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📝 Saison und Einkauf · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie wähle ich aus, welche Gerichte ich als Spezialität anbiete und welche auf die Standardkarte gehören?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 16 Mar 2026

Spezialitäten sind deine flexible Waffe gegen Jahreszeiten, Lagerbestände und Konkurrenz. Viele Restaurants werfen willkürlich Gerichte auf ihre Spezialitätentafel, aber das ist weggeworfenes Geld. In diesem Artikel lernst du genau, welche Gerichte du als Spezialität einsetzt und welche ihren Platz auf deiner Standardkarte verdienen.

Die Strategie hinter Spezialitäten vs. Standardkarte

Deine Speisekarte besteht aus zwei Teilen: die Standardkarte (deine zuverlässigen Einkommensquellen) und Spezialitäten (deine flexible Reaktion auf Chancen). Jedes Gericht gehört irgendwo hin, und diese Wahl bestimmt deine Rentabilität.

💡 Beispiel:

Du bekommst frische Steinpilze für €45/kg. Normalerweise kaufst du Champignons für €8/kg.

  • Steinpilz-Risotto als Spezialität: €28 (Lebensmittelkosten 32%)
  • Champignon-Risotto Standardkarte: €18 (Lebensmittelkosten 28%)

Die Steinpilze bringen €10 mehr pro Teller ein, aber nur solange du sie hast.

Standardkarte: dein Fundament

Diese Gerichte müssen jeden Tag verfügbar sein, unabhängig von Jahreszeit oder Lieferant. Sie machen 70-80% deines Umsatzes aus und müssen konsistent rentabel sein.

  • Zutaten immer verfügbar: Huhn, Rind, Standardgemüse, Basis-Fisch
  • Stabile Preise: Keine großen Schwankungen bei Lieferanten
  • Bewährte Beliebtheit: Mindestens 15-20 Bestellungen pro Woche
  • Lebensmittelkosten unter 33%: Spielraum für unerwartete Kostensteigerungen
  • Einfache Zubereitung: Auch neue Köche können es zubereiten

⚠️ Achtung:

Ein Gericht gehört nicht auf die Standardkarte, wenn dein Lieferant regelmäßig keinen Bestand davon hat. Dann frustrierst du Gäste und verlierst Umsatz.

Spezialitäten: deine flexiblen Gewinnbringer

Spezialitäten sind deine Reaktion auf Chancen und Herausforderungen. Sie müssen nicht jeden Tag verfügbar sein, sollten aber strategisch eingesetzt werden.

  • Saisonale Zutaten: Spargel, Wild, frische Trüffel
  • Überschuss abbauen: Zu viel eingekauft? Mach daraus eine Spezialität
  • Hohe Marge Gerichte: Teure Zutaten zu Premium-Preis
  • Neue Gerichte testen: Schauen, ob sie beliebt genug für die Standardkarte sind
  • Konkurrenz-Reaktion: Etwas Einzigartiges, wenn andere dasselbe anbieten

💡 Beispiel:

Du hast 3 kg Lachs übrig, der morgen ablaufen würde. Statt ihn wegzuwerfen:

  • Lachs-Tataki Spezialität: €22 (Zutaten €6, Lebensmittelkosten 27%)
  • Normaler Preis Lachs: €24 (aber jetzt abgelaufen)

Du rettest €66 an Zutaten und verdienst auch noch daran.

Die Zahlen: wann was wählen?

Nutze diese Kriterien, um zu entscheiden, wo jedes Gericht hingehört:

Standardkarte wenn:

  • Lebensmittelkosten stabil zwischen 25-33%
  • Mindestens 12 Bestellungen pro Woche (bei 200 Couverts)
  • Zutaten 52 Wochen pro Jahr verfügbar
  • Preisschwankungen Zutaten unter 15%

Spezialität wenn:

  • Lebensmittelkosten über 35% (kompensiere mit höherem Preis)
  • Saisongebunden (max 3-4 Monate pro Jahr)
  • Experimentell (testen, ob es ankommt)
  • Überschuss abbauen

Praktische Planung pro Jahreszeit

Plane deine Spezialitäten rund um Jahreszeiten und Einkaufsmöglichkeiten:

Frühling (März-Mai):

  • Spargel, junges Gemüse, Lamm-Spezialitäten
  • Frische Kräuter (Bärlauch, wilder Spinat)
  • Osterzeit: Premium-Gerichte

Sommer (Juni-August):

