Ein Teehaus hat eine einzigartige Kostenstruktur, bei der du die Marge auf Tee und kleine Leckereien zusammen berechnest. Viele Teehauseigentümer vergessen die niedrige Marge auf Tee in ihrer Gesamtberechnung, wodurch sie zu wenig verdienen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die Marge für dein Teehaus-Konzept berechnest.
Warum die Teehaus-Marge anders ist
Ein Teehaus unterscheidet sich von einem Restaurant, weil dein Hauptprodukt (Tee) eine sehr niedrige Kostpreis hat, aber auch einen niedrigeren Verkaufspreis. Dein Geschäftsmodell hängt von der Kombination aus Tee und kleinen Leckereien ab.
💡 Beispiel typischer Teehaus-Umsatz:
- Tee: 60% der Anzahl der Artikel, 35% des Umsatzes
- Gebäck/Kekse: 30% der Anzahl der Artikel, 45% des Umsatzes
- Lunch-Artikel: 10% der Anzahl der Artikel, 20% des Umsatzes
Berechne deine Foodcost pro Produktgruppe
Bei einem Teehaus berechnest du die Marge pro Produktkategorie separat, da sie stark unterscheiden:
- Tee: Niedriger Kostpreis (€0,15-0,40 pro Kanne), niedriger Verkaufspreis (€2,50-4,50)
- Gebäck: Höherer Kostpreis (€1,20-2,80 pro Stück), höherer Verkaufspreis (€3,50-6,50)
- Herzhafte Snacks: Variabler Kostpreis (€0,80-3,20), Verkaufspreis (€2,50-8,50)
💡 Beispiel Margenberechnung Tee:
Earl Grey Tee verkaufst du für €3,20 (inkl. 9% MwSt.)
- Verkaufspreis exkl. MwSt.: €3,20 / 1,09 = €2,94
- Kostpreis Teebeutel + Wasser + Milch/Zucker: €0,25
- Foodcost: (€0,25 / €2,94) × 100 = 8,5%
Marge: 91,5% - extrem hoch!
Gemischte Marge berechnen
Deine Gesamtmarge für das Teehaus berechnest du, indem du alle Produktgruppen zusammennimmst, gewichtet nach Umsatzanteil.
💡 Beispiel Gesamtberechnung:
Tagesumsatz €450 (exkl. MwSt.):
- Tee: €160 Umsatz, €15 Einkauf = 9,4% Foodcost
- Gebäck: €200 Umsatz, €65 Einkauf = 32,5% Foodcost
- Lunch: €90 Umsatz, €28 Einkauf = 31,1% Foodcost
Gesamt: €108 Einkauf auf €450 Umsatz = 24% Foodcost
Gesamtmarge: 76%
Spezielle Aufmerksamkeitspunkte für Teehäuser
Bei einem Teehaus gibt es zusätzliche Kostenpositionen, die deine Marge beeinflussen:
- Verpackung: Teebeutel, Geschirr, Servietten kosten €0,05-0,15 pro Kunde
- Frische Produkte: Gebäck hat kurze Haltbarkeit, plane deinen Einkauf sorgfältig
- Saisonale Schwankungen: Winter = mehr warmer Tee, Sommer = Eistee und kalte Getränke
- Verweilzeit: Gäste bleiben lange sitzen, berechne Umsatz pro Stunde pro Tisch
⚠️ Achtung:
Rechne Verpackungskosten (Teebeutel, Zuckertütchen) in deinen Kostpreis ein. Bei 200 Tassen Tee pro Tag kostet dich das €30-60 pro Monat extra.
Optimierungstipps für die Teehaus-Marge
Erhöhe deine Marge durch intelligente Steuerung des Produktmix:
- Bewirbe Premium-Tees: Spezial-Tees haben oft einen höheren Verkaufspreis bei gleichem Kostpreis
- Selbstgebackenes Gebäck: Selbst backen gibt 15-25% bessere Marge als eingekauftes
- Tee-Gebäck-Kombinationen: Paketangebote erhöhen den durchschnittlichen Bon
- Saisonale Karte: Heiße Schokolade im Winter, Eistee im Sommer
💡 Beispiel Optimierung:
Wenn 30% deiner Gäste ein Stück Kuchen dazubestellen:
- Zusätzlicher Umsatz: €4,50 pro Kuchen (exkl. MwSt.: €4,13)
- Zusätzliche Kosten: €1,40 pro Kuchen
- Zusätzliche Marge: €2,73 pro Kuchen = 66% Marge
Bei 60 zusätzlichen Kuchen pro Woche = €8.500 zusätzliche Marge pro Jahr!
