Eine Terrasse oder Erweiterung klingt fantastisch - mehr Platz, mehr Gäste, mehr Umsatz. Aber wie viel wirst du wirklich verdienen? Viele Unternehmer vergessen die versteckten Kosten und überschätzen die zusätzlichen Einnahmen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die echte Rentabilität einer Erweiterung berechnest.
Die echten Kosten einer Erweiterung
Eine Terrasse oder Erweiterung bringt mehr Kosten mit sich, als du denkst. Es geht nicht nur um die Anlagekosten, sondern auch um strukturelle Zusatzausgaben.
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer rechnen nur mit Anlagekosten und vergessen die laufenden Kosten. Eine Terrasse mit 20 Plätzen kostet dich durchschnittlich €200-400 extra pro Monat für Personal, Energie und Wartung.
Einmalige Investitionskosten
Addiere alle Kosten, die du einmalig für die Erweiterung aufbringst:
- Umbau und Einrichtung: Terrasse anlegen, Möbel, Heizung
- Genehmigungen: Terrassengenehmigung, eventuell Erweiterung der Gaststättenlizenz
- Zusätzliche Küchengeräte: Falls du mit höherem Volumen rechnest
- Marketing: Bekanntmachung der Erweiterung
💡 Beispiel Terrasse mit 20 Plätzen:
- Terrassenanlage: €8.000
- Möbel (Tische, Stühle): €4.000
- Heizung (Heizer): €2.500
- Genehmigungen: €500
- Unvorhergesehenes (10%): €1.500
Gesamtinvestition: €16.500
Laufende Zusatzkosten pro Monat
Diese Kosten fallen dir jeden Monat zusätzlich an, solange die Erweiterung besteht:
- Zusätzliches Personal: Bedienung für mehr Tische
- Energie: Heizung, Beleuchtung, eventuell Kühlung
- Wartung: Reinigung, Reparaturen an Möbeln
- Versicherung: Erweiterung der Gebäudeversicherung
- Gemeindliche Abgaben: Terrassensteuer
💡 Beispiel laufende Kosten:
- Zusätzliches Personal (0,5 FTE): €1.200/Monat
- Energie (Heizung, Licht): €150/Monat
- Wartung und Reinigung: €80/Monat
- Versicherung: €25/Monat
- Terrassensteuer: €60/Monat
Gesamte Zusatzkosten: €1.515/Monat
Realistischen Zusatzumsatz berechnen
Jetzt kommt der schwierigste Teil: Wie viel Zusatzumsatz wirst du wirklich machen? Viele Unternehmer sind hier zu optimistisch.
Schritt 1: Auslastungsgrad schätzen
Eine Terrasse läuft nicht das ganze Jahr mit voller Kapazität. Rechne realistisch:
- Sommermonate (April-September): 60-80% Auslastung
- Wintermonate (Oktober-März): 20-40% Auslastung
- Schlechtes Wetter: Terrasse oft leer
Schritt 2: Durchschnittliche Rechnung berechnen
Überprüfe deine aktuelle durchschnittliche Rechnung pro Tisch. Eine Terrasse hat oft eine niedrigere Rechnung als innen (mehr Getränke, weniger Essen).
💡 Realistische Umsatzberechnung:
Terrasse mit 20 Plätzen, durchschnittliche Rechnung €18 pro Person:
- Sommer: 20 × 0,70 × €18 × 30 Tage × 6 Monate = €45.360
- Winter: 20 × 0,30 × €18 × 30 Tage × 6 Monate = €19.440
Gesamter Zusatzumsatz pro Jahr: €64.800
Break-Even-Punkt berechnen
Jetzt kannst du ausrechnen, wann sich deine Erweiterung selbst amortisiert.
Break-Even-Formel:
Monate bis Break-Even = Gesamtinvestition / (Monatlicher Zusatzumsatz - Zusatzkosten pro Monat)
💡 Break-Even-Berechnung:
- Investition: €16.500
- Zusatzumsatz pro Monat: €64.800 / 12 = €5.400
- Zusatzkosten pro Monat: €1.515
- Netto zusätzlich pro Monat: €5.400 - €1.515 = €3.885
Break-Even: €16.500 / €3.885 = 4,2 Monate
⚠️ Achtung:
Dieses Beispiel geht von 70% Auslastung im Sommer aus. Wenn deine Terrasse weniger läuft, dauert es länger, bis sich deine Investition amortisiert. Rechne immer mit einem pessimistischen Szenario.
