📝 Einkauf, Lieferanten & Strategie · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie berechne ich die Marge auf ein Gericht, bei dem ich Großmengen in kleine Chargen verarbeite?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 13 Mar 2026

Großmengen-Einkauf scheint immer günstiger zu sein, aber deine Marge hängt davon ab, wie du die Verarbeitung berechnest. Viele Unternehmer vergessen die Zeit und Verschwendung, die beim Aufteilen großer Mengen in kleine Portionen entsteht. Hier lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächliche Marge bei Gerichten berechnest, bei denen du Großmengen verarbeitest.

Warum Großmengen-Einkauf deine Marge ruinieren kann

Du kaufst 10 kg Rindfleisch, weil es pro Kilo €3 günstiger ist. Klingt clever. Aber dann rechnest du zu Hause nach und deine Marge ist niedriger als erwartet. Wie kann das sein?

⚠️ Achtung:

Bei der Verarbeitung von Großmengen entstehen Kosten, die du beim normalen Einkauf nicht hast: zusätzliche Arbeitszeit, mehr Verschwendung, längere Lagerung.

Die versteckten Kosten der Großmengen-Verarbeitung

Wenn du Großmengen in kleine Chargen verarbeitest, entstehen vier Kostenpositionen:

  • Zusätzliche Arbeitszeit: Schneiden, Portionieren, Verpacken kostet Zeit
  • Mehr Verschwendung: Größere Mengen bedeuten mehr Schnittabfall
  • Lagerungskosten: Mehr Kühlraum, längeres Haltbarkeitrisiko
  • Verpackungsmaterial: Vakuumbeutel, Etiketten, Behälter

💡 Beispiel:

Du kaufst 10 kg Rindfleisch à €18/kg (normalerweise €21/kg). Du sparst €30 beim Einkauf.

  • Zusätzliche Arbeitszeit: 2 Stunden à €20/Stunde = €40
  • Verpackungsmaterial: €8
  • 5% zusätzliche Verschwendung: €9

Tatsächliche Ersparnis: €30 - €57 = -€27 Verlust

Die richtige Formel für die Großmengen-Marge

Für eine faire Margenberechnung addierst du alle Kosten:

Tatsächliche Kostpreis = (Einkaufspreis + Arbeitszeit + Verpackung + Zusätzliche Verschwendung) / Nettogewicht

💡 Beispielberechnung:

10 kg Rindfleisch verarbeitet zu 40 Portionen à 200g:

  • Einkauf: 10 kg × €18 = €180
  • Arbeitszeit: 2 Stunden × €20 = €40
  • Verpackung: €8
  • Verschwendung: 15% = 1,5 kg Verlust
  • Netto: 8,5 kg = 42,5 Portionen

Kostpreis pro Portion: €228 / 42,5 = €5,36

Bei normalem Einkauf: €21/kg = €4,20 pro Portion

Wann sich Großmengen-Einkauf lohnt

Großmengen-Verarbeitung kann vorteilhaft sein, wenn:

  • Dein Rabatt mindestens 20% auf den Einkaufspreis beträgt
  • Dein Team Erfahrung mit effizientem Portionieren hat
  • Du ausreichend Kühlraum für gute Lagerung hast
  • Du mindestens 2× pro Woche verarbeitest (frische Produkte)

⚠️ Achtung:

Rechne immer mit deinem tatsächlichen Stundensatz, inklusive Arbeitgeberabgaben. Das liegt oft zwischen €18-25 pro Stunde.

Alternative: Vorportionierter Einkauf

Viele Lieferanten bieten heutzutage vorportionierte Produkte an. Der Preis liegt zwischen Großmengen und Einzelhandel, aber du hast keine Verarbeitungskosten.

💡 Vergleich:

Rindfleisch 200g Portionen:

  • Großmengen verarbeitet: €5,36 pro Portion
  • Vorportioniert: €4,80 pro Portion
  • Kleine Mengen: €4,20 pro Portion

Vorportioniert ist hier am günstigsten

Wie du das in der Praxis verfolgst

Erstelle ein einfaches Rechenblatt, in dem du alle Kosten erfasst. Aktualisiere es jedes Mal, wenn du Großmengen verarbeitest, damit du lernst, was sich lohnt und was nicht.

Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du verschiedene Einkaufsmethoden vergleichen und die tatsächliche Kostpreis pro Gericht verfolgen, inklusive Verarbeitungskosten.

Wie berechnest du die Marge bei Großmengen-Verarbeitung? (Schritt für Schritt)

1

Berechne alle Einkaufskosten

Addiere: Einkaufspreis Produkt + Arbeitszeit (Stunden × Stundensatz) + Verpackungsmaterial + eventuell weitere Kosten wie Transport. Vergiss nicht, deinen tatsächlichen Stundensatz zu verwenden, inklusive Arbeitgeberabgaben.

2

Messe die tatsächliche Ausbeute

Wiege das Nettogewicht nach der Verarbeitung. Ziehe Verschwendung, Schnittabfall und unbrauchbare Teile vom Einkaufsgewicht ab. Das gibt dir die tatsächliche Anzahl der Portionen, die du verkaufen kannst.

3

Berechne den Kostpreis pro Portion

Teile die Gesamtkosten durch die Anzahl der brauchbaren Portionen. Vergleiche dies mit dem Kostpreis beim normalen Einkauf, um zu sehen, ob Großmengen-Verarbeitung tatsächlich günstiger ist.

✨ Pro tip

Teste Großmengen-Verarbeitung zunächst mit einem Produkt über einen Monat. Messe alles: Zeit, Verschwendung, Qualität. Nur wenn die Zahlen stimmen, erweitere auf andere Produkte.

Selbst berechnen?

In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.

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Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich meinen tatsächlichen Stundensatz für Verarbeitungszeit?

Nimm dein Bruttogehalt + 30% Arbeitgeberabgaben. Ein Koch mit €2800 brutto kostet dich €3640 pro Monat. Bei 160 Stunden = €22,75 pro Stunde Verarbeitungskosten.

Welches Verschwendungspercentage sollte ich bei Großmengen-Verarbeitung anrechnen?

Rechne mit 10-20% zusätzlicher Verschwendung bei Großmengen-Verarbeitung im Vergleich zu kleinen Mengen. Unerfahrene Teams können auf 25% oder mehr Verschwendung kommen.

Wann ist Großmengen-Einkauf immer eine schlechte Idee?

Bei frischen Produkten mit kurzer Haltbarkeit, wenn du kein erfahrenes Team hast, oder wenn dein Rabatt weniger als 15% beträgt. Die Verarbeitungskosten sind dann höher als deine Ersparnis.

Sollte ich Lagerungskosten in meine Berechnung einbeziehen?

Ja, wenn du zusätzlichen Kühlraum mieten musst oder wenn Produkte länger lagern als normal. Rechne €0,10-0,20 pro kg pro Tag für professionelle Kühlung.

Wie oft sollte ich meine Großmengen-Verarbeitungskosten neu berechnen?

Mindestens 1× pro Quartal, oder sofort wenn dein Lieferant Preise ändert. Lohnkosten und Verschwendungspercentage ändern sich auch regelmäßig.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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