Benchmark-Zahlen für Teehäuser
Übliche Margen für Teehäuser:
- Nur Tee: 85-95% Marge
- Eingekauftes Gebäck: 65-75% Marge
- Selbstgebackenes: 75-85% Marge
- Gesamtes Teehaus-Konzept: 70-80% Marge
Wenn du unter 65% Gesamtmarge liegst, überprüfe deinen Einkauf und Produktmix. Teehäuser können hohe Margen erreichen durch den niedrigen Kostpreis von Tee.
Wie berechnest du deine Teehaus-Marge? (Schritt für Schritt)
Teile deinen Umsatz pro Produktgruppe auf
Unterteile deinen Tagesumsatz in Tee, Gebäck, Lunch-Artikel und sonstige Produkte. Notiere für jede Gruppe den Umsatz exkl. MwSt. (dividiert durch 1,09). Dies gibt dir Einblick, wo du Geld verdienst.
Berechne Kostpreis pro Produktgruppe
Addiere für jede Gruppe alle Einkaufskosten: Zutaten, Verpackung und eventuell Extras wie Zucker und Milch. Vergiss nicht die kleinen Kostenpositionen wie Teebeutel und Servietten einzurechnen.
Berechne gewichtete Gesamtmarge
Berechne pro Gruppe: (Einkaufskosten / Umsatz exkl. MwSt.) × 100 = Foodcost %. Deine Gesamtmarge = 100% - gewichteter Durchschnitt der Foodcost aller Gruppen zusammen. Das ist deine echte Teehaus-Marge.
✨ Pro tip
Verfolge, wie viel Prozent deiner Tee-Kunden auch etwas dazubestellen. Wenn dies unter 70% liegt, kannst du deinen Umsatz pro Kunde mit intelligenter Zusatzverkauf und Kombi-Angeboten erhöhen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Warum ist meine Teehaus-Marge so niedrig, obwohl Tee günstig ist?
Deine Marge wird wahrscheinlich durch teure eingekaufte Gebäckstücke oder einen falschen Produktmix gedrückt. Überprüfe, ob du genug Tee im Verhältnis zu teureren Produkten verkaufst, und erwäge, selbst zu backen für bessere Margen.
Muss ich Verpackungskosten in meinen Kostpreis einrechnen?
Ja, unbedingt. Teebeutel, Zuckertütchen, Rührstäbchen und Servietten kosten €0,05-0,15 pro Kunde. Bei 1000 Kunden pro Monat sind das €50-150 zusätzliche Kosten, die deine Marge drücken, wenn du sie nicht einrechnest.
Wie oft sollte ich meine Teehaus-Preise anpassen?
Überprüfe deine Margen alle 3 Monate, besonders bei eingekauftem Gebäck. Lieferanten erhöhen regelmäßig Preise, und frische Produkte sind anfällig für saisonale Schwankungen. Tee-Preise sind stabiler und müssen weniger oft angepasst werden.
Was ist eine gute Foodcost für ein Teehaus?
Eine Gesamtfoodcost von 20-30% ist für Teehäuser üblich. Tee allein hat 5-15% Foodcost, aber Gebäck und Lunch-Artikel treiben dies in die Höhe. Strebe maximal 25% insgesamt für gesunde Margen an.
Lohnt es sich, selbst zu backen für mein Teehaus?
Oft ja. Selbstgebackene Torten und Kekse haben 15-25% bessere Marge als eingekaufte, plus du hast Kontrolle über Qualität und Zutaten. Rechne aber Arbeitskosten und zusätzliche Ausrüstung in deine Berechnung ein.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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