Gastronomie-Plattformen können dir mehr Kunden bringen, verlangen aber oft 15-30% der Bestellsumme. Diese Kosten fressen deine Marge auf, sodass du mehr Umsatz aber weniger Gewinn machst. In diesem Artikel lernst du, wie du berechnest, ob eine solche Plattform rentabel ist und welche Alternativen du hast.
Berechne zuerst die tatsächlichen Kosten
Plattformen wie Lieferando, Uber Eats oder lokale Lieferdienste verlangen nicht nur eine Provision. Es kommen weitere Kosten hinzu:
- Plattformgebühr: 15-30% der Bestellsumme
- Zahlungsgebühren: 2-4% zusätzlich für Online-Zahlungen
- Marketingkosten: um in der App höher zu ranken
- Verpackungskosten: Behälter, Tüten, Aufkleber
- Eventuell Lieferkosten: wenn du selbst lieferst
💡 Beispiel:
Du verkaufst eine Pasta für €18,00 über eine Plattform:
- Plattformgebühr (25%): €4,50
- Zahlungsgebühren (3%): €0,54
- Verpackung: €0,75
- Zutaten: €5,40
Gesamtkosten: €11,19 - Du behältst: €6,81 (38% Marge)
Vergleiche mit deiner normalen Marge
Überprüfe, was du bei einer normalen Bestellung in deinem Restaurant behältst. Addiere: Zutaten, Bedienung, Spülen, Energie. Vergleiche das mit dem, was du über die Plattform behältst.
💡 Vergleich:
Dieselbe Pasta €18,00 in deinem Restaurant:
- Zutaten: €5,40
- Bedienung (15 Min. à €15/Std.): €3,75
- Spülen und Energie: €1,00
Gesamtkosten: €10,15 - Du behältst: €7,85 (44% Marge)
In diesem Beispiel verlierst du €1,04 pro Gericht. Aber du sparst Personal und hast keine leeren Tische.
Achte auf versteckte Effekte
Plattformen haben Auswirkungen, die du nicht sofort siehst:
- Weniger direkte Kunden: Gäste bestellen über die App statt bei dir
- Keine Kundendaten: du kannst nicht selbst Kontakt aufnehmen
- Abhängigkeit: wenn die Plattform dich rauswirft, verlierst du Kunden
- Preisdruck: Gäste vergleichen leicht mit anderen Restaurants
⚠️ Achtung:
Viele Plattformen verbieten dir, höhere Preise zu verlangen als in deinem eigenen Restaurant. Du kannst die zusätzlichen Kosten also nicht an den Kunden weitergeben.
Alternativen und Verhandlungsspielraum
Du hast mehr Optionen als nur ja oder nein zu sagen:
- Verhandle über die Gebühr: bei guten Zahlen kannst du oft Rabatt bekommen
- Fang klein an: teste zuerst mit einem begrenzten Menü
- Eigenes Bestellsystem: lass Kunden direkt bei dir bestellen
- Lokale Zusammenarbeit: arbeite mit anderen Restaurants für gemeinsame Lieferung zusammen
💡 Eigenes System:
Mit einem eigenen Online-Bestellsystem sparst du Provisionen:
- Kosten: €50-200/Monat für Bestellsoftware
- Lieferung: €3-5 pro Fahrt (eigener Fahrer)
- Zahlungsgebühren: 1-2% (direkte Zahlung)
Bei 200 Bestellungen/Monat: €1,50-3,50 pro Bestellung vs. €4,50+ bei Plattform
Triff die Entscheidung basierend auf Zahlen
Berechne, was die Plattform dir pro Monat bringt:
- Wie viele zusätzliche Bestellungen erwartest du?
- Was ist deine Marge pro Bestellung nach allen Kosten?
- Wie viel Zeit sparst du (weniger Bedienung)?
- Was kostet die Alternative (eigenes System, Personal)?
Wenn du nach allen Kosten noch €3+ pro Bestellung behältst und es dir mindestens 50 zusätzliche Bestellungen pro Monat bringt, kann es sich lohnen.
Wie berechnest du, ob eine Plattform rentabel ist?
Addiere alle Plattformkosten
Berechne: Provision + Zahlungsgebühren + Verpackung + eventuell Lieferung. Vergiss keine versteckten Kosten wie Marketing, um sichtbar zu bleiben.
Berechne deine Nettomarge pro Bestellung
Ziehe alle Kosten von deinem Verkaufspreis ab. Das ist, was du wirklich pro Gericht über die Plattform behältst.
Vergleiche mit deiner normalen Marge
Berechne, was du bei einer normalen Bestellung behältst (einschließlich Bedienung und Spülen). Der Unterschied ist, was die Plattform dich kostet oder bringt.
Berechne die Monatssumme
Multipliziere deine Marge pro Bestellung mit der erwarteten Anzahl zusätzlicher Bestellungen. Ziehe dann eventuell anfallende Fixkosten ab.
✨ Pro tip
Teste zuerst einen Monat lang mit einem begrenzten Menü deiner best-laufenden Gerichte. So siehst du, ob die Plattform funktioniert, ohne deine ganze Operation umzukrempeln.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich höhere Preise auf der Plattform verlangen?
Normalerweise nicht. Die meisten Plattformen verbieten Preisunterschiede zu deiner eigenen Speisekarte. Du musst die zusätzlichen Kosten also aus deiner Marge tragen.
Was ist, wenn ich nein zur Plattform sage?
Dann verpasst du potenzielle Kunden, behältst aber deine volle Marge. Erwäge Alternativen wie ein eigenes Liefersystem oder Zusammenarbeit mit anderen Restaurants.
Können Plattformen ihre Provision erhöhen?
Ja, das passiert regelmäßig. Lies die Bedingungen sorgfältig durch und berechne regelmäßig neu, ob es noch rentabel ist. Halte dir immer Alternativen offen.
Ist es klug, auf mehreren Plattformen zu stehen?
Das kann sein, aber jede Plattform hat ihre eigenen Kosten und Verwaltung. Fang mit einer Plattform an und erweitere nur, wenn es gut läuft.
Was ist, wenn mein Konkurrent auf der Plattform ist?
Dann bekommt er möglicherweise mehr Bestellungen. Aber wenn du besseren Service oder bessere Qualität bietest, kannst du diese Kunden auch ohne Plattform durch Mundpropaganda gewinnen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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