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📝 Jeder, der Lebensmittel verkauft · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie erkenne ich anhand von Zahlen, welche Gerichte ich trotz einer kleinen Fangemeinde streichen sollte?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 14 Mar 2026

Ein Gericht mit einer kleinen, aber loyalen Fangemeinde kann deinen Gewinn untergraben. Selbst wenn 5% deiner Gäste es lieben, kann es 15% deines Gewinns aufzehren durch niedrige Umsätze und hohe Zutatenkosten. Mit den richtigen Zahlen siehst du genau, wann Sentiment gegen schlechte finanzielle Leistung nicht aufwiegt.

Die versteckten Kosten von 'Lieblingsgericht'

Jedes Gericht auf deiner Karte kostet dich Geld. Nicht nur die Zutaten, sondern auch Lagerbestand, Kühlung, Vorbereitungszeit und Menüplatz. Ein Gericht, das nur 2-3 Mal pro Woche bestellt wird, kostet mehr als du denkst.

⚠️ Achtung:

Sentiment ist kein Business Case. "Aber Frau Müller bestellt es jede Woche" kostet dich vielleicht €2.000 pro Jahr an Verlust.

Die 3 Zahlen, die die Wahrheit sagen

Um objektiv über ein Gericht zu entscheiden, brauchst du drei Zahlen:

  • Verkauf pro Woche: Wie oft geht es über den Tresen?
  • Gewinnmarge pro Portion: Was verdienst du wirklich daran?
  • Alternative Kosten: Was würde dieser Menüplatz sonst bringen?

💡 Beispiel:

Rinderfilet mit Trüffelsauce - das 'Signature Dish', das fast niemand bestellt:

  • Verkauf: 3 Portionen pro Woche
  • Verkaufspreis: €42,00 inkl. MwSt. (€38,53 exkl.)
  • Zutatenkosten: €18,50
  • Gewinnmarge: €38,53 - €18,50 = €20,03 pro Portion
  • Gesamtgewinn pro Woche: 3 × €20,03 = €60,09

Sieht okay aus, aber lies weiter...

Berechne die echte Auswirkung auf dein Business

Diese €60 pro Woche sehen gut aus, aber du übersehst die versteckten Kosten:

  • Lagerkosten: Rinderfilet und Trüffel haben kurze Haltbarkeit
  • Vorbereitungszeit: 30 Minuten extra Mise-en-Place pro Tag
  • Menüplatz: Dieser Platz könnte ein populäreres Gericht haben

💡 Berechnung versteckter Kosten:

  • Verschwendung durch Verderb: €25 pro Woche
  • Extra Vorbereitungszeit Chef: 2,5 Stunden × €20 = €50 pro Woche
  • Alternative: populäres Gericht würde €150 pro Woche bringen

Echter Verlust: €60 - €25 - €50 - (€150-€60) = -€105 pro Woche

Die 80/20 Regel für Menü-Optimierung

In den meisten Restaurants gilt die Pareto-Regel: 20% deiner Gerichte generieren 80% deines Gewinns. Die Frage ist: Gehört dein 'Lieblingsgericht' zu diesen 20%?

Messe dies mit dem Popularity Index:

Popularity Index = (Anzahl Verkäufe pro Woche / Gesamtzahl Couverts) × 100

💡 Beispielberechnung:

Restaurant mit 200 Couverts pro Woche:

  • Rinderfilet: 3 Verkäufe = (3/200) × 100 = 1,5%
  • Steak: 45 Verkäufe = (45/200) × 100 = 22,5%
  • Pasta: 38 Verkäufe = (38/200) × 100 = 19%

Alles unter 5% ist ein Kandidat zum Streichen.

Das Sentiment vs. Zahlen Dilemma

"Aber der Chef ist stolz darauf" oder "es steht schon 5 Jahre auf der Karte" sind emotionale Argumente. Business dreht sich um Zahlen. Triff die Entscheidung auf Basis von harten Daten:

  • Trägt das Gericht zu deinem Gesamtgewinn bei?
  • Kostet es mehr Zeit/Energie als es bringt?
  • Würde ein Ersatz mehr bringen?