Risikofaktoren berücksichtigen
Eine Erweiterung bringt immer Risiken mit sich. Berücksichtige diese in deiner Berechnung:
- Wetter: Ein kalter Sommer kann deinen Terrassenumsatz halbieren
- Konkurrenz: Andere Betriebe können auch erweitern
- Wirtschaft: In schlechten Zeiten gehen die Menschen weniger essen
- Saisonalität: Terrasse verdient vor allem im Sommer
Rechne daher immer mit einem Szenario, in dem du 20-30% weniger Umsatz machst als erwartet.
Alternative Berechnung: ROI pro Jahr
Du kannst auch die Rendite deiner Investition pro Jahr betrachten.
ROI-Formel:
ROI % = (Jährlicher Zusatzgewinn / Gesamtinvestition) × 100
💡 ROI-Berechnung:
- Zusatzumsatz pro Jahr: €64.800
- Zusatzkosten pro Jahr: €1.515 × 12 = €18.180
- Zusatzgewinn pro Jahr: €64.800 - €18.180 = €46.620
- Investition: €16.500
ROI: (€46.620 / €16.500) × 100 = 283% pro Jahr
Ein ROI von 283% bedeutet, dass sich deine Investition in 4,2 Monaten amortisiert. Das ist sehr gut - die meisten Gaststättenunternehmer sind bereits mit 50-100% ROI pro Jahr zufrieden.
Wie berechnest du die Rentabilität einer Erweiterung?
Alle Kosten erfassen
Erstelle eine Liste mit einmaligen Kosten (Umbau, Möbel, Genehmigungen) und laufenden Monatskosten (Personal, Energie, Wartung). Vergiss nicht 10% Unvorhergesehenes für die Investition.
Realistischen Zusatzumsatz berechnen
Schätze den Auslastungsgrad pro Jahreszeit und multipliziere mit Anzahl der Plätze × durchschnittliche Rechnung × Anzahl der Tage. Sei pessimistisch - besser überrascht werden als enttäuscht.
Break-Even-Punkt bestimmen
Teile die Gesamtinvestition durch den monatlichen Zusatzgewinn (Umsatz minus Kosten). Dies gibt dir die Anzahl der Monate bis Break-Even. Unter 12 Monaten ist gut, unter 6 Monaten ist ausgezeichnet.
✨ Pro tip
Teste zunächst mit temporären Terrassenmöbeln eine Sommersaison lang. So bekommst du echte Zahlen über Auslastungsgrad und Umsatz, bevor du große Investitionen tätigst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gute ROI für eine Terrasse oder Erweiterung?
Eine ROI von 50-100% pro Jahr ist gut für Gaststätten-Investitionen. Über 150% ist ausgezeichnet. Beachte aber: Rechne immer mit einem pessimistischen Szenario für den Umsatz.
Wie lange darf es dauern, bis sich eine Erweiterung amortisiert?
In der Gastronomie sind 6-18 Monate normal für Break-Even. Länger als 2 Jahre ist riskant, da sich Trends und Konkurrenz ändern können.
Sollte ich Saisonschwankungen in meine Berechnung einbeziehen?
Absolut. Eine Terrasse läuft vor allem in den Sommermonaten. Rechne mit 60-80% Auslastung im Sommer und 20-40% im Winter. Ein kalter Sommer kann deine gesamte Berechnung durcheinander bringen.
Welche versteckten Kosten vergesse ich oft bei einer Terrassenerweiterung?
Terrassensteuer, zusätzliche Versicherung, Heizung im Winter, zusätzliche Reinigung und Wartung. Auch zusätzliches Personal - du brauchst mehr Bedienung für mehr Tische.
Wie berechne ich die zusätzlichen Personalkosten?
Pro 15-20 zusätzliche Sitzplätze brauchst du etwa 0,5 FTE zusätzliche Bedienung. Rechne mit €2.400 pro FTE pro Monat (inklusive Arbeitgeberabgaben und Urlaubsgeld).
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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