Die Marge auf Getränke unterscheidet sich enorm zwischen direktem Import und Großhandel. Bei direktem Import zahlst du oft 40-60% weniger Einkauf, aber es entstehen zusätzliche Kosten wie Transport, Zoll und Mindestbestellmengen. Deine Gesamtmarge hängt von allen Kosten zusammen ab, nicht nur vom Einkaufspreis.
Was ist der Unterschied zwischen direktem Import und Großhandel?
Im Großhandel kaufst du kleine Mengen zu einem höheren Preis, aber ohne Umstände. Bei direktem Import kaufst du große Mengen direkt vom Hersteller zu einem niedrigeren Preis, aber mit zusätzlichen Kosten und Risiken.
💡 Beispiel: Italienischer Wein
Flasche Chianti Classico über Großhandel vs. direkter Import:
- Großhandel: €8,50 pro Flasche (Mindestbestellung 12 Flaschen)
- Direkter Import: €5,20 pro Flasche (Mindestbestellung 300 Flaschen)
- Zusätzliche Importkosten: €1,80 pro Flasche (Transport, Zoll, Lagerung)
Tatsächlicher Einkauf Import: €7,00 pro Flasche
Berechne deine Gesamteinkaufskosten bei direktem Import
Bei direktem Import hast du mehr Kosten als nur den Produktpreis. Addiere diese immer zu deinem Einkaufspreis:
- Transportkosten: Versand, Versicherung, Handling
- Zollkosten: Einfuhrzölle, MwSt. bei Import, Verwaltung
- Lagerungskosten: Zwischenlagerung, Kühlung falls erforderlich
- Finanzierungskosten: Du zahlst im Voraus, verkaufst später
- Risikoaufschlag: Bruch, Verderb, Wechselkurs
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit deinem tatsächlichen Gesamteinkaufspreis pro Flasche, nicht mit dem Preis, den der Hersteller verlangt. Die zusätzlichen Kosten können 30-50% des Produktpreises ausmachen.
Berechne deine Marge pro Verkaufskanal
Die Formel für deine Getränkemarge (auch 'Pour Cost' genannt) ist dieselbe wie für Lebensmittelkosten, aber für Getränke:
Getränkemarge % = (Gesamteinkaufskosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
💡 Beispiel: Margenberechnung
Chianti für €28,00 inkl. 21% MwSt. verkaufen:
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €28,00 / 1,21 = €23,14
- Großhandel Einkauf: €8,50
- Import Einkauf gesamt: €7,00
Marge Großhandel: (€8,50 / €23,14) × 100 = 36,7%
Marge Import: (€7,00 / €23,14) × 100 = 30,3%
Wann lohnt sich direkter Import?
Direkter Import lohnt sich normalerweise nur, wenn du diese Bedingungen erfüllst:
- Große Abnahmemengen: Mindestens 200-500 Flaschen pro Bestellung
- Schnelle Umschlaggeschwindigkeit: Du verkaufst den Bestand innerhalb von 6-12 Monaten
- Einzigartiges Produkt: Exklusive Weine, die dein Konkurrenz nicht hat
- Ausreichender Cashflow: Du kannst große Beträge vorfinanzieren
- Lagerraum: Temperaturgeregelte Lagerung verfügbar
💡 Beispiel: Break-Even-Berechnung
Um €1,50 pro Flasche zu sparen (€8,50 vs €7,00):
- Zusätzliche Marge pro Flasche: €1,50
- Bei 300 Flaschen: €450 zusätzliche Marge
- Zeitinvestition: 20 Stunden Verwaltung/Logistik
- Stundensatz: €450 / 20 = €22,50 pro Stunde
Frage: Ist deine Zeit €22,50 pro Stunde wert?
Risiken des direkten Imports
Neben den finanziellen Vorteilen gibt es auch Risiken, die deine Marge drücken können:
- Mindestabnahme: Du bist an große Mengen gebunden
- Cashflow-Auswirkung: Große Beträge im Voraus zahlen
- Qualitätsrisiko: Keine Zwischenpartei, die kontrolliert
- Verwaltungsaufwand: Zoll, MwSt., Zertifikate
- Wechselkursrisiko: Bei Import aus Nicht-Eurozone
Wie berechnest du die tatsächliche Marge? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Einkaufskosten
Addiere zu dem Produktpreis alle zusätzlichen Kosten: Transport, Zoll, Lagerung, Versicherung und Verwaltung. Dies ist dein tatsächlicher Einkaufspreis pro Flasche.
Berechne deinen Verkaufspreis ohne MwSt.
Teile deinen Menüpreis durch 1,21 (alkoholische Getränke haben 21% MwSt.). Dies ist der Preis, mit dem du deine Marge berechnest.
Berechne und vergleiche deine Margen
Verwende die Formel (Einkaufskosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100 für beide Optionen. Wähle die Option mit der besten Marge und dem niedrigsten Risiko für deine Situation.
✨ Pro tip
Versuche zuerst eine Weinsorte über Import, bevor du deine ganze Getränkekarte umstellst. Beginne mit einem beliebten Wein, den du sicher verkaufst, damit du den Prozess ohne großes Risiko kennenlernst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
War dieser Artikel hilfreich?
Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. beim Import von Wein zahlen?
Ja, du zahlst 21% MwSt. beim Import von alkoholischen Getränken. Diese MwSt. kannst du später in deiner MwSt.-Erklärung verrechnen, aber du musst sie vorfinanzieren.
Was ist eine gute Getränkemarge für Restaurants?
Eine übliche Getränkemarge liegt zwischen 18-25% für alkoholische Getränke. Bei Import kannst du oft 3-5 Prozentpunkte weniger erreichen durch den besseren Einkaufspreis.
Wie lange dauert es, bis sich der Import amortisiert?
Normalerweise 6-12 Monate, je nach deiner Umschlaggeschwindigkeit. Wenn du weniger als €1,00 pro Flasche sparst, ist der Verwaltungsaufwand oft nicht lohnenswert.
Kann ich kleine Mengen direkt importieren?
Die meisten Hersteller haben Mindestbestellungen von 200-500 Flaschen. Bei kleineren Mengen sind die Transportkosten pro Flasche zu hoch, um rentabel zu sein.
Was passiert, wenn eine Sendung beschädigt ankommt?
Bei Großhandel ist das deren Problem. Bei Import bist du selbst verantwortlich, es sei denn, du hast eine gute Transportversicherung abgeschlossen. Rechne hier mit 1-2% Bruchrisiko.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Optimieren Sie Ihren Einkauf mit Daten
Wissen Sie genau, welcher Lieferant am günstigsten ist und wie Preisänderungen Ihre Margen beeinflussen. KitchenNmbrs verknüpft Einkauf direkt mit Rezeptkosten. 14 Tage kostenlos testen.
Kostenlose Testversion starten →