Kostproben fühlen sich wie ein Geschenk an. Dein Lieferant kommt vorbei mit einer schönen Geschichte, du probierst die Produkte und sie sehen prima aus. Aber was es danach wirklich auf deinem Teller kostet? Das rechnest du selten aus, wodurch du oft teurer rauskommst als bei deinem alten Lieferanten.
Warum Kostproben irreführend sind
Eine Kostprobe ist Marketing. Du bekommst die beste Qualität, perfekte Portionen und oft einen attraktiven Preis. Aber was du nicht siehst:
- Der tatsächliche Preis nach der Testphase
- Wie sich das Produkt in deiner Küche verhält
- Der Schnittabfall bei der Verarbeitung
- Die Konsistenz von Lieferung zu Lieferung
? Beispiel:
Ein Lieferant bietet Lachs für €16/kg an. Klingt gut, dein aktueller Lieferant berechnet €18/kg.
- Neuer Lieferant: ganzer Lachs, viel Schnittabfall (50%)
- Alter Lieferant: vorfiletierter Lachs, wenig Abfall (10%)
Tatsächliche Kosten neuer Lieferant: €16 / 0,50 = €32/kg Filet
Tatsächliche Kosten alter Lieferant: €18 / 0,90 = €20/kg Filet
Der 'günstige' Lieferant ist 60% teurer!
Was du während der Kostprobe nicht durchrechnest
Während einer Kostprobe achtest du auf Geschmack und Präsentation. Aber du vergisst oft:
- Verarbeitungszeit: Dauert es länger, um es fertig zu machen?
- Schnittabfall: Wie viel wirfst du bei der Verarbeitung weg?
- Haltbarkeit: Bleibt es genauso lange frisch?
- Konsistenz: Ist jede Lieferung gleich?
? Beispiel: Biefsteak-Vergleich
Lieferant A: €24/kg, fertig zubereitete Steaks
Lieferant B: €20/kg, ganzes Lendenstück, das du selbst schneiden musst
- Lieferant A: sofort einsatzbereit, 5% Abfall = €25,26/kg
- Lieferant B: 20 Minuten Schneidarbeit, 15% Abfall = €23,53/kg
- Zusätzliche Lohnkosten Schneidarbeit: €8/Stunde × 0,33 Stunde = €2,64
Gesamt Lieferant B: €26,17/kg - also teurer!
Die versteckten Kosten nach der Kostprobe
Sobald du wechselst, kommen die echten Kosten ans Licht:
- Höhere Mindestbestellmengen als während der Kostprobe
- Lieferkosten, die vorher kostenlos waren
- Preiserhöhungen nach dem ersten Monat
- Inkonsistente Qualität bei regelmäßigen Lieferungen
⚠️ Achtung:
Viele Lieferanten erhöhen den Preis nach 1-3 Monaten. Frag immer nach dem endgültigen Preis und lass dir das schriftlich geben.
Wie das deinen Gewinn belastet
Wenn du nicht durchrechnest, kann ein 'günstigerer' Lieferant dir hunderte Euro pro Monat kosten:
? Rechenbeispiel:
Du verkaufst 200 Biefsteaks pro Monat. Durch falsche Lieferantenwahl zahlst du €2 extra pro Stück.
- Zusatzkosten pro Monat: 200 × €2 = €400
- Zusatzkosten pro Jahr: €400 × 12 = €4.800
Das sind fast €5.000 pro Jahr für nur eine Zutat!
Was du bei Kostproben wirklich tun solltest
Mach aus jeder Kostprobe einen fairen Test:
- Wiege alles vor und nach der Verarbeitung
- Notiere die Verarbeitungszeit
- Teste die Haltbarkeit (lagere einen Teil länger)
- Berechne die tatsächliche Kostpreis pro Portion
- Vergleiche mit deinem aktuellen Lieferanten beim Endpreis
Ein System wie KitchenNmbrs hilft dir, diese Vergleiche zu verfolgen, damit du immer weißt, was etwas wirklich pro Portion kostet.
Wie berechnest du die tatsächlichen Kosten? (Schritt für Schritt)
Messe den Schnittabfall
Wiege das Produkt vor der Verarbeitung. Wiege danach, was du wirklich verwendest. Der Unterschied ist Schnittabfall. Beispiel: 2 kg Lachs werden 1,1 kg Filet = 45% Abfall.
Berechne den tatsächlichen Kilopreis
Teile den Einkaufspreis durch die Ausbeute (100% - Abfall). Bei €16/kg Lachs mit 45% Abfall: €16 ÷ 0,55 = €29,09 pro kg verwertbares Filet.
Rechne Verarbeitungskosten ein
Addiere die Zeit, die du für zusätzliche Schneid- oder Vorbereitungsarbeit brauchst. Multipliziere mit deinem Stundensatz (normalerweise €20-25/Stunde). Addiere das zum tatsächlichen Kilopreis.
✨ Pro tip
Teste immer an deinem stressigsten Tag. Kostproben laufen oft reibungslos in ruhigen Momenten, aber in der Hektik eines vollen Abends siehst du erst, ob ein Produkt wirklich praktisch ist.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich jede Kostprobe so ausführlich testen?
Woher weiß ich, ob der Preis nach der Kostprobe gleich bleibt?
Was ist, wenn die Qualität während der Kostprobe anders ist als danach?
Wie rechne ich Verarbeitungszeit in Kosten um?
Wann ist ein neuer Lieferant wirklich günstiger?
Sollte ich meinen aktuellen Lieferanten über Kostproben erzählen?
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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