Lieferung kann eine Falle sein: viel Umsatz, aber durch Plattformgebühren und Verpackungskosten verdampft dein Gewinn. Wenn dein Lieferumsatz steigt, aber dein Gewinn nicht, leckt Geld weg, das du nicht siehst. In diesem Artikel lernst du genau, wo es schiefgeht und wie du Lieferung wirklich rentabel machst.
Warum Lieferung den Gewinn aufzehrt
Lieferung scheint kostenloses Geld zu sein. Kein zusätzliches Personal, kein Abwaschen, kein Service. Aber es gibt versteckte Kosten, die deinen Gewinn aufzehren:
- Plattformgebühren: Lieferando und Uber Eats verlangen 15-30% Provision
- Verpackungskosten: Behälter, Tüten, Besteck kosten €0,80-€1,50 pro Bestellung
- Keine Getränkeverkäufe: du verpasst die gewinnbringenden Getränke
- Rabattaktionen: Plattformen drängen auf Rabatte, die deine Marge aufzehren
💡 Beispiel: Pasta Carbonara
Im Restaurant: €18,50 - Foodcost €5,10 = €13,40 Gewinn (72%)
Per Lieferung:
- Bestellwert: €18,50
- Plattformgebühren (25%): €4,63
- Verpackung: €1,20
- Foodcost: €5,10
Gewinn: €18,50 - €4,63 - €1,20 - €5,10 = €7,57 (41%)
Überprüfe deine echte Liefermarge
Viele Unternehmer schauen nur auf den Umsatz. Aber du musst alle Kosten einrechnen:
Formel für echte Liefermarge:
Gewinn = Bestellwert - Plattformgebühren - Verpackung - Foodcost - (Arbeit/Bestellung)
⚠️ Achtung:
Berechne Plattformgebühren über den Bestellwert inklusive MwSt. Sie nehmen Provision über den Gesamtbetrag, den der Kunde zahlt.
Welche Gerichte funktionieren für Lieferung
Nicht jedes Gericht ist für Lieferung geeignet. Konzentriere dich auf:
- Niedrige Foodcost: unter 25% (denn Verpackung und Plattform zehren deine Marge auf)
- Hoher Bestellwert: Pasta, Pizza, Sharing Platters
- Transportiert gut: kein Salat, der schlapp wird, keine Pommes, die weich werden
- Leicht zu portionieren: keine Steaks, die du perfekt grillen musst
💡 Beispiel: Pizza vs. Salat
Pizza Margherita (€14,50):
- Foodcost: €2,90 (20%)
- Plattform + Verpackung: €4,83
- Gewinn: €6,77 (47%)
Caesar Salat (€12,50):
- Foodcost: €4,20 (34%)
- Plattform + Verpackung: €4,33
- Gewinn: €3,97 (32%)
Pizza bringt €2,80 mehr Gewinn pro Bestellung
Drei Szenarien, um Lieferung rentabel zu machen
Szenario 1: Erhöhe deine Preise für Lieferung
Viele Restaurants berechnen 10-15% extra für Lieferung. Das kompensiert die Plattformgebühren teilweise.
Szenario 2: Erstelle ein Lieferungs-only-Menü
Wähle nur Gerichte aus, die gut transportieren und niedrige Foodcost haben. Biete nicht dein volles Menü an.
Szenario 3: Erhöhe deinen durchschnittlichen Bestellwert
Pushe für Bundles, Vorspeisen, Desserts. Je höher der Bestellwert, desto mehr werden die festen Kosten (Verpackung) verteilt.
💡 Beispiel: Mindestbestellwert-Effekt
Bestellung €15: Verpackung €1,20 = 8% des Umsatzes
Bestellung €30: Verpackung €1,20 = 4% des Umsatzes
Doppelter Bestellwert halbiert deine Verpackungskosten als Prozentsatz
Wann es sinnvoll ist, Lieferung zu beenden
Manchmal ist Lieferung einfach nicht rentabel für dein Konzept. Höre auf, wenn:
- Deine Nettomarge unter 15% fällt (nach allen Kosten)
- Es deine Küche überfordert und deine Restaurant-Gäste leiden darunter
- Dein Team gestresst ist durch die zusätzliche Belastung ohne zusätzlichen Gewinn
- Dein durchschnittlicher Bestellwert unter €20 bleibt, trotz Bemühungen
Lieferung muss Geld bringen, nicht nur Umsatz. Wenn es Stress kostet und keinen Gewinn bringt, konzentriere dich besser auf deine Restaurant-Gäste, die gute Margen liefern.
Wie berechnest du deinen echten Liefergewinn? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Lieferkosten vom letzten Monat
Addiere: Plattformgebühren (Provisionen von Lieferando/Uber Eats), Verpackungskosten (Behälter, Tüten, Besteck) und eventuell gewährte Rabatte. Das sind deine 'versteckten' Kosten, die nicht in deiner Foodcost enthalten sind.
Berechne deine echte Marge pro Lieferbestellung
Nimm deinen durchschnittlichen Bestellwert und ziehe ab: Plattformgebühren (15-30%), Verpackungskosten (€0,80-€1,50), Foodcost dieser Gerichte und einen Teil der Arbeitskosten. Was übrig bleibt, ist dein echter Gewinn pro Bestellung.
Vergleiche mit deiner Restaurant-Marge und entscheide
Wenn deine Liefermarge unter 20% liegt, während deine Restaurant-Marge 40%+ ist, erwäge dann eine Preiserhöhung für Lieferung, ein begrenztes Menü oder das Einstellen von Lieferungen. Konzentriere dich auf das, was am meisten bringt.
✨ Pro tip
Überprüfe jeden Monat deine Top 5 Liefergerichte: welche haben die beste Nettomarge nach allen Kosten? Konzentriere dein Online-Marketing auf diese Gerichte und entferne unrentable Artikel von deinem Liefermenü.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Prozent Provision verlangen Lieferplattformen?
Lieferando und Uber Eats verlangen normalerweise 15-30% Provision über den gesamten Bestellwert inklusive MwSt. Der genaue Prozentsatz hängt von deinem Vertrag und deinem Volumen ab.
Kann ich unterschiedliche Preise für Lieferung und mein Restaurant berechnen?
Ja, das ist erlaubt. Viele Restaurants berechnen 10-15% extra für Lieferung, um Plattformgebühren zu kompensieren. Mache das deutlich auf deinem Online-Menü.
Was sind realistische Verpackungskosten pro Bestellung?
Rechne mit €0,80-€1,50 pro Bestellung für Behälter, Tüten und Besteck. Bei größeren Bestellungen (mehrere Gerichte) können die Kosten bis zu €2,50 pro Bestellung betragen.
Wann ist Lieferung rentabel?
Wenn du nach allen Kosten (Plattform, Verpackung, Food, Arbeit) noch mindestens 15-20% Nettomarge behältst. Bei niedrigeren Margen ist Lieferung hauptsächlich Umsatz ohne Gewinn.
Muss ich alle Gerichte für Lieferung anbieten?
Nein, konzentriere dich auf Gerichte, die gut transportieren und niedrige Foodcost haben (unter 25%). Salate, perfekte Steaks und empfindliche Gerichte sind oft nicht rentabel für Lieferung.
Wie erhöhe ich meinen durchschnittlichen Lieferbestellwert?
Biete Bundles an (Hauptgericht + Vorspeise + Getränk), setze Mindestbestellwerte, und pushe für Beilagen und Desserts. Jeder zusätzliche Euro verteilt deine festen Kosten.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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