📝 Szenarien & Entscheidungshilfen · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie gehst du mit Gerichten um, die viel Handarbeit...

📝 Von Jeffrey Smit · aktualisiert 07 Apr 2026

Direkte Antwort
Gerichte mit viel Handarbeit, aber niedrigen Margen sind ein klassisches Dilemma. Sie kosten viel Zeit, bringen aber wenig ein - wodurch du pro Teller eigentlich Geld verlierst. In diesem Artikel lernst du, wie du diese Gerichte analysierst und Entscheidungen triffst, die deine Rentabilität verbessern.

Gerichte mit viel Handarbeit, aber niedrigen Margen sind ein klassisches Dilemma. Sie kosten viel Zeit, bringen aber wenig ein - wodurch du pro Teller eigentlich Geld verlierst. In diesem Artikel lernst du, wie du diese Gerichte analysierst und Entscheidungen triffst, die deine Rentabilität verbessern.

Erkenne das Problem: Handarbeit kostet Geld

Viele Restaurantbesitzer denken nur an Lebensmittelkosten. Aber Handarbeit kostet auch Geld - nämlich Arbeitskosten. Ein Gericht, das 45 Minuten Vorbereitung erfordert, kostet viel mehr als nur die Zutaten.

? Beispiel:

Rinderfilet Wellington - Menüpreis €38,00 (exkl. MwSt. €34,86):

  • Zutaten: €12,50
  • Vorbereitung: 45 Minuten à €18/Stunde = €13,50
  • Gesamtkosten: €26,00

Tatsächliche 'Lebensmittelkosten': 74,6% - viel zu hoch!

Berechne die tatsächlichen Kosten

Für einen fairen Vergleich musst du die Arbeitszeit in deinen Kostpreis einbeziehen. Verwende diese Formel:

Gesamtkosten = Lebensmittelkosten + (Vorbereitungszeit × Stundensatz Chef)

⚠️ Achtung:

Rechne nicht nur die Zubereitungszeit während des Service, sondern auch die Mise-en-Place-Zeit früher am Tag. Diese Zeit kostet auch Geld.

Vier Optionen für problematische Gerichte

Wenn ein Gericht zu viel Handarbeit für das erfordert, was es einbringt, hast du vier Möglichkeiten:

  • Preis erhöhen: Berechne einen fairen Preis, der die Arbeit deckt
  • Prozess vereinfachen: Finde Wege, um die Vorbereitungszeit zu verkürzen
  • Zutaten anpassen: Verwende günstigere Alternativen ohne Qualitätsverlust
  • Von der Karte nehmen: Ersetze durch rentablere Alternative

? Beispiel Prozessverbesserung:

Ravioli handgemacht vs. frische gekaufte Ravioli:

  • Handgemacht: 2 Stunden Arbeit für 40 Portionen = €36 Arbeit
  • Frisch gekauft: €1,20 extra pro Portion = €48 für 40 Portionen
  • Unterschied: €12 Vorteil für handgemacht

Aber: Der Chef hat 2 Stunden Zeit für andere Aufgaben. Was bringt das ein?

Die 80/20-Regel anwenden

Konzentriere dich zuerst auf deine meistverkauften Gerichte. Wenn du 5 beliebte Gerichte optimierst, löst du wahrscheinlich 80% deines Rentabilitätsproblems.

Überprüfe, welche Gerichte:

  • Viel bestellt werden (hohe Auswirkung)
  • Viel Handarbeit kosten (lange Arbeitszeit)
  • Niedrige Marge haben (unter 65% nach Arbeitskosten)

Praktische Entscheidungshilfe

Verwende diesen einfachen Test für jedes problematische Gericht:

? Entscheidungsmatrix:

  • Beliebt + Niedrige Marge: Preis erhöhen oder Prozess verbessern
  • Beliebt + Hohe Marge: Behalten, eventuell bewerben
  • Nicht beliebt + Niedrige Marge: Von der Karte nehmen
  • Nicht beliebt + Hohe Marge: Mehr bewerben oder ersetzen

Alternativen entwickeln

Wenn du ein arbeitsintensives Gericht entfernst, ersetze es durch etwas, das:

  • Weniger Vorbereitung erfordert
  • Den gleichen Preis verlangen kann
  • Denselben Kundentyp anspricht
  • Zutaten nutzt, die du bereits einkaufst

⚠️ Achtung:

Teste neue Gerichte zuerst als Spezial, bevor du sie endgültig auf die Karte setzt. So siehst du, ob Gäste sie akzeptieren, ohne deine ganze Karte umzugestalten.

Wie analysierst du arbeitsintensive Gerichte? (Schritt für Schritt)

1

Messe die tatsächliche Vorbereitungszeit

Zeitmesse, wie viele Minuten jedes Gericht tatsächlich an Vorbereitung kostet. Zähle sowohl Mise-en-Place als auch Zubereitung während des Service ein. Notiere dies für deine 10 meistverkauften Gerichte.

2

Berechne die Arbeitskosten pro Gericht

Multipliziere die Vorbereitungszeit mit dem Stundensatz deines Chefs (normalerweise €16-22/Stunde). Addiere dies zu den Lebensmittelkosten für den tatsächlichen Kostpreis pro Gericht.

3

Bestimme, welche Gerichte problematisch sind

Gerichte, bei denen Zutaten + Arbeitskosten zusammen mehr als 65% des Verkaufspreises (exkl. MwSt.) ausmachen, bringen zu wenig ein. Diese musst du anpacken oder von der Karte nehmen.

✨ Pro tip

Überprüfe zuerst deine 3 meistverkauften Gerichte. Wenn diese in Bezug auf Arbeitskosten gut sind, hast du 70% deines Problems gelöst. Den Rest kannst du dann Schritt für Schritt angehen.

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Häufig gestellte Fragen

Muss ich immer Arbeitskosten in meinen Kostpreis einbeziehen?
Bei Gerichten mit viel Handarbeit ja. Bei einfachen Gerichten (Salat, Carpaccio) kannst du dich auf Lebensmittelkosten beschränken, aber bei komplexer Zubereitung gibt das ein verzerrtes Bild.
Was ist, wenn Gäste wütend werden, weil ich ein beliebtes Gericht wegnehme?
Versuche zuerst, den Preis zu erhöhen oder den Prozess zu vereinfachen. Wenn du es trotzdem weghimmst, führe eine ähnliche Alternative ein und erkläre, dass du die Qualität bewahren möchtest.
Wie berechne ich den Stundensatz meines Chefs?
Teile das Bruttogehalt durch die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden pro Monat. Addiere 30-40% für Arbeitgeberabgaben (Sozialversicherung, Urlaubsgeld usw.). Normalerweise kommst du auf €16-22 pro Stunde.
Kann ich nicht einfach alle Preise erhöhen?
Das funktioniert nur, wenn deine Konkurrenten auch teure arbeitsintensive Gerichte haben. Überprüfe zuerst, was vergleichbare Restaurants für ähnliche Gerichte in deiner Gegend verlangen.
Wann ist ein Gericht zu arbeitsintensiv?
Als Faustregel: Gerichte, die mehr als 30 Minuten Vorbereitung pro Portion kosten, müssen mindestens €28-32 einbringen, um rentabel zu sein. Sonst wird die Arbeitszeit zu teuer.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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