Lieferpizzas scheinen profitabler zu sein, aber die Plattformgebühren fressen deine Marge auf. Viele Pizzeria-Besitzer sehen nur den höheren Verkaufspreis und vergessen die versteckten Kosten der Lieferung. In diesem Artikel berechnest du genau den Unterschied in der Rentabilität zwischen Liefer- und Vor-Ort-Pizzas.
Die versteckten Kosten von Lieferpizzas
Bei der Lieferung kommen zusätzliche Kosten hinzu, die deine Marge erheblich beeinträchtigen können. Es geht nicht nur um die Zutaten, sondern auch um Plattformgebühren, Verpackung und höhere Betriebskosten.
- Plattformgebühren: 15-30% deines Bestellwerts gehen an Lieferando oder Uber Eats
- Verpackungskosten: €0,50-€1,50 pro Pizza (Karton, Taschen, Aufkleber)
- Höherer Verkaufspreis: Kunden akzeptieren 10-20% höhere Preise für die Lieferung
💡 Beispiel: Margherita-Pizza
Verkauf vor Ort:
- Verkaufspreis: €12,50 inkl. MwSt.
- Zutatenkosten: €3,20
- Plattformgebühren: €0
- Verpackung: €0
Nettoerlös: €8,20 (Lebensmittelkosten 28%)
💡 Beispiel: Dieselbe Pizza geliefert
Lieferverkauf:
- Verkaufspreis: €15,00 inkl. MwSt.
- Zutatenkosten: €3,20
- Plattformgebühren (25%): €3,75
- Verpackung: €0,80
Nettoerlös: €7,25
Trotz des €2,50 höheren Verkaufspreises verdienst du €0,95 weniger pro Pizza bei der Lieferung. Das sind 12% weniger Marge!
Berechne deine tatsächliche Marge pro Kanal
Für einen fairen Vergleich musst du alle Kosten berücksichtigen. Hier sind die Formeln, die du brauchst:
Marge Pizza vor Ort:
Verkaufspreis ohne MwSt. - Zutatenkosten = Bruttomarge
Marge Lieferpizza:
(Verkaufspreis ohne MwSt. - Plattformgebühren - Verpackungskosten) - Zutatenkosten = Bruttomarge
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit Preisen ohne MwSt. Pizzas fallen unter 19% MwSt. Eine Pizza von €15,00 ist €12,61 ohne MwSt.
Wann ist Lieferung trotzdem rentabel
Lieferung kann trotzdem interessant sein, wenn du diese Faktoren berücksichtigst:
- Volumen: Mehr Bestellungen kompensieren niedrigere Marge pro Pizza
- Fixkosten: Kein zusätzliches Personal, weniger Reinigung
- Reichweite: Kunden, die sonst nicht kommen
- Ruhige Zeiten: Zusätzlicher Umsatz, wenn dein Geschäft leer ist
💡 Rechenbeispiel: Break-Even-Volumen
Wenn du €0,95 weniger pro Lieferpizza verdienst, aber deine Fixkosten sind €500/Monat niedriger (weniger Personal), dann hast du Break-Even bei:
€500 ÷ €0,95 = 526 zusätzliche Pizzas pro Monat
Das sind 17 Pizzas pro Tag. Für viele Pizzerias machbar.
Optimiere deine Lieferstrategie
Mit diesen Erkenntnissen kannst du klügere Entscheidungen treffen:
- Premium-Preisgestaltung: Erhöhe deine Lieferpreise um 15-25%, um Plattformgebühren auszugleichen
- Mindestbestellwert: Höherer Mindestbestellwert verbessert deine Marge pro Bestellung
- Günstige Verpackung: Jede €0,10 Ersparnis bei der Verpackung ist reiner Gewinn
- Eigene Lieferung: Erwäge dies ab 50+ Bestellungen pro Tag
Wie berechnest du den Margendifferenz? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kosten pro Pizza
Notiere für beide Kanäle: Zutatenkosten, Verpackungskosten und Plattformgebühren (normalerweise 15-30% des Bestellwerts). Vergiss keine kleinen Posten wie Servietten und Aufkleber.
Berechne Nettoerlös pro Kanal
Ziehe von deinem Verkaufspreis (ohne MwSt.) alle direkten Kosten ab. Für Lieferung: Verkaufspreis - Plattformgebühren - Verpackung - Zutaten. Für vor Ort: Verkaufspreis - Zutaten.
Vergleiche und analysiere den Unterschied
Teile den Unterschied durch deine Vor-Ort-Marge, um den Prozentsatz zu erhalten. Ein Unterschied von €1 bei €8 Marge sind 12,5% weniger Rentabilität bei der Lieferung.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Plattformgebühren pro Pizza, nicht pro Monat. Viele Pizzeria-Besitzer schauen sich nur ihre monatliche Rechnung an, aber übersehen, dass einige Pizzas viel mehr kosten als andere, weil die Zutatenpreise unterschiedlich sind.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
War dieser Artikel hilfreich?
Häufig gestellte Fragen
Sollte ich MwSt. in meine Margenberechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer ohne MwSt. Pizzas fallen unter 19% MwSt., also eine Pizza von €15 ist €12,61 ohne MwSt. Plattformgebühren werden auch über den Preis ohne MwSt. berechnet.
Sind Plattformgebühren immer 25% des Bestellwerts?
Nein, es variiert zwischen 15-30% je nach deinem Vertrag und Bestellvolumen. Überprüfe deine monatliche Abrechnung von Lieferando oder Uber Eats für deinen genauen Prozentsatz.
Kann Lieferung trotzdem rentabler sein als vor Ort?
Ja, wenn du viel mehr Volumen fährst und niedrigere Fixkosten hast (weniger Personal, Reinigung). Es geht um den Gesamtgewinn, nicht nur die Marge pro Pizza.
Wie oft sollte ich diese Berechnung aktualisieren?
Überprüfe monatlich deine Plattformgebühren und Verpackungspreise. Lieferanten und Plattformen passen ihre Tarife regelmäßig an, was deine Marge direkt beeinflusst.
Sollte ich unterschiedliche Preise für verschiedene Plattformen berechnen?
Ja, jede Plattform hat unterschiedliche Kosten. Uber Eats kann 28% kosten, Lieferando 22%. Passe deine Preise pro Plattform an oder wähle einen Durchschnittspreis.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Sie verkaufen Lebensmittel? Dann brauchen Sie KitchenNmbrs
Ob Restaurant, Food Truck, Catering oder Meal-Kit-Unternehmen — Sie müssen wissen, was jedes Gericht kostet. KitchenNmbrs gibt Ihnen diesen Einblick. Starten Sie Ihre kostenlose Testphase.
Kostenlose Testversion starten →