⚠️ Achtung:

Teste immer zuerst: Erhöhe den Preis um 15-20%. Wenn der Verkauf nicht sinkt, war es zu günstig bepreist. Wenn er sinkt, bestätigt das die niedrige Popularität.

Alternativen zum kompletten Streichen

Bevor du ein Gericht entfernst, probiere zuerst diese Optionen:

  • Saisonspecial: Nur an bestimmten Tagen verfügbar
  • Preiserhöhung: Mache es gewinnbringender pro Portion
  • Zutatenaustausch: Ersetze teure Zutaten durch günstigere Alternativen
  • Promotionstest: Push es 2 Wochen aktiv. Steigt der Verkauf nicht? Dann weg damit.

Die endgültige Entscheidung: der ROI-Test

Berechne die Return on Investment deines Menüplatzes:

ROI pro Gericht = (Wöchentlicher Gewinn / Wöchentliche Kosten) × 100

💡 ROI Vergleich:

  • Rinderfilet: (€60 / €75) × 100 = 80% ROI
  • Beliebte Pasta: (€280 / €120) × 100 = 233% ROI
  • Neuer Burger: (€320 / €140) × 100 = 229% ROI

Die Wahl ist klar: Ersetze das Rinderfilet.

Wie berechnest du, ob ein Gericht weg kann? (Schritt für Schritt)

1

Verkauf und Popularität messen

Zähle 4 Wochen lang, wie oft jedes Gericht bestellt wird. Berechne den Popularity Index: (Verkäufe pro Woche / Gesamtcouverts) × 100. Alles unter 5% ist ein Kandidat zum Streichen.

2

Berechne echte Kosten pro Gericht

Addiere: Zutatenkosten + Vorbereitungszeit (Chefstundenlohn) + Verschwendung durch Verderb + Lagerkosten. Das sind deine Gesamtkosten pro Portion, nicht nur die Zutaten.

3

Vergleiche mit alternativer Rendite

Berechne, was dieser Menüplatz mit einem populäreren Gericht bringen würde. Wenn die Alternative 2× mehr Gewinn generiert, ist die Wahl klar: Ersetze das Gericht.

✨ Pro tip

Messe nicht nur Popularität, sondern auch Gewinnmarge pro Quadratzentimeter Menükarte. Ein Gericht, das 10% deiner Karte einnimmt, muss mindestens 10% deines Gewinns generieren.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist, wenn es ein Signature Dish ist, für das wir bekannt sind?

Dann muss es mindestens kostendeckend laufen. Berechne alle Kosten und erhöhe den Preis, bis es gewinnbringend wird. Ein Signature Dish, das Geld verliert, schadet deinem Ruf und deinem Gewinn.

Wie lange sollte ich messen, bevor ich ein Gericht streiche?

Mindestens 4 Wochen für ein faires Bild. Achte auf Jahreszeiten: Eine warme Suppe verkaufst du nicht im Juli. Messe über verschiedene Zeiträume, um Muster zu erkennen.

Was ist, wenn Kunden böse werden, weil ihr Lieblingsgericht weg ist?

Erkläre, dass du die Karte erneuert, und biete eine Alternative an. Echte Kunden bleiben für das Gesamterlebnis, nicht für ein Gericht. Verlierst du sie trotzdem? Dann war ihr Kundenwert wahrscheinlich niedrig.

Kann ich ein schlecht verkauftes Gericht mit Promotion retten?

Teste es 2 Wochen aktiv: Featured auf der Karte, vom Personal empfohlen, Social-Media-Post. Steigt der Verkauf nicht auf mindestens 8-10% deiner Couverts? Dann ist es aussichtslos.

Wie verhindere ich, dass mein Chef böse wird, wenn ich seine Kreation streiche?

Zeige die Zahlen transparent. Erkläre, dass es nicht um Qualität geht, sondern um Business. Bitte den Chef, einen Ersatz zu entwickeln, der gewinnbringend sein kann.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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