Lieferantentreue kann dich teuer zu stehen kommen. Viele Gastronomen bestellen monatelang bei demselben Lieferanten, ohne Preise zu vergleichen, während dieser inzwischen stillschweigend erhöht. Das kann dir jährlich tausende Euro kosten, ohne dass du es merkst.
Warum wir weiterhin auf Vertrauen bestellen
Es ist so einfach. Du kennst deinen Lieferanten, die Qualität ist gut, und das Bestellen läuft automatisch. Jede Woche dasselbe: 10 Kilo Rindfleisch, 5 Kilo Lachs, 20 Kilo Kartoffeln. Du schaust nicht mehr auf die Preise auf der Rechnung – du scannst sie nur auf die Gesamtbeträge.
Aber Lieferanten erhöhen regelmäßig ihre Preise. Manchmal mit einem Brief, oft stillschweigend. Und warum sollten sie es dir sagen, wenn du ohnehin weiterbestellst?
💡 Beispiel:
Rindfleisch für dein Steak:
- Januar 2023: €28,00/kg
- Juli 2023: €31,50/kg (+ 12,5%)
- Januar 2024: €34,00/kg (+ 21% gegenüber Start)
Bei 100 Steaks pro Monat kostet dich das €600 extra pro Monat. Das sind €7.200 pro Jahr.
Die versteckten Kosten der Nichtüberwachung
Das Problem ist, dass Preiserhöhungen schrittweise erfolgen. €0,50 hier, €1,20 dort. Pro Bestellung fällt es nicht auf. Aber über ein Jahr addiert kann es sich erheblich summieren.
- Schleichende Erhöhungen: 2-3% pro Quartal klingt wenig, ist aber 8-12% pro Jahr
- Keine Mitteilung: Viele Lieferanten erhöhen stillschweigend, besonders bei treuen Kunden
- Automatismus: Du bestellst nach Gefühl, nicht nach aktuellen Preisen
- Kein Vergleich: Du weißt nicht, was andere verlangen
⚠️ Achtung:
Lieferanten erhöhen oft direkt nach stressigen Zeiten (Weihnachten, Sommer), wenn du weniger Zeit hast, Preise zu checken. Dann hoffen sie, dass du es nicht merkst.
Was das pro Jahr kostet
Angenommen, du kaufst für €8.000 pro Monat ein. Wenn dein Lieferant seine Preise um 8% erhöht, ohne dass du es merkst, zahlst du €640 pro Monat zu viel. Das sind €7.680 pro Jahr.
💡 Rechenbeispiel:
Restaurant mit €8.000 monatlichem Einkauf:
- 8% Preiserhöhung = €640/Monat extra
- Pro Jahr: €640 × 12 = €7.680
- Über 3 Jahre: €23.040 extra bezahlt
Genug für eine neue Küchenausstattung.
Wie Lieferanten das machen
Lieferanten sind nicht unbedingt böswillig, aber sie sind kommerziell. Sie wissen, dass treue Kunden seltener Preise vergleichen.
- Schrittweise Erhöhungen: Kleine Schritte, die nicht auffallen
- Saisonale Ausreden: "Durch die Dürre sind Kartoffeln teurer" (aber fallen nicht wieder, wenn es regnet)
- Qualitätsargument: "Wir liefern jetzt Premium-Qualität" (ohne dass du danach gefragt hast)
- Timing: Erhöhen, wenn du beschäftigt bist und keine Zeit hast zu checken
Die Psychologie der Lieferantentreue
Warum machen wir das? Weil ein Wechsel des Lieferanten sich wie Aufwand anfühlt. Du kennst deinen Ansprechpartner, die Qualität ist vorhersehbar, und du hast keine Zeit, nach Alternativen zu suchen.
Aber diese "Treue" kostet dich Geld. Lieferanten wissen das und nutzen es aus.
💡 Erkennbar?
"Ich bestelle seit 5 Jahren bei demselben Lieferanten. Gute Qualität, zuverlässig. Warum sollte ich wechseln?"
Weil du inzwischen wahrscheinlich 15-25% zu viel für dieselben Produkte zahlst.
Signale, dass du zu viel zahlst
Wie weißt du, ob dein Lieferant seine Preise stillschweigend erhöht hat?
- Rechnungsbetrag steigt: Während du dasselbe bestellst
- Foodcost läuft auf: Deine Gerichte werden teurer in der Herstellung
- Keine Preisliste: Dein Lieferant arbeitet nur mit "Tagespreisen"
- Konkurrenten sind günstiger: Wenn du zufällig einen Preis hörst
- Margen sinken: Trotz voller Lokal bleibt weniger übrig
Die Lösung: regelmäßig Preise checken
Du musst nicht jede Woche alle Preise vergleichen. Aber check regelmäßig deine wichtigsten Produkte bei anderen Lieferanten.
Konzentriere dich auf die Produkte, von denen du am meisten abnimmst. Wenn du €2.000 pro Monat für Fleisch ausgibst, kann ein Unterschied von 10% dir €200 pro Monat sparen.
Wie überprüfst du, ob du zu viel zahlst? (Schritt für Schritt)
Erstelle eine Liste deiner Top 10 Produkte
Schau dir deine Rechnungen vom letzten Monat an. Welche 10 Produkte kosten dich das meiste Geld? Notiere die aktuellen Preise pro Kilo oder pro Stück.
Fordere Angebote bei 2 anderen Lieferanten an
Rufe oder schreibe 2 konkurrierende Lieferanten an. Frage nach Preisen für exakt dieselben Produkte und Qualität. Vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch die Lieferbedingungen.
Berechne den Unterschied auf Jahresbasis
Addiere, wie viel du pro Monat von jedem Produkt abnimmst. Multipliziere den Preisunterschied mit deinem Jahresverbrauch. So siehst du, was ein Wechsel dir bringen kann.
✨ Pro tip
Führe eine Excel-Datei mit Preisen deiner Top 10 Produkte bei 3 Lieferanten. Aktualisiere sie jeden Monat. So siehst du sofort, wer am günstigsten ist und kannst schnell wechseln, wenn die Unterschiede zu groß werden.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte ich Preise vergleichen?
Überprüfe mindestens 2x pro Jahr deine Top 10 Produkte bei anderen Lieferanten. Bei großen Einkäufen (Fleisch, Fisch) kann monatliches Checken lohnend sein.
Was ist, wenn mein Lieferant droht zu gehen, wenn ich verhandle?
Dann zeigt er sein wahres Gesicht. Ein guter Lieferant versteht, dass du geschäftlich denken musst, und wird an einem fairen Preis mitarbeiten.
Muss ich immer den günstigsten Lieferanten wählen?
Nein, Qualität und Zuverlässigkeit sind auch wichtig. Aber ein Unterschied von 10-15% rechtfertigt normalerweise nicht den "Loyalitätsbonus".
Wie weiß ich, ob die Qualität bei einem neuen Lieferanten gut ist?
Fordere Muster an und teste kleine Mengen zuerst. Lass deinen Chef beurteilen, bevor du große Bestellungen aufgibst.
Kann ich meinen aktuellen Lieferanten nutzen, um zu verhandeln?
Absolut. Zeige ihm die konkurrierenden Angebote und frag, ob er mitziehen kann. Oft kann er plötzlich 5-10% Rabatt geben.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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