Pizza durch.
So siehst du sofort deinen echten Lebensmittelkostenanteil und kannst deine Preise besser abstimmen.
Wie berechnest du Energiekosten pro Pizza? (Schritt für Schritt)
Überprüfe deine Energierechnung
Nimm deine letzte Monatsrechnung und berechne 65% davon (das ist ungefähr das, was Küchengeräte kosten). Beispiel: €2.400 x 0,65 = €1.560 pro Monat für Küchenenergie.
Zähle deine monatlichen Pizza-Verkäufe
Schau, wie viele Pizzas du durchschnittlich pro Monat verkaufst. Nimm einen Durchschnitt von 3 Monaten für ein realistisches Bild, nicht nur deinen Spitzenmonat.
Teile Energiekosten durch Anzahl Pizzas
€1.560 ÷ 3.000 Pizzas = €0,52 pro Pizza. Diesen Betrag addierst du zu deinen Zutatenkosten für deinen echten Kostpreis pro Pizza.
✨ Pro tip
Überprüfe auch deine Ofeneinstellung: Viele Pizzerien heizen zu heiß, wodurch sie mehr Energie verbrauchen als nötig. Eine Pizza bäckt prima bei 280°C statt 320°C, und das spart 15-20% Energiekosten.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich Kühlung auch in meinen Pizza-Kostpreis einrechnen?
Nein, Kühlung ist eine Fixkostenposition, die unabhängig davon läuft, wie viele Pizzas du verkaufst. Rechne nur Öfen und direkte Küchengeräte in deinen Kostpreis ein.
Wie oft muss ich meine Energiekosten neu berechnen?
Mindestens alle 3 Monate. Energiepreise ändern sich regelmäßig und auch deine Verkaufszahlen können saisonal bedingt sein. Eine vierteljährliche Aktualisierung hält deinen Kostpreis realistisch.
Was ist, wenn meine Energierechnung stark von Monat zu Monat variiert?
Nimm dann den Durchschnitt von 6 Monaten. So vermeidest du, dass ein extrem teurer oder günstiger Monat deine ganze Berechnung verfälscht. Stabilität ist wichtiger als perfekte Genauigkeit.
Kann ich verschiedene Energiekosten pro Pizza-Typ berechnen?
Ja, das ist noch genauer. Eine dünne Pizza bäckt 8 Minuten, eine Calzone 15 Minuten. Du kannst die Energiekosten um den Prozentsatz der zusätzlichen Backzeit erhöhen: 15 Min vs 8 Min = 87% höhere Energiekosten.
Wie viel Prozent meiner Gesamtkostpreis sind Energiekosten normalerweise?
Bei Pizzas normalerweise 10-20% deiner Gesamtkostpreis. Wenn es höher ist, überprüfe, ob dein Ofen effizient arbeitet, oder erwäge energiesparende Maßnahmen wie bessere Isolierung.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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