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📝 Einkauf, Lieferanten & Strategie · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie berechne ich die Marge auf einem Gericht, bei dem ich mit einem lokalen Imker zusammenarbeite?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 13 Mar 2026

Die Zusammenarbeit mit lokalen Lieferanten wie Imkern kann deine Gerichte einzigartig machen, erfordert aber eine andere Art der Margenberechnung. Du hast nämlich mit Saisonschwankungen, kleineren Mengen und oft persönlichen Absprachen statt Standardpreislisten zu tun. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die Marge berechnest und welche zusätzlichen Faktoren du berücksichtigen musst.

Warum lokale Lieferanten anders sind

Bei großen Großhändlern bekommst du feste Preislisten und Standardverpackungen. Bei einem lokalen Imker arbeitest du anders:

  • Saisonale Verfügbarkeit (Honig wird 1-2x pro Jahr geerntet)
  • Unterschiedliche Qualität pro Ernte
  • Oft keine feste Preisliste, sondern Verhandlung
  • Kleinere Mengen, manchmal höherer Kilopreis
  • Persönliche Beziehung beeinflusst Preisabsprachen

💡 Beispiel:

Du machst eine Honigsenf-Glasur für Ente. Zutaten pro Portion:

  • Lokaler Honig: 25 Gramm à €12/kg = €0,30
  • Dijon-Senf: 15 Gramm à €8/kg = €0,12
  • Butter: 10 Gramm à €6/kg = €0,06
  • Thymian: 2 Gramm à €40/kg = €0,08

Gesamtkosten Glasur: €0,56 pro Portion

Saisonschwankungen berücksichtigen

Lokaler Honig hat oft zwei Erntezeitpunkte: Frühling (hellerer Honig) und Herbst (dunklerer Honig). Der Preis kann pro Ernte unterschiedlich sein.

⚠️ Achtung:

Rechne mit dem höchsten Saisonpreis für deine Standard-Kostpreis. Sonst machst du in teuren Zeiten Verlust.

Erstelle eine Übersicht der Preise pro Saison:

  • Frühlingshonig: €10-12 pro kg
  • Herbsthonig: €12-15 pro kg
  • Knappe Perioden: €15-18 pro kg

Mindestabnahme und Lagerkosten

Lokale Lieferanten verkaufen oft in größeren Einheiten. Ein Imker verkauft vielleicht mindestens 5 kg auf einmal. Das bedeutet:

  • Höherer Lagerwert auf einmal
  • Risiko von Verderb, wenn du es nicht schnell genug verwendest
  • Kapital in Lagerbestand gebunden

💡 Beispiel Lagerkosten:

Du kaufst 5 kg Honig für €60. Du verwendest 2 kg pro Monat.

  • Lagerbestand für: 2,5 Monate
  • Kapital gebunden: €60 für 2,5 Monate
  • Zusatzkosten: Zinskosten + Verderb-Risiko

Rechne 2-3% Zusatzkosten für Lagerrisiko ein.

Margenberechnung mit lokalen Zutaten

Die Formel bleibt gleich, aber du musst zusätzliche Faktoren berücksichtigen:

Angepasste Kostpreis = Einkaufspreis + Lagerrisiko + Saisonsaufschlag

💡 Vollständige Berechnung:

Ente mit Honigglasur, Menüpreis €34,00 inkl. 9% MwSt.:

  • Verkaufspreis exkl. MwSt.: €34,00 / 1,09 = €31,19
  • Ente: €8,50
  • Honigglasur: €0,56
  • Garnitur: €2,20
  • Lagerrisiko Honig (3%): €0,02

Gesamte Zutatenkosten: €11,28

Lebensmittelkosten: (€11,28 / €31,19) × 100 = 36,2%

Kommunikation als Mehrwert

Die Geschichte hinter lokalen Zutaten rechtfertigt oft einen höheren Preis. Gäste zahlen gerne mehr für:

  • Lokale Herkunft und Geschichte
  • Saisonalität
  • Einzigartiger Geschmack
  • Nachhaltigkeit

Berücksichtige das in deiner Preisgestaltung. Ein Gericht mit lokalem Honig kann 10-15% teurer sein als mit industriellem Honig.

Backup-Lieferant regeln

Was ist, wenn dein Imker keine Vorräte mehr hat? Sorge für einen Backup:

  • Zweiter lokaler Lieferant
  • Bio-Großhandel als Notfall-Option
  • Rechne Kostpreis mit teuerster Option

⚠️ Achtung:

Teste den Backup-Lieferant, bevor du ihn brauchst. Geschmack und Qualität können stark unterschiedlich sein.

Wie berechnest du die Marge mit lokalen Lieferanten? (Schritt für Schritt)

1

Sammle alle Saisonpreise

Frage deinen Lieferant nach Preisen für das ganze Jahr. Notiere Frühling, Herbst und knappe Perioden. Rechne immer mit dem höchsten Preis für deine Standard-Kostpreis.

2

Berechne Lagerrisiko und Zusatzkosten

Addiere 2-3% zum Einkaufspreis für Lagerrisiko, Kapitalkosten und mögliche Verschwendung. Bei größeren Mindestabnahmen ist dieses Risiko höher.

3

Bestimme deinen Backup-Kostpreis

Finde einen zweiten Lieferant für Notfälle. Rechne deine Kostpreis mit der teuereren der beiden Optionen, damit du immer profitabel bist.

4

Berechne deine Lebensmittelkosten mit allen Zusatzkosten

Addiere alle Zutaten einschließlich Lagerrisiko. Teile durch Verkaufspreis exkl. MwSt. und multipliziere mit 100 für dein Lebensmittelkostenprozentsatz.

5

Baue Geschichten-Mehrwert in deinen Preis ein

Lokale Zutaten rechtfertigen 10-15% höhere Preise. Kommuniziere die Geschichte auf deiner Speisekarte und gegenüber Gästen.

✨ Pro tip

Treffe Absprachen mit deinem Imker über feste Preise für 6-12 Monate. Biete eventuell Vorauszahlung für einen Rabatt an - so hast du Preissicherheit und er Cashflow.

Selbst berechnen?

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Häufig gestellte Fragen

Darf ich eine höhere Marge bei lokalen Zutaten berechnen?

Ja, Gäste zahlen gerne mehr für lokale Herkunft und Qualität. Ein Aufschlag von 10-15% ist normal, solange du die Geschichte gut kommunizierst.

Was ist, wenn mein lokaler Lieferant plötzlich viel teurer wird?

Habe immer einen Backup-Lieferant. Rechne deine Kostpreis mit der teuereren Option, dann bist du immer sicher. Bespreche Preisabsprachen für längere Zeiträume.

Wie oft muss ich meine Kostpreis bei Saisonprodukten anpassen?

Mindestens 2x pro Jahr bei neuen Ernten. Rechne immer mit dem höchsten Saisonpreis für deine Standard-Speisekarte, dann musst du nicht ständig anpassen.

Muss ich Lagerkosten in meine Kostpreis einbeziehen?

Ja, besonders bei großen Mindestabnahmen. Rechne 2-3% extra für Kapitalkosten und Verderb-Risiko. Das verhindert, dass du auf Lagerbestand Verlust machst.

Kann ich KitchenNmbrs für saisonale Preise verwenden?

Ja, du kannst pro Zutat unterschiedliche Preise festlegen und deine Rezepte anpassen, wenn sich Preise ändern. So hältst du immer aktuelle Kostpreise.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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