Arbeitskostenbenchmarks nach Restauranttyp helfen dir zu bewerten, ob deine Personalkosten mit vergleichbaren Betrieben im Einklang stehen. Viele Unternehmer wissen nicht, was normal ist und entdecken zu spät, dass sie zu viel für Personal ausgeben. In diesem Artikel lernst du, wie du Benchmarks nutzt, um deine eigenen Arbeitskosten realistisch zu beurteilen.
Was sind Arbeitskostenbenchmarks?
Arbeitskostenbenchmarks zeigen den durchschnittlichen Prozentsatz des Umsatzes, den vergleichbare Restaurants für Personal ausgeben. Dies hilft dir einzuschätzen, ob deine Personalkosten für deinen Betriebstyp normal sind.
? Beispiel:
Bistro mit €40.000 Monatsumsatz:
- Personalkosten: €14.000
- Arbeitskosten: (€14.000 / €40.000) × 100 = 35%
- Benchmark Bistro: 30-38%
Fazit: Liegt im normalen Bereich
Benchmarks nach Restauranttyp
Verschiedene Restauranttypen haben unterschiedliche Arbeitskostenprozentsätze aufgrund unterschiedlicher Serviceniveaus und Betriebsabläufe:
- Fast Casual / Takeaway: 25-32% des Umsatzes
- Bistro / Brasserie: 30-38% des Umsatzes
- Casual Dining: 32-40% des Umsatzes
- Fine Dining: 35-45% des Umsatzes
- Café mit Essen: 28-35% des Umsatzes
- Lieferservice / Dark Kitchen: 20-28% des Umsatzes
⚠️ Achtung:
Diese Prozentsätze sind Richtlinien. Deine eigene Situation kann aufgrund von Standort, Konzept oder Saison abweichen. Nutze sie als Ausgangspunkt, nicht als absolute Wahrheit.
Wie berechnest du deine eigenen Arbeitskosten?
Für einen fairen Vergleich musst du alle Personalkosten berücksichtigen, nicht nur die Löhne:
- Bruttolöhne: Alle Mitarbeiter einschließlich dir selbst
- Arbeitgeberabgaben: Sozialversicherungsbeiträge, Rentenbeiträge
- Sonstige Kosten: Arbeitskleidung, Schulung, Leiharbeitskräfte
- Dein eigenes Gehalt: Auch als Inhaber zählst du mit
? Beispielberechnung:
Restaurant mit €50.000 Monatsumsatz:
- Chef: €3.500 brutto + €700 Arbeitgeberabgaben = €4.200
- Bedienung: €2.800 brutto + €560 Arbeitgeberabgaben = €3.360
- Inhaber: €3.000 (eigenes Gehalt)
- Leiharbeitskraft: €800
- Sonstiges: €200
Gesamt: €11.560 = 23,1% des Umsatzes
Was bedeuten die Ergebnisse?
Wenn deine Arbeitskosten von der Benchmark abweichen, kann das verschiedene Ursachen haben:
Zu hoch (über Benchmark):
- Zu viel Personal für deinen Umsatz
- Ineffiziente Planung oder Schichtpläne
- Hohe Löhne im Verhältnis zur Produktivität
- Zu wenig Umsatz pro Mitarbeiter
Zu niedrig (unter Benchmark):
- Möglicherweise zu wenig Personal (Risiko für Qualität)
- Du bezahlst dich selbst zu wenig
- Arbeitgeberabgaben nicht vollständig berücksichtigt
? Beispielanalyse:
Casual Dining Restaurant, Benchmark 32-40%:
- Deine Arbeitskosten: 45%
- Fazit: Zu hoch
- Mögliche Ursachen: Zu viel Personal, niedriger Umsatz pro Tisch
- Maßnahme: Analysiere Auslastung vs. Schichtpläne
Saison und Umstände berücksichtigen
Benchmarks gelten für durchschnittliche Monate. Berücksichtige Saisonschwankungen:
- Ruhige Monate: Arbeitskosten können 5-10% höher ausfallen
- Geschäftige Monate: Arbeitskosten können 5-10% niedriger ausfallen
- Startphase: Im ersten Jahr oft höher durch Einarbeitung
- Standort: Teure Standorte haben oft höhere Lohnkosten
Maßnahmen basierend auf Benchmark
Nutze den Vergleich als Ausgangspunkt für Verbesserungen, nicht als Endurteil:
Wenn du über der Benchmark liegst:
- Analysiere Umsatz pro Mitarbeiter pro Tag
- Überprüfe, ob Schichtpläne zur Auslastung passen
- Erwäge effizientere Arbeitsprozesse
- Schaue dir Cross-Training von Personal an
Wenn du unter der Benchmark liegst:
- Überprüfe, ob du alle Kosten berücksichtigt hast
- Bewerte, ob das Serviceniveau ausreichend ist
- Erwäge, dir selbst ein realistisches Gehalt zu zahlen
⚠️ Achtung:
Sparen nicht blind beim Personal. Zu wenig Personal führt zu schlechterem Service, was Umsatz kosten kann. Finde die Balance zwischen Kosten und Qualität.
