📝 Szenarien & Entscheidungshilfen · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie entscheidest du, ob du deine Lieferpreise erhöhst...

📝 Von Jeffrey Smit · aktualisiert 06 Apr 2026

Direkte Antwort
Lieferpreise erhöhen oder Speisekarte verkleinern? Diese Entscheidung bestimmt deine Rentabilität bei der Lieferung. Viele Unternehmer entscheiden nach Bauchgefühl, aber die Zahlen zeigen genau, welche Strategie am meisten bringt.

Lieferpreise erhöhen oder Speisekarte verkleinern? Diese Entscheidung bestimmt deine Rentabilität bei der Lieferung. Viele Unternehmer entscheiden nach Bauchgefühl, aber die Zahlen zeigen genau, welche Strategie am meisten bringt. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du diese Entscheidung datengestützt triffst.

Die zwei Strategien im Vergleich

Du hast zwei Optionen, wenn deine Liefermarge unter Druck gerät:

  • Option A: Preise auf deiner Lieferkarte erhöhen
  • Option B: Speisekarte auf deine rentabelsten Gerichte reduzieren

Beide haben Vor- und Nachteile. Die beste Wahl hängt von deinen aktuellen Zahlen und deiner Position am Markt ab.

Berechne deine aktuelle Liefermarge pro Gericht

Für eine gute Entscheidung brauchst du Einblick in die echte Rentabilität jedes Gerichts bei der Lieferung.

? Beispielberechnung:

Pasta Carbonara - Lieferpreis €18,50 (inkl. 9% VAT)

  • Verkaufspreis ohne VAT: €16,97
  • Plattformgebühr (25%): €4,24
  • Zutatenkosten: €5,10
  • Verpackungskosten: €0,80
  • Nettoerlös: €6,83

Marge: €6,83 / €16,97 = 40,2%

Messe dies für alle deine Liefergerichte. Du erhältst dann eine Rangliste von den rentabelsten zu den am wenigsten rentablen.

Szenario A: Preise erhöhen

Preiserhöhungen funktionieren, wenn du eine starke Marktposition hast und deine Gerichte sich unterscheiden.

? Beispiel Preiserhöhung:

Pasta Carbonara von €18,50 auf €20,50

  • Neuer Nettoerlös: €8,50
  • Neue Marge: 45,2%
  • Zusatzgewinn pro Portion: €1,67

Bei 100 Portionen/Monat: €167 zusätzlicher Gewinn

Vorteile der Preiserhöhung:

  • Direkte Gewinnverbesserung pro Bestellung
  • Beibehaltung der Menüvielfalt
  • Weniger operative Anpassungen

Risiken:

  • Volumenrückgang durch höhere Preise
  • Wettbewerbsnachteil auf der Plattform
  • Kundenverlust zu günstigeren Alternativen

Szenario B: Speisekarte reduzieren

Eine kleinere Karte nur mit Top-Gerichten kann effizienter sein als Preiserhöhungen.

? Beispiel Reduktion:

Von 20 auf 12 Gerichte - nur Marge >35%

  • Durchschnittliche Marge vorher: 28,5%
  • Durchschnittliche Marge nachher: 38,2%
  • Unterschied: +9,7 Prozentpunkte

Bei €15.000 Lieferumsatz/Monat: €1.455 zusätzlicher Gewinn

Vorteile der Reduktion:

  • Höhere durchschnittliche Marge pro Bestellung
  • Weniger Komplexität in der Küche
  • Weniger Lagerbestand und Verschwendung
  • Schnellere Zubereitung

Risiken:

  • Weniger Auswahl für Kunden
  • Möglicherweise niedrigerer durchschnittlicher Bestellwert
  • Kunden, die ein bestimmtes Gericht suchen, fallen weg

⚠️ Achtung:

Rechne immer mit Plattformgebühren in deiner Margenberechnung. Ein Gericht mit 30% Lebensmittelkosten kann bei der Lieferung durch die 20-30% Plattformkosten immer noch verlustbringend sein.

