Preiskorrektionen nach Jahren zu günstiger Kalkulation sind schmerzhaft, aber notwendig. Viele Restaurantbesitzer stellen fest, dass ihre Lebensmittelkosten 40-50% betragen, anstatt der gewünschten 30-35%. Die Frage ist: Wie korrigierst du das, ohne Kunden zu verlieren?
Überprüfe zunächst, wie günstig du kalkuliert hast
Bevor du die Preise erhöhst, weißt du genau, wo du stehst. Berechne deine tatsächlichen Lebensmittelkosten für deine 10 meistverkauften Gerichte.
? Beispiel:
Pasta Carbonara, Verkaufspreis €18,50 (inkl. 19% MwSt.):
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €16,97
- Ingredientenkosten: €7,50
- Tatsächliche Lebensmittelkosten: 44,2%
Gewünschte Lebensmittelkosten: 30% → Mindestpreis €25,00 ohne MwSt. = €29,75 inkl.
Das bedeutet eine Preiserhöhung von €11,25 pro Teller. Das ist zu viel auf einmal.
Der gestaffelte Ansatz
Erhöhe nicht alle Preise auf einmal um 40%. Das vertreibt Kunden. Arbeite in Phasen:
- Phase 1: Erhöhe Preise um 15-20% über 2-3 Monate
- Phase 2: Passe Rezepte an, um Kosten zu senken
- Phase 3: Noch eine Preiserhöhung von 10-15% nach 6 Monaten
⚠️ Achtung:
Erhöhe nicht alle Gerichte um denselben Prozentsatz. Beginne mit deinen beliebtesten Gerichten – diese haben die meiste Kundenloyalität.
Welche Gerichte zuerst anpassen
Priorisiere nach Verkauf und Rentabilität:
- Top-Seller: Meistverkaufte Gerichte können 15-25% Erhöhung vertragen
- Spezialitäten: Einzigartige Gerichte, für die Kunden kommen, können mehr vertragen
- Beilagen: Salat, Pommes, Brot – weniger preisempfindlich
- Getränke: Oft schon gute Marge, vorsichtig erhöhen
? Beispiel gestaffelter Ansatz:
Pasta Carbonara von €18,50 auf €29,75:
- März: €18,50 → €21,50 (+16%)
- Juni: Rezeptur anpassen (-€1,00 Kosten)
- September: €21,50 → €24,50 (+14%)
Gesamt: von 44% auf 32% Lebensmittelkosten in 6 Monaten
Rezepte anpassen, um Kosten zu senken
Neben Preiserhöhungen kannst du Ingredientenkosten senken:
- Portionsgrößen: 200g Steak statt 250g spart €2-3 pro Teller
- Teurere Ingredienzien ersetzen: Parmesan durch Grana Padano
- Garnitur optimieren: Weniger frische Kräuter, intelligentere Gemüsewahl
- Saucen effizienter: Selbst machen statt Fertigprodukte
Kommunikation mit Kunden
Sei ehrlich, aber nicht defensiv bei Preisanpassungen:
- Betone Qualität und frische Ingredienzien
- Erwähne gestiegene Einkaufspreise (jeder kennt Inflation)
- Führe gleichzeitig neue Gerichte ein
- Halte Mittagsspecials und Happy Hours bezahlbar
⚠️ Achtung:
Einige Kunden werden wegfallen. Das ist normal. Besser 20% weniger Kunden mit gesunden Margen als voll besetzt und Verluste machen.
Die Alternative: Nichts tun
Wenn du nicht korrigierst, machst du weiter Verluste. Bei Lebensmittelkosten von 45% statt 30% verlierst du 15 Cent pro Euro Umsatz. Bei €500.000 Jahresumsatz sind das €75.000 pro Jahr.
Dieses Geld brauchst du für Wartung, neue Geräte, Personal und dein eigenes Einkommen.
Wie gehst du Preiskorrektur Schritt für Schritt an?
Berechne deine tatsächlichen Lebensmittelkosten pro Gericht
Addiere alle Ingredientenkosten und teile durch den Verkaufspreis ohne MwSt. Konzentriere dich zunächst auf deine 10 meistverkauften Gerichte.
Bestimme deinen Zielpreis pro Gericht
Berechne, was du mindestens für 30-35% Lebensmittelkosten verlangen musst. Das ist dein Zielpreis über 6-12 Monate.
Erstelle einen gestaffelten Plan
Verteile die Preiserhöhung auf 2-3 Zeitpunkte. Beginne mit 15-20% Erhöhung deiner beliebtesten Gerichte.
Passe Rezepte zwischen Erhöhungen an
Optimiere Portionsgrößen und ersetze teure Ingredienzien wo möglich. Das senkt deine Kosten ohne Preiserhöhung.
Überwache deinen Umsatz und Kundenreaktion
Verfolge, wie viele Kunden du verlierst und ob dein Gesamtgewinn steigt. Passe das Tempo an, wenn nötig.
✨ Pro tip
Beginne mit deinen drei meistverkauften Gerichten und erhöhe diese zuerst um 15-20%. Diese haben die meiste Kundenloyalität und haben den größten unmittelbaren Effekt auf deine Gesamtmarge.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viele Kunden verliere ich bei einer Preiserhöhung von 20%?
Kann ich alle Preise auf einmal erhöhen?
Was ist, wenn mein Konkurrent nicht bei der Preiserhöhung mitgeht?
Muss ich erklären, warum ich Preise erhöhe?
Wie weiß ich, ob meine neuen Preise richtig sind?
Kann ich auch Kosten senken statt Preise zu erhöhen?
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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