Lieferplattformen berechnen Provisionen von 15-30% auf jede Bestellung, plus zusätzliche Kosten für Aktionen und Rabatte. Viele Restaurantbesitzer vergessen diese Kosten in ihrer Margenberechnung zu berücksichtigen. Dadurch sieht eine Bestellung gewinnbringend aus, während du damit eigentlich Geld verlierst.
Was kosten Lieferplattformen wirklich?
Die sichtbaren Kosten sind klar: Lieferando, Uber Eats und Deliveroo berechnen 15-30% Provision. Aber es gibt versteckte Kosten, die deine Marge weiter schmälern:
- Plattform-Aktionen ("20% Rabatt", "kostenloser Versand")
- Marketing-Gebühren für bessere Sichtbarkeit
- Chargeback-Kosten bei Reklamationen
- Verpackungskosten (Behälter, Taschen, Aufkleber)
⚠️ Achtung:
Bei einer "20% Rabatt-Aktion" zahlst du den Rabatt. Die Plattform behält einfach ihre Provision auf den ursprünglichen Preis.
Berechne deine tatsächliche Einnahme pro Bestellung
Für jede Bestellung musst du ausrechnen, wie viel du wirklich erhältst. Das ist deine Grundlage für die Margenberechnung:
💡 Beispielbestellung:
Pizza für €18,00 mit 20% Kundenrabatt:
- Kunde zahlt: €14,40 (€18,00 - 20%)
- Plattform-Provision: €3,60 (20% von €18,00)
- Rabatt, den du zahlst: €3,60
- Verpackung: €0,75
Du erhältst: €6,45 von €18,00 = 36% des Menüpreises!
Diese €6,45 sind dein tatsächlicher Umsatz für diese Bestellung. Davon musst du Lebensmittelkosten, Personal und Overhead abziehen.
Lebensmittelkosten für Lieferung neu berechnen
Deine Lebensmittelkosten musst du basierend auf dem berechnen, was du wirklich erhältst, nicht basierend auf dem Menüpreis:
Angepasste Lebensmittelkosten = (Zutatenkosten + Verpackung) / Tatsächliche Einnahme × 100
💡 Durchrechnung:
Pizza mit Zutatenkosten €4,50:
- Zutaten: €4,50
- Verpackung: €0,75
- Gesamtkosten: €5,25
- Tatsächliche Einnahme: €6,45
Tatsächliche Lebensmittelkosten: 81% (€5,25 / €6,45)
Bei 81% Lebensmittelkosten machst du Verlust. Für eine gesunde Marge brauchst du maximal 35% Lebensmittelkosten.
Lieferpreise anders festlegen
Um bei Lieferungen profitabel zu bleiben, hast du drei Optionen:
- Höhere Lieferpreise: Stelle deine Pizza auf €28 statt €18 ein
- Liefermenu zusammenstellen: Nur Gerichte mit niedrigen Lebensmittelkosten
- Mindestbestellwert: Höherer durchschnittlicher Bon kompensiert Kosten
💡 Durchrechnung höherer Preis:
Pizza €28,00 mit 20% Rabatt:
- Kunde zahlt: €22,40
- Plattform-Provision: €5,60 (20% von €28)
- Rabatt: €5,60
- Verpackung: €0,75
Du erhältst: €10,45. Lebensmittelkosten: 50% (immer noch zu hoch)
Plattform-Aktionen strategisch nutzen
Einige Aktionen kosten dich weniger als andere:
- "Kostenloser Versand": Plattform zahlt, du nicht
- "20% Rabatt": Du zahlst den Rabatt
- "1+1 gratis": Du lieferst doppelte Portion für einfachen Preis
⚠️ Achtung:
Lies immer die Bedingungen. Bei vielen Aktionen zahlst du den Rabatt, nicht die Plattform.
Break-Even-Punkt berechnen
Berechne für jedes Gericht, was du mindestens erhalten musst, um die Gewinnschwelle zu erreichen:
Minimale Einnahme = (Zutaten + Verpackung) / 0,35
Bei 35% Lebensmittelkosten hast du noch 65% für Personal, Overhead und Gewinn übrig.
Wie berechnest du die Liefermarge? (Schritt für Schritt)
Berechne tatsächliche Einnahme pro Bestellung
Ziehe vom Bestellwert ab: Plattform-Provision, Rabatte, die du zahlst, und Verpackungskosten. Das ist der Betrag, den du wirklich erhältst.
Berechne Lebensmittelkosten auf tatsächliche Einnahme neu
Teile deine Gesamtkosten (Zutaten + Verpackung) durch deine tatsächliche Einnahme. Für eine gesunde Marge muss dies unter 35% bleiben.
Passe Preise oder Menu an
Wenn deine Lebensmittelkosten über 35% liegen, erhöhe deine Lieferpreise oder wähle nur Gerichte mit niedrigen Zutatenkosten für dein Liefermenu.
✨ Pro tip
Überprüfe wöchentlich deine durchschnittliche Einnahme pro Plattform. Lieferando, Uber Eats und Deliveroo haben unterschiedliche Provisionsstrukturen und Aktionen. Was auf einer Plattform profitabel ist, kann auf einer anderen verlustbringend sein.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Warum sind meine Lieferbestellungen nicht profitabel, während mein Restaurant läuft?
Plattform-Provisionen von 15-30% plus Rabatte, die du zahlst, führen dazu, dass du oft nur 50-70% des Menüpreises erhältst. Deine Lebensmittelkosten werden dadurch viel höher als in deinem Restaurant.
Kann ich die gleichen Preise für Lieferung wie im Restaurant verwenden?
Normalerweise nicht. Durch Plattformkosten und Rabatte erhältst du viel weniger pro Bestellung. Viele Restaurants verwenden 20-40% höhere Preise für Lieferung, um profitabel zu bleiben.
Wie oft ändern sich Plattform-Provisionen und Kosten?
Plattform-Provisionen können je nach Vertrag unterschiedlich sein und ändern sich regelmäßig. Überprüfe monatlich deine tatsächlichen Einnahmen und passe deine Berechnungen an.
Muss ich MwSt. auf den gesamten Bestellbetrag oder nur auf das zahlen, was ich erhalte?
Du zahlst MwSt. auf den gesamten Bestellbetrag (was der Kunde zahlt), nicht auf das, was du nach Provision erhältst. Das macht Lieferung noch teurer.
Welche Verpackungskosten muss ich in meine Berechnung einbeziehen?
Addiere alle Verpackungen: Behälter, Deckel, Besteck, Servietten, Taschen und Aufkleber. Dies läuft oft auf €0,50-€1,50 pro Bestellung auf, je nach Gericht.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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