Die Beendigung einer Lieferplattform scheint eine einfache Entscheidung zu sein, aber die finanzielle Auswirkung ist komplexer als du denkst. Du verlierst nicht nur den direkten Umsatz von dieser Plattform, sondern auch den Beitrag zu deinen Fixkosten. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächliche Auswirkung berechnest und eine wohlüberlegte Entscheidung triffst.
Warum diese Berechnung entscheidend ist
Viele Restaurantbesitzer schauen nur auf die Plattformkosten (15-30% Provision) und denken: 'Wenn ich Lieferando beende, behalte ich diese 25% Provision.' Aber das stimmt nicht. Dieser Umsatz verschwindet vollständig, und deine Fixkosten bleiben bestehen.
⚠️ Achtung:
Plattform-Umsatz verschwindet vollständig. Du behältst nicht die Provision, du verlierst den gesamten Bestellwert minus deine variablen Kosten.
Die tatsächliche Auswirkung auf deine Marge
Wenn du eine Plattform beendest, verlierst du die Deckungsbeitrag-Marge dieser Bestellungen. Das ist der Umsatz minus deine variablen Kosten (Lebensmittel, Verpackung, Lieferung). Dieser Beitrag half dir, deine Fixkosten (Miete, Personal, Energie) zu decken.
💡 Beispiel:
Du machst €8.000/Monat über Lieferando:
- Umsatz: €8.000
- Plattformprovision: €2.000 (25%)
- Lebensmittelkosten: €2.400 (30%)
- Verpackung: €400 (5%)
- Variable Kosten gesamt: €2.800
Deckungsbeitrag: €8.000 - €2.800 = €5.200
Diese €5.200 helfen dir, deine Fixkosten zu decken. Wenn du aufhörst, verlierst du diesen Betrag.
Kompensation über andere Kanäle
Nicht der gesamte Plattform-Umsatz verschwindet. Ein Teil deiner Kunden bestellt über andere Kanäle. Aber dieser Prozentsatz ist normalerweise niedriger als du denkst.
- Direkte Website: 20-40% der Kunden wechseln
- Telefonisch: 10-20% der Kunden wechseln
- Andere Plattform: 15-25% der Kunden wechseln
- Gesamterhalt: Durchschnittlich 45-65%
💡 Rechenbeispiel:
Von €8.000 Lieferando-Umsatz behältst du 50% über andere Kanäle:
- Behaltener Umsatz: €4.000
- Verlorener Umsatz: €4.000
- Verlorener Beitrag: €4.000 - (€4.000 × 35%) = €2.600/Monat
Netto-Auswirkung: €2.600 weniger Deckungsbeitrag pro Monat
Break-Even-Berechnung
Um zu bestimmen, ob das Beenden sinnvoll ist, berechnest du den Break-Even-Punkt. Wie viel zusätzlichen Umsatz musst du über andere Kanäle generieren, um das gleiche Ergebnis zu erreichen?
Formel: Verlorener Deckungsbeitrag ÷ Marge andere Kanäle = Erforderlicher zusätzlicher Umsatz
💡 Break-Even-Beispiel:
Du verlierst €2.600 Deckungsbeitrag. Direktbestellungen haben 65% Marge:
- Verlorener Deckungsbeitrag: €2.600
- Marge Direktverkauf: 65%
- Erforderlicher zusätzlicher Umsatz: €2.600 ÷ 0,65 = €4.000
Du musst €4.000 zusätzlichen direkten Umsatz generieren, um Break-Even zu erreichen
Zeitliche Aspekte und Saisoneffekte
Die Plattformabhängigkeit variiert je nach Jahreszeit und Wochentag. Überprüfe deine Daten über mindestens 3 Monate, um Muster zu erkennen.
