Arbeitskleidung und Uniformen sind arbeitsbezogene Kosten, die du auf verschiedene Weise verarbeiten kannst. Viele Gastronomiebetreiber wissen nicht, ob sie dies als direkte Arbeitskosten aufnehmen oder als separate Kostenposition. In diesem Artikel lernst du, wie du diese Kosten korrekt verarbeitest und welche Auswirkungen sie auf deine Gesamtpersonalkosten haben.
Was fällt unter Arbeitskleidung in der Gastronomie
Arbeitskleidung umfasst alle Kleidungsstücke, die dein Personal während der Arbeit trägt. Dies können Pflicht-Uniformen sein, aber auch praktische Arbeitskleidung.
- Kochkleidung (Kochhemd, Hose, Schürze, Mütze)
- Servierkleidung (Hemd, Bluse, Weste, Krawatte)
- Sicherheitsschuhe (rutschfeste Sohlen)
- Arbeitskleidung mit Betriebslogo
- Spezielle Arbeitshandschuhe
💡 Beispiel:
Restaurant mit 8 Mitarbeitern, jährliche Kleidungskosten:
- 4 Köche: 2 Kochhemden pro Person = €320
- 4 Service: Uniformen = €480
- Sicherheitsschuhe für alle = €640
- Schürzen und Zubehör = €160
Gesamt: €1.600 pro Jahr
Drei Möglichkeiten zur Verarbeitung von Kleidungskosten
Du hast drei Optionen, um Arbeitskleidung in deiner Buchhaltung zu verarbeiten. Jede Methode hat Vor- und Nachteile.
Option 1: Direkt bei Arbeitskosten
Addiere die Kleidungskosten zu deinen Gesamtpersonalkosten. Dies gibt das realistischste Bild davon, was ein Mitarbeiter dich wirklich kostet.
Option 2: Separate Kostenposition
Buche Arbeitskleidung als separate Kostenposition unter "sonstige Betriebskosten". Dies hält deine Arbeitskosten "rein", macht es aber schwieriger, echte Personalkosten zu berechnen.
Option 3: Abschreibung über mehrere Jahre
Schreibe langlebige Kleidungsstücke (wie hochwertige Schuhe) über 2-3 Jahre ab. Dies glättet Kostenschwankungen.
⚠️ Achtung:
Wähle eine Methode und bleibe dabei konsistent. Wechsle nicht jedes Jahr die Methode, denn dann kannst du deine Zahlen nicht mehr vergleichen.
Auswirkungen auf dein Arbeitskostenquote
Arbeitskleidung erhöht dein Arbeitskostenquote. Es ist wichtig, dies in deine Berechnungen einzubeziehen, besonders bei der Preisgestaltung.
💡 Beispielberechnung:
Restaurant mit €400.000 Jahresumsatz:
- Bruttolöhne: €120.000 (30% des Umsatzes)
- Sozialabgaben: €24.000 (6% des Umsatzes)
- Arbeitskleidung: €1.600 (0,4% des Umsatzes)
Gesamte Arbeitskosten: 36,4% statt 36%
Das klingt nach wenig, aber auf Jahresbasis kann dieser Unterschied erheblich sein. Bei der Berechnung deines Break-Even-Punktes und deiner Preise musst du diese Kosten berücksichtigen.
Steuern und MwSt. auf Arbeitskleidung
Arbeitskleidung hat Steuervergünstigungen. Du kannst die Kosten vollständig als Betriebsausgaben abziehen und die MwSt. zurückfordern.
- 19% MwSt. kannst du zurückfordern
- Vollständig als Betriebsausgaben abzugsfähig
- Keine Hinzurechnung für Mitarbeiter (sofern eindeutig Arbeitskleidung)
Achtung: Kleidung muss eindeutig als Arbeitskleidung erkennbar sein. Ein einfaches weißes Hemd zählt normalerweise nicht, ein Hemd mit Betriebslogo schon.
Praktische Tipps zur Kostenkontrolle
Halte deine Kleidungskosten mit diesen praktischen Tipps unter Kontrolle:
- Kaufe Qualität: gute Arbeitskleidung hält länger
- Treffe Vereinbarungen über Ersatz: wer zahlt bei Beschädigungen?
- Halte einen Bestand: ersetze nicht alles auf einmal
- Verhandle über Rabatte bei größeren Mengen
💡 Praxistipp:
Viele Lieferanten geben 10-20% Rabatt bei Bestellungen von 10+ Stück. Plane deine Einkäufe und bestelle für mehrere Mitarbeiter auf einmal.
KitchenNmbrs und Personalkosten
In KitchenNmbrs kannst du alle Personalkosten einschließlich Arbeitskleidung registrieren. So erhältst du ein vollständiges Bild davon, was jedes Teammitglied dich wirklich pro Monat kostet.
Die App berechnet automatisch dein Gesamtarbeitskostenquote und zeigt dir, wie sich dies zu deinem Umsatz verhält. So kannst du besser auf Rentabilität hinarbeiten.
Wie verarbeitest du Arbeitskleidung in deinen Arbeitskosten? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kleidungskosten
Addiere alle Ausgaben für Arbeitskleidung: Uniformen, Schuhe, Schürzen, Zubehör. Notiere sowohl einmalige als auch wiederkehrende Kosten pro Jahr.
Wähle deine Verarbeitungsmethode
Entscheide, ob du Arbeitskleidung direkt zu den Arbeitskosten addierst, als separate Kostenposition buchst oder über mehrere Jahre abschreibst. Bleibe konsistent in deiner Wahl.
Berechne den Prozentsatz deines Umsatzes
Teile deine jährlichen Kleidungskosten durch deinen Jahresumsatz und multipliziere mit 100. Addiere dies zu deinem Arbeitskostenquote für das vollständige Bild.
✨ Pro tip
Verhandle mit deinem Lieferanten über einen Jahresvertrag. Viele Unternehmen geben 15-25% Rabatt, wenn du deinen gesamten Jahresbedarf auf einmal abnehmst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich Arbeitskleidung immer bei den Arbeitskosten berücksichtigen?
Nein, du kannst es auch als separate Kostenposition buchen. Wichtig ist, dass du konsistent in deiner Methode bleibst, um vergleichbare Zahlen zu erhalten.
Kann ich die MwSt. auf Arbeitskleidung zurückfordern?
Ja, auf echte Arbeitskleidung kannst du die 19% MwSt. zurückfordern. Die Kleidung muss aber eindeutig als Arbeitskleidung erkennbar sein.
Wie viel gibt ein durchschnittliches Restaurant für Arbeitskleidung aus?
Normalerweise zwischen 0,2% und 0,8% des Jahresumsatzes. Dies hängt von der Art des Betriebs und der Austauschfrequenz ab.
Wer zahlt den Ersatz bei Beschädigungen durch den Mitarbeiter?
Treffe klare Vereinbarungen darüber in deinem Arbeitsvertrag. Normale Abnutzung zahlt der Arbeitgeber, vorsätzliche Beschädigungen kannst du dem Mitarbeiter in Rechnung stellen.
Muss ich Kleidungskosten über mehrere Jahre abschreiben?
Das ist nicht erforderlich, aber bei teuren Artikeln wie hochwertigen Schuhen kann es sinnvoll sein, die Kosten über 2-3 Jahre zu verteilen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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