📝 Team & Zahlen · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie erkläre ich meinem Team, dass ein beliebtes Gericht nicht automatisch ein rentables Gericht ist?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 13 Mar 2026

Ein beliebtes Gericht kann ein Gewinnvernichter sein. Viele Teams konzentrieren sich darauf, was Gästen schmeckt, vergessen aber zu schauen, was das Restaurant einbringt. In diesem Artikel lernst du, wie du deinem Team erklärst, warum Beliebtheit und Rentabilität zwei verschiedene Dinge sind.

Warum Beliebtheit nicht gleich Gewinn ist

Dein Team sieht jeden Tag, welche Gerichte oft bestellt werden. Das fühlt sich wie Erfolg an. Aber ein Gericht, das 50 Mal pro Woche mit einem Verlust von €2 pro Portion verkauft wird, kostet dich €5.200 pro Jahr.

💡 Beispiel: Die beliebte Pasta

Pasta Carbonara - 60 Portionen pro Woche verkauft:

  • Verkaufspreis: €16,50 (exkl. MwSt.: €15,14)
  • Zutatenkosten: €6,80
  • Lebensmittelkosten: 44,9%

Verlust pro Portion: €1,34 (bei 35% angestrebten Lebensmittelkosten)

Jährlicher Verlust: €4.180 bei diesem einen Gericht

Wie du das deinem Team erklärst

Beginne nicht mit Zahlen, sondern mit Wiedererkennung. Erzähle deinem Team, dass du stolz auf ihre Arbeit und die Qualität der Gerichte bist. Erkläre dann, dass ihr zusammen noch intelligenter arbeiten könnt.

  • Schritt 1: Zeige die Zahlen deiner 3 beliebtesten Gerichte
  • Schritt 2: Vergleiche mit 3 weniger beliebten, aber rentablen Gerichten
  • Schritt 3: Zeige, wie viel zusätzlicher Gewinn möglich ist

⚠️ Achtung:

Mache es nicht zu einem Angriff auf die Küche. Es geht nicht um schlechtes Kochen, sondern um intelligenteres Rechnen. Dein Team sollte sich unterstützt fühlen, nicht kritisiert.

Die vier Arten von Gerichten erklären

Nutze das Menu-Engineering-Modell, um deinem Team zu zeigen, dass jedes Gericht in eine von vier Kategorien fällt:

  • Stars: Beliebt und rentabel (behalten und fördern)
  • Plowhorses: Beliebt aber nicht rentabel (Preis erhöhen oder Rezept anpassen)
  • Puzzles: Rentabel aber nicht beliebt (mehr fördern oder Präsentation verbessern)
  • Dogs: Nicht beliebt und nicht rentabel (von der Karte nehmen)

💡 Beispiel: Menu Engineering in Aktion

Analyse von 5 Hauptgerichten:

  • Star: Steak (30 Portionen/Woche, 28% Lebensmittelkosten)
  • Plowhorse: Pasta Carbonara (60 Portionen/Woche, 45% Lebensmittelkosten)
  • Puzzle: Entenbrust (8 Portionen/Woche, 25% Lebensmittelkosten)
  • Dog: Vegetarische Lasagne (5 Portionen/Woche, 40% Lebensmittelkosten)

Maßnahme: Pasta-Preis erhöhen, Entenbrust mehr fördern, Lasagne von der Karte nehmen

Konkrete Maßnahmen für dein Team

Gib deinem Team konkrete Anhaltspunkte, um über Rentabilität nachzudenken:

  • Portionsgröße: Zeige, wie viel 20 Gramm zusätzliches Fleisch pro Jahr kostet
  • Beilage: Erkläre, dass jede zusätzliche Kartoffel Geld kostet
  • Präsentation: Mache rentable Gerichte auf dem Teller attraktiver
  • Empfehlungen: Trainiere den Service, rentable Gerichte zu empfehlen

💡 Beispiel: Auswirkung der Portionsgröße

Steak - Standard 200g, Chef gibt oft 220g:

  • Zusätzliches Fleisch pro Portion: 20g
  • Fleischkosten: €32/kg
  • Zusätzliche Kosten pro Portion: €0,64
  • Bei 30 Portionen/Woche: €998 pro Jahr