Monatliche Evaluierung einrichten
Mache die Arbeitskostenevaluierung Teil deiner monatlichen Routine:
- Berechne jeden Monat deinen Arbeitskostenprozentsatz
- Vergleiche mit dem Vormonat und dem gleichen Monat des Vorjahres
- Achte auf Trends: Steigt es strukturell oder nur vorübergehend?
- Verbinde es mit Umsatzentwicklung: Mehr Umsatz mit gleichem Personal ist besser
Eine App wie KitchenNmbrs kann dir helfen, deine P&L übersichtlich zu führen, damit du schnell siehst, wie sich deine Arbeitskosten im Verhältnis zu deinen Gesamtkosten entwickeln.
Verwandte Artikel
Wie nutzt du Arbeitskostenbenchmarks? (Schritt für Schritt)
Berechne deine gesamten Personalkosten
Addiere alle Personalkosten: Bruttolöhne, Arbeitgeberabgaben, Leiharbeitskräfte, dein eigenes Gehalt und sonstige Personalkosten wie Arbeitskleidung. Nimm einen vollständigen Monat als Grundlage.
Bestimme deinen Umsatz aus dem gleichen Zeitraum
Nimm den Umsatz aus dem gleichen Monat wie deine Personalkosten. Rechne mit Umsatz inklusive MwSt. (wie auf deinem Kassensystem angezeigt). Stelle sicher, dass der Zeitraum genau übereinstimmt.
Berechne deinen Arbeitskostenprozentsatz
Teile deine gesamten Personalkosten durch deinen Umsatz und multipliziere mit 100. Formel: (Personalkosten / Umsatz) × 100 = Arbeitskosten %.
Vergleiche mit der Benchmark für deinen Restauranttyp
Suche die Benchmark für deinen Restauranttyp auf und vergleiche. Beachte: Benchmarks sind Richtlinien, keine absoluten Wahrheiten. Schaue, ob du innerhalb, über oder unter der Spanne liegst.
Analysiere Abweichungen und bestimme Maßnahmen
Wenn du signifikant von der Benchmark abweichst, suche nach Ursachen. Zu hoch kann auf Überbesetzung oder Ineffizienz hindeuten. Zu niedrig kann bedeuten, dass du Kosten übersehen hast oder zu wenig Personal hast.
✨ Pro tip
Überprüfe nicht nur den Prozentsatz, sondern auch den Umsatz pro Mitarbeiter pro Schicht. Hohe Arbeitskosten mit hoher Produktivität können besser sein als niedrige Arbeitskosten mit niedrigem Umsatz pro Person.
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich mein eigenes Gehalt als Inhaber in die Arbeitskosten einrechnen?
Was ist, wenn meine Arbeitskosten höher sind als die Benchmark?
Wie oft sollte ich meine Arbeitskosten überprüfen?
Sind Arbeitgeberabgaben bereits in den Benchmarks enthalten?
Kann ich Benchmarks aus anderen Ländern nutzen?
Was ist, wenn ich viel mit Leiharbeitskräften arbeite?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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