After-Party-Catering hat eine andere Kostenstruktur als reguläre Events. Late-Night-Snacks, längere Arbeitszeiten und alkoholintensive Konsumption beeinflussen deine Marge erheblich. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächliche Marge bei dieser Art von Catering berechnest.
Was macht After-Party-Catering anders?
Bei After-Party-Catering dreht sich alles um schnelle, fettige Snacks und viel Getränke. Denk an Bitterballen, Mini-Hamburger, Pizza-Scheiben und Cocktails. Die Herausforderung liegt im Timing und den Arbeitskosten.
- Arbeitszeiten bis 2-6 Uhr morgens (100-200% Zuschläge)
- Höherer Alkoholkonsum (mehr Umsatz, aber auch mehr Risiko)
- Schneller Service erforderlich (mehr Personal pro Gast)
- Oft Buffet-Style (weniger Kontrolle über Portionen)
Berechne deine Lebensmittel- und Getränkekosten
Bei After-Party-Catering rechnest du Lebensmittel und Getränke zusammen. Alkohol hat oft niedrigere Kosten als Essen, daher gleicht sich das aus.
💡 Beispiel After-Party-Paket (pro Person):
- Mini-Snacks-Mix: €8,50
- 2 Bier + 1 Cocktail: €4,20
- Gesamteinkauf: €12,70
- Verkaufspreis: €42,50 exkl. MwSt.
Lebensmittel+Getränke-Kosten: (€12,70 / €42,50) × 100 = 29,9%
Das ist eine gesunde Marge für Catering. Der Alkohol senkt die Kosten.
Berechne Arbeitskosten korrekt durch
After-Party-Personal kostet 1,5 bis 2× mehr als tagsüber. Das musst du weitergeben.
⚠️ Achtung:
Nachtarbeit bedeutet oft 100% Zuschlag nach 00:00 Uhr. Ein Koch, der tagsüber €18/Stunde kostet, kostet nachts €36/Stunde. Rechne das in deine Gesamtkostenkalkulation ein.
Übliche Arbeitskosten für After-Party-Catering liegen zwischen 35-45% deines Umsatzes (gegenüber 28-35% tagsüber).
Versteckte Kosten, die deine Marge aufzehren
- Transport nachts: Oft teurer, weniger Lieferanten verfügbar
- Sicherheit/Aufsicht: Bei alkoholintensiven Events oft erforderlich
- Abfall und Bruchware: Mehr zerbrochene Gläser, mehr Abfall durch lockereres Verhalten
- No-Show-Risiko: Gäste, die zu betrunken sind, um noch zu essen
💡 Beispiel Gesamtkostenstruktur:
- Lebensmittel + Getränke: 30%
- Arbeit (mit Zuschlägen): 40%
- Transport + Extras: 8%
- Gesamtkosten: 78%
Netto-Marge: 22%
Alkoholspezifische Überlegungen
Alkohol hat andere MwSt. (21%) und andere Risiken. Rechne das korrekt durch.
- MwSt. Alkohol: 21% (nicht 9% wie Lebensmittel)
- Genehmigungen: Prüfe, ob deine Ausschanklizenz am externen Ort gilt
- Haftung: Mehr Risiko bei alkoholintensiven Events
- Pour Cost: Üblich 18-25% für Spirituosen, 40-60% für Cocktails
Minimalen Verkaufspreis berechnen
Mit höheren Arbeitskosten hast du einen anderen Break-Even als reguläres Catering.
Formel:
Mindestpreis = (Lebensmittel+Getränke-Kosten + Arbeit + Sonstige Kosten) / (1 - Gewünschte Marge)
💡 Rechenbeispiel:
- Lebensmittel+Getränke pro Person: €12,70
- Arbeit pro Person: €17,00
- Sonstige Kosten: €3,50
- Gesamtkosten: €33,20
- Gewünschte Marge: 20%
Mindestpreis: €33,20 / 0,80 = €41,50 exkl. MwSt.
Risiken und Puffer
After-Party-Catering hat mehr Unsicherheiten. Baue Puffer in deine Preisgestaltung ein.
- Wetterrisiko: Outdoor After-Partys sind wetterabhängig
- Zeitliche Änderungen: Events laufen oft über, zusätzliche Personalstunden
- Konsumvarianz: Manche Gruppen essen/trinken viel mehr als erwartet
- Schäden & Diebstahl: Höheres Risiko für Materialschäden
⚠️ Achtung:
Rechne mindestens 10-15% Puffer über deinem Break-Even für unvorhergesehene Kosten ein. After-Partys sind unvorhersehbarer als reguläre Events.
Wie berechnest du die Marge bei After-Party-Catering? (Schritt für Schritt)
Berechne Lebensmittel+Getränke-Kosten pro Person
Addiere alle Zutaten und Getränke, die du pro Person einkaufst. Rechne Alkohol separat (niedrigere Kosten als Essen). Teile dies durch deinen Verkaufspreis exkl. MwSt., um deinen Lebensmittel+Getränke-Kostenprozentsatz zu erhalten.
Berechne Arbeitskosten mit Nachtzuschlag
Multipliziere deinen normalen Stundensatz mit 1,5 bis 2,0 für Nachtarbeit. Berechne, wie viele Stunden Personal du brauchst, und teile dies durch die Anzahl der Gäste, um die Arbeitskosten pro Person zu erhalten.
Addiere sonstige Kosten und Puffer
Füge Transport, Sicherheit, Material und 10-15% Puffer hinzu. Teile die Gesamtkosten durch (1 - gewünschte Marge), um deinen Mindestverkaufspreis pro Person zu erhalten.
✨ Pro tip
Erstelle immer separate Preise für 'bis 00:00' und 'nach 00:00'. So kannst du transparent über die Mehrkosten echter Nachtarbeit sein und vermeidest, dass du dich bei langen After-Partys zu kurz kommst.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine realistische Marge für After-Party-Catering?
Aufgrund höherer Arbeitskosten und Risiken liegt eine realistische Netto-Marge zwischen 15-25%. Das ist niedriger als reguläres Catering (25-35%), aber die höheren Verkaufspreise gleichen dies oft aus.
Wie rechne ich Alkohol korrekt in meine Kostenkalkulation ein?
Alkohol hat 21% MwSt. (nicht 9%) und normalerweise eine Pour Cost von 18-25%. Rechne den Einkaufspreis aller Getränke zu deinen Lebensmittelkosten hinzu und berechne den kombinierten Prozentsatz auf deinen Gesamtverkaufspreis.
Sollte ich unterschiedliche Preise für Indoor- vs. Outdoor-After-Partys berechnen?
Ja, Outdoor-Events haben mehr Risiken (Wetter, zusätzliche Sicherheit, Generator-Kosten). Rechne 10-20% höhere Preise für Outdoor-After-Partys ein, um diese zusätzlichen Kosten und Risiken abzudecken.
Wie gehe ich mit Gästen um, die zu betrunken sind, um zu essen?
Rechne durchschnittlich 10-15% No-Show beim Essen bei alkoholintensiven Events ein. Kaufe etwas weniger ein als die Anzahl der angemeldeten Gäste, oder rechne diese 'Verschwendung' in deine Kostenkalkulation ein.
Welche Arbeitszeitzuschläge muss ich für Nachtarbeit berechnen?
Standard 100% Zuschlag nach 00:00 Uhr, 150% nach 02:00 Uhr. Das bedeutet, dass ein Koch, der tagsüber €18/Stunde kostet, nachts €36-45/Stunde kostet. Rechne das immer in deine Gesamtkostenkalkulation ein.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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