📝 Jeder, der Lebensmittel verkauft · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie nutze ich Zahlen, um zu entscheiden, ob ich Personal einstelle oder allein weitermache?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 13 Mar 2026

Personal einzustellen ist ein großer Schritt, der direkt deine Gewinne beeinflusst. Viele Unternehmer verlassen sich dabei auf ihr Bauchgefühl, aber du kannst es ausrechnen. In diesem Artikel lernst du, welche Zahlen du brauchst, um diese Entscheidung mit dem Kopf statt dem Bauch zu treffen.

Die Grundlagen: Was kostet zusätzliches Personal wirklich?

Bevor du entscheiden kannst, ob zusätzliches Personal rentabel ist, musst du wissen, was es wirklich kostet. Es geht nicht nur um den Lohn.

💡 Beispiel:

Koch angestellt für €15/Stunde, 32 Stunden pro Woche:

  • Bruttolohn: €1.920 pro Monat
  • Arbeitgeberabgaben (25%): €480
  • Urlaubsgeld, 13. Monatsgehalt: €320
  • Arbeitskleidung, Schulung: €100

Gesamtkosten: €2.820 pro Monat

Rechne immer mit mindestens 25% Arbeitgeberabgaben zusätzlich zum Bruttolohn. Bei höheren Löhnen kann dies bis zu 30% betragen.

Berechne deinen Break-Even-Punkt

Wie viel zusätzlichen Umsatz brauchst du, um diese Personalkosten wieder einzuspielen? Das hängt von deiner Netto-Gewinnmarge ab.

💡 Beispielberechnung:

Zusätzliche Personalkosten: €2.820 pro Monat
Netto-Gewinnmarge: 12%

Erforderlicher zusätzlicher Umsatz: €2.820 ÷ 0,12 = €23.500 pro Monat

Die Formel: Zusätzliche Personalkosten ÷ Netto-Gewinnmarge = erforderlicher zusätzlicher Umsatz

⚠️ Achtung:

Verwende deine Netto-Gewinnmarge, nicht deine Bruttomarge. Nach Abzug aller Kosten außer Personal.

Analysiere deine aktuelle Kapazität

Bevor du Personal einstellst, überprüfe, ob dein aktuelles Team bereits an der Grenze arbeitet. Das machst du, indem du deine Spitzenlastzeiten misst.

  • Servicegeschwindigkeit: Wie lange warten Gäste durchschnittlich?
  • Küchenstress: Kommt dein Chef während der Stoßzeiten hinterher?
  • Absagen: Lehnst du oft Reservierungen ab?
  • Qualität: Macht ihr mehr Fehler bei Stoßzeiten?

Wenn du auf 2 oder mehr Punkte mit "ja" antwortest, verlierst du wahrscheinlich bereits Umsatz durch zu wenig Kapazität.

Messe den Unterschied: Vorher und nachher

Die beste Möglichkeit zu wissen, ob zusätzliches Personal sich lohnt, ist deine Zahlen vor und nach der Einstellung zu vergleichen.

💡 Beispielsituation:

Restaurant macht €45.000 Umsatz pro Monat mit 2 Köchen. Stellt 3. Koch für €2.820/Monat ein.

  • Monat 1 nach Einstellung: €52.000 Umsatz
  • Zusätzlicher Umsatz: €7.000
  • Bei 12% Netto-Marge: €840 zusätzlicher Gewinn
  • Minus Personalkosten: €840 - €2.820 = -€1.980

Noch €16.500 zusätzlicher Umsatz nötig, um break-even zu sein

Alternativen in Betracht ziehen

Manchmal ist die Einstellung von Personal nicht die einzige Lösung. Schau dir zuerst diese Optionen an:

  • Effizienz verbessern: Mise-en-place besser organisieren
  • Speisekarte vereinfachen: Weniger komplexe Gerichte = schneller kochen
  • Leiharbeitskräfte: Nur für Stoßzeiten
  • Preise erhöhen: Weniger Gäste, mehr Marge pro Gast

⚠️ Achtung:

Personal einzustellen ist leichter als zu entlassen. Probiere zuerst temporäre Lösungen.

