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📝 Einkauf, Lieferanten & Strategie · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie berechne ich die Marge auf ein Gericht mit einem Ingredient, das noch nicht mainstream ist?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 14 Mar 2026

Neue Zutaten können dich von der Konkurrenz abheben, aber die Kostenkalkulation erschweren. Du hast keine Referenzpunkte für Preis, Haltbarkeit oder Schnittabfall. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du trotzdem eine zuverlässige Marge berechnest.

Warum neue Zutaten für deine Marge riskant sind

Bei Mainstream-Zutaten kennst du den Preis, weißt du, wie viel Schnittabfall du hast, und kannst einschätzen, wie viel du verkaufst. Bei neuen Zutaten fehlen diese Referenzpunkte.

💡 Beispiel:

Du möchtest Jackfruit auf deine Speisekarte setzen. Bei deinem Lieferanten kostet es €12/kg.

  • Wie viel Schnittabfall? Unbekannt
  • Haltbarkeit? Unbekannt
  • Portionsgröße, die Gäste erwarten? Unbekannt

Ergebnis: deine Kostenkalkulation kann 30-50% höher ausfallen als erwartet.

Die Sicherheitsmargen, die du einplanen musst

Bei neuen Zutaten rechnest du bewusst mit höheren Margen, um unvorhergesehene Kosten aufzufangen. Übliche Sicherheitsmargen:

  • Schnittabfall: Addiere 15-25% extra zu deiner Schätzung
  • Verschwendung: Rechne mit 10-20% zusätzlichem Einkauf (Lernphase)
  • Portionsgröße: Beginne mit kleineren Portionen als bei Mainstream-Zutaten
  • Foodcost-Ziel: Setze dein Ziel 5-10 Prozentpunkte niedriger (z.B. 25% statt 30%)

⚠️ Achtung:

Teste zuerst mit kleinen Mengen. Kaufe nicht direkt 10 kg einer Zutat, mit der du keine Erfahrung hast.

Kostenkalkulation mit Unsicherheitsfaktoren

Du berechnest drei Szenarien: optimistisch, realistisch und pessimistisch. Dann wählst du einen Preis, der in allen Szenarien gewinnbringend ist.

💡 Beispiel: Drachenfrucht im Dessert

Einkaufspreis: €18/kg

  • Optimistisch: 100g pro Portion, 10% Schnittabfall → €1,98/Portion
  • Realistisch: 120g pro Portion, 20% Schnittabfall → €2,70/Portion
  • Pessimistisch: 150g pro Portion, 30% Schnittabfall → €3,86/Portion

Bei 25% Foodcost-Ziel brauchst du mindestens €15,44 Verkaufspreis (ohne VAT).

Tracking und Anpassung in den ersten Monaten

Nach Einführung des Gerichts trackst du wöchentlich deine tatsächlichen Kosten. Viele Unternehmer vergessen das und merken erst nach Monaten, dass sie Verlust machen.

  • Woche 1-2: Notiere tatsächlichen Schnittabfall und Verschwendung
  • Woche 3-4: Überprüfe, ob deine Portionsgröße den Gasterwartungen entspricht
  • Monat 2: Berechne tatsächliche Foodcost und passe den Preis an, falls nötig

Eine App wie KitchenNmbrs hilft dir, dieses Tracking automatisch zu verwalten, damit du schnell reagieren kannst, wenn die Zahlen nicht stimmen.

Wie berechnest du die Marge auf eine neue Zutat? (Schritt für Schritt)

1

Sammle Basisdaten von deinem Lieferanten

Frage deinen Lieferanten nach Einkaufspreis pro kg, Mindestabnahme, Haltbarkeit und eventuell Verarbeitungsempfehlungen. Frage auch nach Preisschwankungen je nach Saison.

2

Teste Portionsgröße und Schnittabfall

Kaufe eine kleine Menge (1-2 kg) und teste verschiedene Portionstößen. Miss den tatsächlichen Schnittabfall durch Wiegen vor und nach.

3

Berechne drei Kostenkalkulationsszenarien

Erstelle eine optimistische, realistische und pessimistische Berechnung. Berücksichtige Sicherheitsmargen für unvorhergesehene Kosten.

4

Bestimme Verkaufspreis basierend auf dem schlechtesten Szenario

Setze deinen Verkaufspreis so, dass du auch im pessimistischen Szenario noch gewinnbringend bist. Du kannst später immer noch senken.

5

Tracke und passe im ersten Monat an

Halte wöchentlich fest, wie hoch deine tatsächlichen Kosten sind. Passe Portionsgröße oder Verkaufspreis an, wenn die Zahlen anders ausfallen.

✨ Pro tip

Führe nie mehr als 1 neue Zutat pro Monat ein. So kannst du pro Zutat lernen, wie hoch die tatsächlichen Kosten sind, ohne deine gesamte Foodcost durcheinanderzubringen.

Selbst berechnen?

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Häufig gestellte Fragen

Muss ich VAT bei neuen Zutaten berücksichtigen?

Nein, rechne immer mit Verkaufspreisen ohne VAT. Bei Lebensmitteln sind das 9% VAT, also ein Menüpreis von €21,80 ist €20,00 ohne VAT für deine Foodcost-Berechnung.

Was ist, wenn die Zutat bei Gästen nicht ankommt?

Beginne mit einer begrenzten Menüperiode (z.B. 1 Monat) und kleinem Einkauf. So begrenzt du das Risiko von bleibenden Beständen, die du nicht loswirst.

Wie hoch darf meine Foodcost bei neuen Zutaten sein?

Setze dein Ziel 5-10 Prozentpunkte niedriger als normal. Wenn du normalerweise 30% Foodcost hast, gehe dann auf 20-25% für neue Zutaten.

Was ist, wenn mein Lieferant den Preis nach Einführung erhöht?

Treffe Absprachen über Preisstabilität für mindestens 3 Monate. So kannst du das Gericht einführen, ohne es sofort wieder anpassen zu müssen.

Wie verhindere ich zu viel Einkauf von neuen Zutaten?

Beginne mit Bestand für maximal 1 Woche Verkauf. Erhöhe nur, wenn du siehst, dass das Gericht gut läuft und du die Haltbarkeit gut einschätzt.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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