Der Nettoertrag pro Standorttag ist der Betrag, den du behältst, nachdem alle Kosten dieses Tages abgezogen wurden. Für Food-Truck-Besitzer ist es entscheidend zu wissen, ob ein Standort rentabel ist. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du dies berechnest und welche Kosten du nicht vergessen darfst.
Was ist Nettoertrag pro Standorttag?
Der Nettoertrag pro Standorttag ist dein Umsatz minus alle direkten Kosten, die du an diesem Tag gemacht hast. Dies gibt dir Einblick, welche Standorte am meisten bringen und wo du deine Zeit am besten investieren kannst.
💡 Beispiel:
Food-Truck auf Gewerbegebiet, Dienstag Mittagessen:
- Umsatz: €450
- Lebensmittelkosten: €135 (30%)
- Kraftstoff: €25
- Standortmiete: €40
- Arbeit (du selbst): €80
Nettoertrag: €450 - €280 = €170
Welche Kosten zählst du mit?
Für eine faire Berechnung zählst du alle Kosten mit, die direkt mit diesem Standorttag verbunden sind. Vergiss vor allem die versteckten Kosten nicht.
Direkte Kosten pro Tag
- Lebensmittelkosten: Zutaten der verkauften Gerichte (normalerweise 25-35%)
- Kraftstoff: Hin- und Rückfahrt zum Standort + Generator/Kochgas
- Standortmiete: Tagesgebühr an Eigentümer/Gemeinde
- Arbeit: Stundenlohn für dich und eventuell Hilfe
- Verpackung: Behälter, Becher, Servietten, Tüten
Oft vergessene Kosten
- Genehmigungen: Tagesgenehmigung oder Jahreslizenz umgerechnet pro Tag
- Versicherung: Betriebsversicherung umgerechnet pro Arbeitstag
- Abschreibung Truck: Anschaffungspreis geteilt durch erwartete Lebensdauer
- Wartung: Durchschnittliche Wartungskosten pro Monat geteilt durch Arbeitstage
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit deinem Umsatz ohne MwSt. Food-Trucks berechnen 19% MwSt. auf Essen, also €450 inkl. MwSt. wird €378 ohne MwSt.
Formel für Nettoertrag
Die Grundformel ist einfach, aber die Details machen den Unterschied:
Nettoertrag = Umsatz (ohne MwSt.) - Lebensmittelkosten - Kraftstoff - Standortkosten - Arbeit - Sonstige Kosten
💡 Beispielberechnung:
Food-Truck Freitagabend auf Festival:
- Umsatz inkl. MwSt.: €890
- Umsatz ohne MwSt.: €748 (€890 ÷ 1,19)
- Lebensmittelkosten: €245 (30%)
- Kraftstoff: €35
- Festivalgebühr: €150
- Arbeit (2 Personen, 8 Stunden): €160
- Verpackung: €25
- Tagesgenehmigung: €15
Nettoertrag: €748 - €630 = €118
Wie oft solltest du dies berechnen?
Berechne dies für jeden Standort einzeln, um Muster zu erkennen. Manche Standorte sehen gut aus, weil der Umsatz hoch ist, aber nach Abzug aller Kosten bleibt wenig übrig.
- Täglich: Notiere Umsatz und direkte Kosten
- Wöchentlich: Berechne Nettoertrag pro Standort
- Monatlich: Vergleiche Standorte und höre mit den am wenigsten rentablen auf
💡 Praktisches Beispiel:
Vergleich zweier Standorte nach einem Monat:
- Büroviertel (4 Tage): €680 Nettoertrag
- Einkaufszentrum (4 Tage): €520 Nettoertrag
Fazit: Büroviertel bringt €40 pro Tag mehr, trotz niedrigerem Umsatz.
Digitale Erfassung vs. Excel
Viele Food-Truck-Besitzer halten dies in Excel fest, aber das kostet Zeit und du vergisst leicht Kosten. Eine App wie KitchenNmbrs hilft, alle Kosten automatisch in deine Berechnung einzubeziehen.
- Lebensmittelkosten: Werden automatisch pro verkauftem Gericht berechnet
- Standortkosten: Kannst du pro Standort einstellen
- Arbeit: Rechne mit deinem eigenen Stundenlohn
- Übersicht: Sehe sofort, welche Standorte am meisten bringen
Wie berechnest du den Nettoertrag pro Standorttag?
Sammle deine Umsatzzahlen
Notiere deinen Gesamtumsatz des Tages inklusive MwSt. Rechne dies um auf ohne MwSt., indem du durch 1,19 teilst. Dies ist dein tatsächlicher Umsatz für die Berechnung.
Addiere alle direkten Kosten
Berechne deine Lebensmittelkosten (normalerweise 25-35% des Umsatzes), addiere Kraftstoffkosten, Standortmiete, Arbeitslohn und Verpackungskosten. Vergiss keine Tagesgenehmigungen oder anderen versteckten Kosten.
Ziehe Kosten vom Umsatz ab
Umsatz ohne MwSt. minus alle Kosten ergibt deinen Nettoertrag. Dieser Betrag bleibt dir für Abschreibung deines Trucks, Versicherungen und deinen eigenen Gewinn.
✨ Pro tip
Überprüfe deine 3 leistungsstärksten Standorte: Wenn diese zusammen weniger als €500 pro Woche Nettoertrag bringen, ist es Zeit, neue Standorte zu suchen oder dein Konzept anzupassen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich meine eigene Arbeit als Kosten einrechnen?
Ja, unbedingt. Rechne mit einem realistischen Stundenlohn für dich selbst, sonst weißt du nicht, ob dein Standort wirklich rentabel ist. Viele Food-Truck-Besitzer vergessen dies und denken, sie machen Gewinn, während sie unter dem Mindestlohn arbeiten.
Wie berechne ich die Abschreibung meines Food-Trucks pro Tag?
Teile den Anschaffungspreis durch die Anzahl der Jahre, die du den Truck nutzen möchtest, dann durch 250 Arbeitstage pro Jahr. Ein Truck für €50.000, der 10 Jahre hält, kostet €20 pro Arbeitstag an Abschreibung.
Was ist ein guter Nettoertrag pro Tag?
Dies variiert je nach Region und Konzept, aber strebe nach mindestens €150-200 pro Tag nach allen Kosten an. Weniger als €100 pro Tag bedeutet normalerweise, dass du zu wenig verdienst für die Zeit, die du investierst.
Sollte ich MwSt. in meine Kostenkalkulation einbeziehen?
Nein, rechne immer ohne MwSt. Dein Umsatz von €450 inkl. 19% MwSt. wird €378 ohne MwSt. Die MwSt. ist Geld, das du an das Finanzamt weitergibst, nicht dein Umsatz.
Wie oft sollte ich meinen Nettoertrag pro Standort berechnen?
Berechne dies wöchentlich pro Standort, um Muster zu erkennen. Manche Standorte funktionieren besser an bestimmten Tagen. Monatlich kannst du dann entscheiden, welche Standorte du behältst und welche du aufgibst.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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