Der 3-Monats-Test

Gib dir selbst 3 Monate, um zu sehen, ob zusätzliches Personal sich auszahlt. Messe jeden Monat:

  • Umsatzunterschied im Vergleich zum Vorjahr
  • Anzahl der Couverts pro Service
  • Durchschnittliche Bonwertigkeit
  • Beschwerden über Servicegeschwindigkeit
  • Gesamtpersonalkosten als % des Umsatzes

Wenn dein Umsatz nach 3 Monaten nicht genug gestiegen ist, um die zusätzlichen Kosten zu decken, erwäge dann andere Optionen.

Wie berechnest du, ob sich die Einstellung von Personal lohnt? (Schritt für Schritt)

1

Berechne die Gesamtpersonalkosten

Addiere Bruttolohn + 25% Arbeitgeberabgaben + Urlaubsgeld + zusätzliche Kosten (Kleidung, Schulung). Das ist deine monatliche Investition.

2

Bestimme deine Netto-Gewinnmarge

Teile deinen monatlichen Gewinn durch deinen Umsatz. Diesen Prozentsatz brauchst du, um zu berechnen, wie viel zusätzlichen Umsatz du machen musst.

3

Berechne erforderlichen zusätzlichen Umsatz

Teile deine zusätzlichen Personalkosten durch deine Netto-Gewinnmarge. Diesen Betrag musst du zusätzlich umsetzen, um break-even zu sein.

4

Messe deine aktuelle Kapazität

Überprüfe, ob du jetzt bereits Umsatz verlierst, weil du zu wenig Personal hast. Achte auf Wartezeiten, Absagen und Qualität während Stoßzeiten.

5

Teste 3 Monate und evaluiere

Stelle Personal ein und messe jeden Monat, ob du den erforderlichen zusätzlichen Umsatz erreichst. Wenn nicht, erwäge Alternativen.

✨ Pro tip

Starten Sie mit einer Probezeit von 3 Monaten über einen befristeten Vertrag. So können Sie messen, ob es sich lohnt, ohne direkt einen unbefristeten Vertrag abzuschließen.

Selbst berechnen?

In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel Prozent meines Umsatzes darf zu Personal gehen?

Für Restaurants sind 25-35% des Umsatzes für Personal üblich. In Cafés und Imbissen kann dies niedriger sein (20-30%). Überprüfe monatlich, ob du in dieser Spanne bleibst.

Ist es besser, Leiharbeitskräfte einzustellen statt fest angestelltes Personal?

Leiharbeitskräfte kosten mehr pro Stunde (oft €18-25), aber du hast keine festen Lasten. Gut für Stoßzeiten oder um zu testen, ob sich zusätzliches Personal lohnt, bevor du jemanden fest einstellst.

Was ist, wenn mein Umsatz nach 3 Monaten immer noch nicht genug gestiegen ist?

Schau dir zuerst andere Ursachen an: Ist dein Marketing gut, stimmt dein Menüpreis, liegt es an der Jahreszeit? Manchmal dauert es länger als 3 Monate, um den Effekt zu sehen.

Wie weiß ich, ob ich zu wenig Personal habe?

Signale: Gäste warten länger als 15 Minuten auf ihr Essen, du lehnst oft Reservierungen ab, dein Team macht mehr Fehler bei Stoßzeiten, oder du bekommst Beschwerden über langsamen Service.

Muss ich Arbeitgeberabgaben in meine Berechnung einbeziehen?

Absolut. Arbeitgeberabgaben sind mindestens 25% des Bruttolohns. Vergiss das nicht, sonst stimmt deine Berechnung nicht. Zähle auch Urlaubsgeld und eventuelle Boni auf.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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