Die Entscheidungsmatrix

Nutze diese Kriterien, um zu wählen:

Wähle Preiserhöhung, wenn:

  • Deine Bewertungen und Rating hoch sind (4,5+ Sterne)
  • Deine Gerichte einzigartig/unterscheidbar sind
  • Deine Konkurrenten auch hohe Preise verlangen
  • Deine Kunden preisunempfindlich sind

Wähle Reduktion, wenn:

  • Deine Margenstreuung groß ist (viele schlechte Performer)
  • Deine Küche komplex/langsam arbeitet
  • Du viel Verschwendung durch Vielfalt hast
  • Du im Preiswettbewerb steckst

Teste deine Strategie im Kleinen

Probiere beide Strategien aus, bevor du dich endgültig entscheidest:

  • Woche 1-2: Erhöhe 3-5 Gerichte um €1-2
  • Woche 3-4: Entferne 5 schlechteste Performer vorübergehend
  • Messe: Volumen, Umsatz, Marge, Bewertungen

Die Strategie mit dem besten Gesamtgewinnbeitrag gewinnt.

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Wie wählst du zwischen Preiserhöhung und Reduktion?

1

Berechne echte Marge pro Liefergericht

Addiere für jedes Gericht: Zutatenkosten + Verpackungskosten + Plattformgebühr (20-30%). Ziehe dies von deinem Verkaufspreis ohne VAT ab. Das ist deine echte Marge pro Gericht bei der Lieferung.

2

Rangiere Gerichte nach Rentabilität

Erstelle eine Liste aller deiner Liefergerichte, sortiert nach Margenprozentsatz. Gerichte unter 35% Marge sind bei der Lieferung oft verlustbringend wegen der zusätzlichen Kosten.

3

Berechne Auswirkung beider Szenarien

Szenario A: Erhöhe Preise von Top-Gerichten um €1-2 und berechne neue Marge. Szenario B: Entferne untere 30% der Gerichte und berechne neue durchschnittliche Marge. Vergleiche Gesamtgewinnauswirkung.

4

Teste deine gewählte Strategie 2-4 Wochen

Führe deine gewählte Strategie durch und messe täglich: Anzahl Bestellungen, durchschnittlicher Bestellwert, Gesamtumsatz und Marge. Bei enttäuschenden Ergebnissen kannst du schnell zurückfahren.

✨ Pro tip

Kombiniere beide Strategien: Erhöhe Preise deiner Top-Gerichte um €1-2 UND entferne deine schlechtesten Performer. So maximierst du sowohl die Marge pro Gericht als auch die durchschnittliche Marge.

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Häufig gestellte Fragen

Um wie viel kann ich meine Lieferpreise erhöhen, ohne Kunden zu verlieren?
Teste Erhöhungen von €1-2 pro Gericht. Bei starken Gerichten (hohes Rating, einzigartig) kannst du mehr erhöhen. Messe die Auswirkung auf das Volumen nach 2 Wochen.
Welche Gerichte sollte ich zuerst von meiner Lieferkarte entfernen?
Beginne mit Gerichten, die nach Plattformkosten und Verpackung weniger als 35% Marge haben. Auch komplexe Gerichte, die lange dauern, sind Kandidaten für die Entfernung.
Kann ich unterschiedliche Preise für Lieferung und Abholung verlangen?
Ja, die meisten Plattformen erlauben dies. Lieferpreise dürfen höher sein, um Plattformkosten und Verpackung auszugleichen. Ein Unterschied von €1-3 pro Gericht ist normal.
Wie messe ich, ob meine Strategie funktioniert?
Vergleiche 4 Wochen vor und nach deiner Anpassung: Gesamtlieferumsatz, Anzahl Bestellungen, durchschnittlicher Bestellwert und Gesamtgewinn. Die Strategie mit dem höchsten Gesamtgewinn ist die beste.
Was, wenn beide Strategien nicht funktionieren?
Dann liegt das Problem tiefer: Möglicherweise sind deine Grundkosten zu hoch, deine Küche ineffizient, oder dein Konzept passt nicht zur Lieferung. Konzentriere dich dann zuerst auf Kostensenkung.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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