Steigende Energiekosten treffen deinen Betrieb härter als du denkst. Viele Gastronomen sehen ihre Energierechnung sich verdoppeln, wissen aber nicht, wie sie das an ihre Preise weitergeben. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die Auswirkungen von Energiekostensteigerungen berechnest und welche Optionen du hast.
Warum Energiekosten so wichtig sind
Energie ist die drittgrößte Kostenposition in der Gastronomie, nach Lebensmitteln und Personal. Für ein durchschnittliches Restaurant liegen Energiekosten zwischen 4% und 7% des Umsatzes. Bei einem Jahresumsatz von €500.000 geht es um €20.000 bis €35.000 pro Jahr.
Aber diese Prozentsätze basieren auf alten Energiepreisen. Mit den aktuellen Tarifen können Energiekosten bis zu 8-12% deines Umsatzes ausmachen.
💡 Beispiel:
Restaurant mit €40.000 Monatsumsatz:
- Alte Energiekosten: €1.800/Monat (4,5%)
- Neue Energiekosten: €3.600/Monat (9%)
- Unterschied: €1.800/Monat = €21.600/Jahr
Das sind €21.600 weniger Gewinn, es sei denn, du passt deine Preise an.
Berechne deinen aktuellen Energiekostenanteil
Nimm deine letzte Energierechnung und deine Umsatzzahlen aus demselben Zeitraum. Die Formel ist einfach:
Energiekosten % = (Energiekosten / Umsatz) × 100
💡 Beispielberechnung:
Energierechnung März: €2.800
Umsatz März: €38.000
Energiekosten: (€2.800 / €38.000) × 100 = 7,4%
Berechne die Auswirkungen von Preiserhöhungen
Wenn dein Energieversorger die Tarife erhöht, kannst du die Auswirkungen so berechnen:
- Alte Monatskosten × (1 + Erhöhung %) = neue Monatskosten
- Unterschied × 12 = zusätzliche Kosten pro Jahr
- Zusätzliche Kosten / Jahresumsatz × 100 = zusätzlicher % des Umsatzes
💡 Beispiel Preiserhöhung:
Aktuelle Energiekosten: €2.000/Monat
Erhöhung: 40%
- Neue Kosten: €2.000 × 1,40 = €2.800/Monat
- Zusätzlich pro Jahr: €800 × 12 = €9.600
- Bei €400.000 Jahresumsatz: 2,4% zusätzliche Kosten
Weitergabe an die Speisekarte
Du hast drei Optionen, um höhere Energiekosten aufzufangen:
- Preise erhöhen: Verteile die zusätzlichen Kosten auf deine Gerichte
- Kosten sparen: Energieeffizienter arbeiten oder andere Kosten senken
- Marge akzeptieren: Weniger Gewinn machen (nicht empfohlen)
Für Preiserhöhungen verwendest du diese Formel:
Preiserhöhung pro Gericht = Zusätzliche Energiekosten pro Jahr / Anzahl verkaufter Gerichte pro Jahr
💡 Weitergabe pro Gericht:
Zusätzliche Energiekosten: €9.600/Jahr
Verkaufte Hauptgänge: 12.000/Jahr
€9.600 / 12.000 = €0,80 zusätzlich pro Hauptgang
Ein Gericht von €22,00 wird dann €22,80.
⚠️ Achtung:
Erhöhe nicht alle Preise auf einmal. Beginne mit deinen beliebten, gewinnbringenden Gerichten. Gäste bemerken kleine Erhöhungen (€0,50-€1,00) normalerweise nicht.
Energieeinsparung als Alternative
Manchmal ist Sparen günstiger als Preiserhöhungen. Die größten Energieverbraucher in deiner Küche:
- Ofen: 30-40% des Energieverbrauchs Küche
- Fritteuse: 20-25% des Energieverbrauchs
- Kühlung: 15-20% des Energieverbrauchs
- Spülmaschine: 10-15% des Energieverbrauchs
Kleine Anpassungen können viel bringen:
- Ofen zwischen den Diensten ausschalten (Einsparung: 10-15%)
- Kühltemperatur 1°C höher (Einsparung: 5-8%)
- Spülmaschine voll laden (Einsparung: 20-30% bei Spülenergie)
Überwachen und Anpassen
Behalte deine Energiekosten monatlich im Auge. Erstelle eine einfache Tabelle:
- Monat
- Energiekosten (€)
- Umsatz (€)
- Prozentanteil des Umsatzes
Wenn der Prozentsatz strukturell steigt, musst du handeln.
Wie berechnest du die Auswirkungen steigender Energiekosten?
Sammle deine Daten
Nimm deine letzten 3 Energieabrechnungen und Umsatzzahlen aus denselben Monaten. Berechne den durchschnittlichen Energiekostenanteil: (Energiekosten / Umsatz) × 100.
Berechne die Auswirkungen der Preiserhöhung
Multipliziere deine aktuellen Monatskosten mit (1 + Erhöhungsprozentsatz). Der Unterschied × 12 ergibt deine zusätzlichen Jahreskosten. Teile dies durch deinen Jahresumsatz für den neuen Prozentsatz.
Wähle deine Strategie
Berechne, wie viel du pro Gericht erhöhen musst (zusätzliche Kosten / Anzahl Gerichte pro Jahr) oder welche Einsparungen möglich sind. Teste kleine Preiserhöhungen zunächst bei beliebten Gerichten.
✨ Pro tip
Überwache deine Energiekosten pro Umsatz-Euro: Teile deine monatlichen Energiekosten durch deinen Umsatz. Wenn diese Zahl strukturell steigt, weißt du, dass du deine Preise anpassen musst, bevor es deinen Gewinn aufzehrt.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Was ist ein normaler Energiekostenanteil für ein Restaurant?
Traditionell lag dieser zwischen 4-7% des Umsatzes. Mit den aktuellen Energiepreisen sind 6-9% realistischer. Über 10% wird es problematisch für deine Rentabilität.
Sollte ich Energiekosten in meine Lebensmittelkostenberechnung einbeziehen?
Nein, Energiekosten sind eine separate Kostenposition. Lebensmittelkosten sind nur für Zutaten. Energie fällt unter Betriebskosten, wie Miete und Personal.
Wie oft sollte ich meine Energiekosten überprüfen?
Überprüfe monatlich deine Energierechnung und berechne den Prozentsatz deines Umsatzes. Bei strukturellem Anstieg über 8-9% musst du mit Preisanpassungen oder Einsparungen handeln.
Kann ich Energiekosten an Gäste weitergeben?
Indirekt ja, durch Preisanpassungen. Ein 'Energiezuschlag' auf der Rechnung ist unüblich und wird schlecht aufgenommen. Erhöhe lieber deine Gerichte um kleine Beträge.
Welche Energiesparinvestitionen lohnen sich am meisten?
LED-Beleuchtung (Amortisationszeit 1-2 Jahre), energieeffiziente Kühlung (3-5 Jahre) und bessere Isolierung von Kühlräumen. Große Geräte zu ersetzen lohnt sich oft erst nach 7-10 Jahren.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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