Ein Aktionseinkauf bei deinem Lieferanten wirkt immer vorteilhaft, aber was bringt er wirklich? Viele Gastronomiebetriebe kaufen extra ein, ohne die gesamte finanzielle Auswirkung durchzurechnen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die echte Rendite eines Aktionseinkaufs berechnest.
Was ist die finanzielle Auswirkung eines Aktionseinkaufs?
Die finanzielle Auswirkung eines Aktionseinkaufs besteht aus drei Komponenten: die direkte Ersparnis, die zusätzlichen Lagerkosten und die Rendite auf das investierte Kapital. Viele Unternehmer schauen nur auf die Rabattsätze, vergessen aber die versteckten Kosten.
? Beispiel:
Dein Lieferant bietet 20% Rabatt auf Lachs an, wenn du 50 kg abnimmst statt deiner üblichen 10 kg pro Woche.
- Normalpreis: €18/kg
- Aktionspreis: €14,40/kg
- Normale Abnahme: 10 kg/Woche
- Aktions-Abnahme: 50 kg (5 Wochen Vorrat)
Direkte Ersparnis: €3,60 pro kg × 50 kg = €180
Berechne die echten Kosten des zusätzlichen Bestands
Zusätzlicher Bestand kostet Geld, auch wenn du das nicht direkt auf deinem Konto siehst. Du brauchst mehr Kühlraum, höhere Energiekosten und mehr Risiko für Verderb.
- Kapitalkosten: Geld, das in Vorräten gebunden ist, kannst du nicht anders investieren
- Lagerkosten: Zusätzlicher Kühlraum, Energie, Verwaltung
- Verlustrisiko: Verderb, Diebstahl oder Preisrückgang des Produkts
- Opportunitätskosten: Andere Angebote, die du wegen gebundenem Kapital verpasst
⚠️ Achtung:
Frische Produkte wie Fisch und Fleisch haben ein höheres Verderbrisiko. Rechne immer 2-5% Verlust bei Aktionseinkäufen von frischer Ware ein.
Die Formel für die echte Rendite
Die echte Rendite eines Aktionseinkaufs berechnest du mit dieser Formel:
Nettorendite = (Direkte Ersparnis - Zusätzliche Kosten) / Zusätzlich investiertes Kapital × 100
? Berechnungsbeispiel:
Lachs-Aktionseinkauf (Fortsetzung vorheriges Beispiel):
- Direkte Ersparnis: €180
- Zusätzlich investiertes Kapital: €540 (40 kg × €14,40 - normaler Einkauf €144)
- Geschätzte zusätzliche Kosten: €27 (5% von €540 für Lagerung und Risiko)
Nettorendite: (€180 - €27) / €540 × 100 = 28,3%
Über 5 Wochen ist das eine Rendite von 5,7% pro Woche.
Wann lohnt sich ein Aktionseinkauf?
Ein Aktionseinkauf ist finanziell interessant, wenn die Nettorendite höher ist als das, was du anderswo mit demselben Geld verdienen könntest. Für die meisten Gastronomiebetriebe liegt das bei etwa 2-3% pro Monat.
- Gutes Geschäft: Nettorendite über 10% pro Monat
- Zweifelsfall: Rendite zwischen 5-10% pro Monat
- Schlechtes Geschäft: Rendite unter 5% pro Monat oder negativ
? Praktisches Beispiel:
Ein Restaurant bekommt 15% Rabatt auf Olivenöl (hält 2 Jahre) versus 15% Rabatt auf frischen Fisch (hält 3 Tage):
- Olivenöl: Niedriges Risiko, lange Haltbarkeit = wahrscheinlich gutes Geschäft
- Frischer Fisch: Hohes Verderbrisiko, kurze Haltbarkeit = Durchrechnung nötig
Cashflow-Auswirkung berücksichtigen
Vergiss nicht die Auswirkung auf deinen Cashflow. Ein großer Aktionseinkauf bedeutet, dass du mehr Geld vorschießt und später zurückgewinnst. Überprüfe, ob du ausreichend liquide Mittel für deine normalen Ausgaben hast.
Regel: Investiere nie mehr als 10% deines monatlichen Cashflows in Aktionseinkäufe, es sei denn, du bist sicher, dass du innerhalb von 2 Wochen wieder auf demselben Liquiditätsniveau bist.
Wie berechnest du die finanzielle Auswirkung? (Schritt für Schritt)
Berechne die direkte Ersparnis
Ziehe den Aktionspreis von deinem normalen Einkaufspreis ab und multipliziere mit der Menge in Kilogramm. Das ist dein Bruttovorteil für deine weitere Berechnung.
Schätze die zusätzlichen Kosten ein
Addiere: zusätzliche Lagerkosten, erhöhtes Verderbrisiko (2-5% bei frischer Ware) und Kapitalkosten. Für die meisten Produkte kannst du 3-8% der zusätzlichen Investition als Gesamtzusatzkosten anrechnen.
Berechne die Nettorendite
Verwende die Formel: (Direkte Ersparnis - Zusätzliche Kosten) / Zusätzlich investiertes Kapital × 100. Ist dies höher als 10% pro Monat? Dann ist es wahrscheinlich ein gutes Geschäft.
✨ Pro tip
Überprüfe immer, ob dein Lieferant solche Aktionen häufig hat. Wenn das alle 2 Monate passiert, kannst du besser deinen normalen Einkauf beibehalten und jedes Mal bei der Aktion mitmachen.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich die VAT in die Berechnung von Aktionseinkäufen einbeziehen?
Wie schätze ich das Verderbrisiko bei frischen Produkten ein?
Was ist, wenn ich keinen zusätzlichen Lagerplatz habe?
Wie oft kann ich sicher Aktionseinkäufe machen?
Muss ich die Inflation in meine Berechnung einbeziehen?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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