- Regnerische Tage: Mehr Plattform-Bestellungen
- Wochenenden: Oft höhere Plattformabhängigkeit
- Feiertage: Plattform-Bestellungen können 40-60% höher sein
- Sommermonate: Weniger Lieferung, mehr Abholung
Alternative Kosteneinsparungen
Wenn du eine Plattform beendest, sparst du nicht nur Provisionen. Auch andere Kosten können sinken:
- Verpackungskosten: 3-6% des Plattform-Umsatzes
- Tablet-Kosten: €30-50/Monat pro Plattform
- Verwaltungszeit: Weniger Bestellverarbeitung
- Reklamationsbearbeitung: Plattformen generieren mehr Reklamationen
Diese Einsparungen sind klein, aber addieren sich bei der Gesamtauswirkungsberechnung.
Wie berechnest du die finanzielle Auswirkung? (Schritt für Schritt)
Sammle 3 Monate Plattform-Daten
Notiere pro Monat: Gesamtumsatz über die Plattform, Anzahl der Bestellungen, durchschnittlicher Bestellwert. Überprüfe auch Saisonspitzen und -tiefs. Diese Daten findest du in deinem Plattform-Dashboard oder Kassensystem.
Berechne deine variablen Kosten pro Bestellung
Addiere: Lebensmittelkosten (normalerweise 28-35%), Verpackungskosten (3-6%) und eventuell Lieferkosten. Das sind Kosten, die wegfallen, wenn die Bestellung wegfällt. Der Rest sind Fixkosten, die bestehen bleiben.
Schätze den Kundenerhaltungsprozentsatz
Untersuche, wie viele Kunden über andere Kanäle weiterhin bestellen. Sende eine kurze Umfrage oder teste einen Monat mit eingeschränkter Plattformverfügbarkeit. Im Durchschnitt behältst du 45-65% der Kunden.
Berechne die Netto-Auswirkung auf monatlicher Basis
Ziehe von dem verlorenen Umsatz deine variablen Kosten ab. Dies ergibt den verlorenen Deckungsbeitrag. Ziehe davon den behaltenen Deckungsbeitrag (über andere Kanäle) ab. Der Rest ist dein tatsächlicher monatlicher Verlust.
✨ Pro tip
Teste die Auswirkung, indem du einen Tag pro Woche vorübergehend offline auf der Plattform gehst. Miss, wie viele Kunden über andere Kanäle bestellen. Dies gibt dir ein realistisches Bild deines tatsächlichen Kundenerhaltungsprozentsatzes, ohne sofort den gesamten Umsatz zu verlieren.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich die Plattformprovision nicht einfach als Einsparung sehen?
Nein, das ist ein häufiger Denkfehler. Wenn du die Plattform beendest, verschwindet der gesamte Umsatz. Du 'sparst' keine Provision, du verlierst den gesamten Bestellwert minus deine variablen Kosten.
Wie viele Kunden wechseln zur direkten Bestellung?
Im Durchschnitt gehen 20-40% der Plattform-Kunden zur direkten Bestellung über deine Website oder per Telefon. Dieser Prozentsatz ist höher, wenn du aktiv über den Wechsel kommunizierst und Vorteile anbietest (niedrigere Preise, Treueprogramm).
Sollte ich alle Plattformen gleichzeitig beenden?
Nein, teste zuerst mit einer Plattform. Beende die Plattform, von der du am wenigsten abhängig bist (niedrigster Umsatzanteil). Beobachte 2-3 Monate die Auswirkungen, bevor du weitere Entscheidungen triffst.
Was ist, wenn meine direkte Marge höher ist als der Plattform-Deckungsbeitrag?
Dann ist das Beenden finanziell vorteilhaft, vorausgesetzt, du behältst genug Kunden. Berechne den Break-Even-Punkt: verlorener Deckungsbeitrag geteilt durch deine direkte Marge. Das ist der minimale zusätzliche Umsatz, den du brauchst.
Wie kommuniziere ich den Wechsel an meine Kunden?
Sei transparent über niedrigere Preise bei direkter Bestellung. Biete Vorteile an: kostenlose Lieferung ab X Euro, Treuepunkte oder Rabattcodes. Stelle dies prominent auf deiner Website und in den sozialen Medien dar.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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