  • Tomaten, Zucchini, frischer Fisch
  • Kalte Gerichte, Salate
  • Terrassen-freundliche Häppchen

Herbst (September-November):

  • Wild, Pilze, Kürbis
  • Warme, herzhafte Gerichte
  • Comfort Food für kürzere Tage

Winter (Dezember-Februar):

  • Schmorgerichte, warme Suppen
  • Feiertagsspezialitäten (Weihnachten, Neujahr)
  • Herzhafte, sättigende Gerichte

💡 Beispiel Planung:

Oktober: Wildsaison beginnt

  • Hirschsteak Spezialität: €32 (Lebensmittelkosten 35%, aber Premium-Preis)
  • Normales Steak Standardkarte: €28 (Lebensmittelkosten 30%)
  • Wild läuft von Oktober bis Januar

Nach Januar: Wild von der Spezialität runter, Fokus auf Winter Comfort Food.

Finanzielle Auswirkung guter Aufteilung

Eine intelligente Aufteilung zwischen Standardkarte und Spezialitäten kann deine Rentabilität erheblich verbessern:

  • Standardkarte: Stabiler Cashflow, vorhersehbare Kosten
  • Spezialitäten: Höhere Margen, flexible Reaktion auf Chancen
  • Optimale Mischung: 70% Umsatz Standardkarte, 30% Spezialitäten

Mit einem System wie KitchenNmbrs siehst du direkt die Lebensmittelkosten jedes Gerichts und kannst leicht entscheiden, was wohin gehört. Du siehst auch, welche Spezialitäten am besten laufen und welche du auf die Standardkarte befördern kannst.

Wie bestimmst du, was Spezialität wird und was Standardkarte? (Schritt für Schritt)

1

Analysiere dein aktuelles Menü auf Beliebtheit

Zähle, wie oft jedes Gericht pro Woche bestellt wird. Gerichte mit weniger als 10-15 Bestellungen pro Woche (bei 150+ Couverts) sind Kandidaten für Spezialitäten.

2

Überprüfe die Verfügbarkeit von Zutaten

Erstelle eine Liste von Gerichten, deren Zutaten nicht das ganze Jahr über verfügbar sind oder stark im Preis schwanken. Diese gehören auf die Spezialitätenliste.

3

Berechne die Lebensmittelkosten jedes Gerichts

Gerichte mit stabilen Lebensmittelkosten unter 33% können auf die Standardkarte. Über 35% oder stark schwankende Kosten werden Spezialitäten.

4

Plane deine Spezialitäten pro Jahreszeit

Erstelle eine Jahresplanung: Welche saisonalen Zutaten verwendest du wann? Plane 2-3 Spezialitäten pro Jahreszeit und wechsle sie alle 6-8 Wochen.

5

Teste und evaluiere jeden Monat

Schau, welche Spezialitäten gut laufen und erwäge sie für die Standardkarte. Gerichte, die nach 2 Wochen nicht verkaufen, müssen weg oder angepasst werden.

✨ Pro tip

Führe ein 'Spezialitäten-Logbuch': Welche Spezialitäten liefen gut, in welcher Jahreszeit, zu welchem Preis. So baust du eine Datenbank erfolgreicher Spezialitäten auf, die du jedes Jahr wiederholen kannst.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viele Spezialitäten kann ich gleichzeitig anbieten?

Maximal 3-4 Spezialitäten gleichzeitig. Mehr Auswahl verwirrt Gäste und macht den Einkauf komplex. Konzentriere dich auf Qualität, nicht Quantität.

Kann ein beliebtes Gericht immer auf die Standardkarte?

Nur wenn die Zutaten stabil verfügbar sind. Ein beliebtes Wildgericht kann nicht auf die Standardkarte, weil Wild saisongebunden ist.

Was wenn meine Spezialität nicht verkauft?

Nach 1-2 Wochen schlechter Verkauf: Preis senken, Präsentation anpassen oder von der Karte nehmen. Verlustmachende Spezialitäten kosten mehr als sie einbringen.

Muss ich Spezialitäten teurer machen als Standardkarte Gerichte?

Nicht unbedingt, aber Spezialitäten dürfen Premium-Preise haben. Gäste erwarten, dass Spezialitäten etwas Besonderes sind und zahlen dafür.

Wie oft muss ich meine Spezialitäten wechseln?

Alle 4-8 Wochen, je nach Jahreszeit und Beliebtheit. Zu häufiger Wechsel verwirrt Stammgäste, zu lange dasselbe langweilt.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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