Lösung: 3 Tage alle Portionen wiegen, Ergebnis besprechen

Motivation während der Veränderung bewahren

Ändere nicht alles auf einmal. Wähle 1 beliebtes aber verlustbringendes Gericht und arbeitet zusammen daran. Lass dein Team bei Lösungen mitdenken:

  • Können wir die Zutaten günstiger einkaufen?
  • Können wir die Portion leicht anpassen ohne Qualitätsverlust?
  • Können wir den Preis mit besserer Präsentation erhöhen?
  • Können wir ein günstigeres Alternativ-Ingredient verwenden?

Feiere Erfolge. Wenn ihr ein verlustbringendes Gericht rentabel macht, teilt mit dem Team, wie viel das pro Jahr spart. Mache es greifbar: "Das bedeutet, dass wir dieses Jahr €3000 extra für neue Geräte oder Teamausflüge haben."

Wie analysierst du Beliebtheit vs. Rentabilität?

1

Verkaufsdaten pro Gericht sammeln

Notiere von deinen 10 meistverkauften Gerichten: wie viele Portionen pro Woche und was die exakten Zutatenkosten sind. Nutze Kassendaten der letzten 4 Wochen für einen zuverlässigen Durchschnitt.

2

Berechne Lebensmittelkostenquote pro Gericht

Teile die Zutatenkosten durch den Verkaufspreis ohne MwSt. und multipliziere mit 100. Eine Lebensmittelkostenquote über 35% ist für Restaurants meist verlustbringend.

3

Erstelle eine Beliebtheit vs. Rentabilität Matrix

Setze alle Gerichte in vier Quadranten: beliebt+rentabel (Stars), beliebt+verlustbringend (Plowhorses), nicht beliebt+rentabel (Puzzles) und nicht beliebt+verlustbringend (Dogs). Konzentriere dich zuerst auf die Plowhorses.

✨ Pro tip

Beginne mit deinen 3 meistverkauften Gerichten. Wenn diese rentabel sind, hast du 70% deines Problems gelöst. Der Rest der Speisekarte ist nebensächlich im Vergleich zu deinen Top-Sellern.

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Häufig gestellte Fragen

Wie reagiere ich, wenn mein Chef sagt, dass Qualität wichtiger ist als Gewinn?

Erkläre, dass Qualität und Rentabilität keine Gegensätze sind. Ein Restaurant, das Verluste macht, kann langfristig keine Qualität liefern, weil es kein Geld für gute Zutaten und Personal gibt. Rentabilität sorgt gerade für nachhaltige Qualität.

Was ist, wenn Gäste böse werden, weil wir Preise für beliebte Gerichte erhöhen?

Erhöhe nicht einfach Preise, sondern verbessere zuerst die Präsentation und Qualität. Ein Gericht von €16 auf €18 fällt weniger auf, wenn du besseres Gemüse hinzufügst und es schöner präsentierst. Teste Preiserhöhungen zuerst bei 1-2 Gerichten.

Wie oft sollte ich diese Analyse machen?

Überprüfe deine Top 10 Gerichte alle 3 Monate auf Lebensmittelkosten und Beliebtheit. Zutatenprise ändern sich, und Jahreszeiten beeinflussen, was Gäste bestellen. Mache es zur Routine in deiner monatlichen Teambesprechung.

Was ist, wenn ich keine Zeit habe, das manuell zu berechnen?

Nutze ein System wie KitchenNmbrs, das automatisch Lebensmittelkosten berechnet und deine Verkaufsdaten mit deinen Rezepten verknüpft. Dann siehst du direkt, welche Gerichte beliebt aber nicht rentabel sind, ohne manuell zu rechnen.

Muss ich beliebte aber verlustbringende Gerichte immer von der Karte nehmen?

Nicht unbedingt. Versuche zuerst, die Lebensmittelkosten zu senken, indem du günstigere Zutaten, kleinere Portionen oder einen höheren Preis nutzt. Manche Gerichte sind 'Traffic Driver', die Gäste in dein Restaurant locken, auch wenn du wenig daran verdienst.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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