Kindermenüs haben oft eine Foodcost von 40-50%, während deine Erwachsenengerichte bei etwa 30% liegen. Das liegt daran, dass du kleinere Portionen zu freundlichen Preisen servierst, aber die Zutaten pro Gramm genauso teuer sind. In diesem Artikel lernst du, wie du dieses Problem angehst, ohne dein familienfreundliches Image zu verlieren.
Warum Kindermenüs oft Verlustbringer sind
Das Problem liegt in der Psychologie der Kinderpreise. Du möchtest Familien anlocken, also hältst du die Preise niedrig. Aber eine Hähnchennugget kostet pro Gramm genauso viel wie ein Erwachsenen-Hähnchenbrust.
💡 Beispiel:
Kindermenü Hähnchennuggets mit Pommes (€8,50 inkl. MwSt.):
- Verkaufspreis exkl. MwSt.: €7,80
- 4 Hähnchennuggets: €2,40
- Pommes: €0,80
- Apfelmus: €0,60
- Getränk: €0,40
Foodcost: (€4,20 / €7,80) × 100 = 53,8%
Das ist viel zu hoch. Bei jedem verkauften Kindermenü machst du Verlust.
Die versteckten Kosten von Kindermenüs
Es geht nicht nur um die Zutaten. Kindermenüs haben zusätzliche Kosten, die du oft vergisst einzurechnen:
- Verpackung: Spezielle Teller, Becher, Besteck
- Zeit: Kinder haben oft spezielle Wünsche
- Verschwendung: Kinder essen nicht immer ihren Teller leer
- Präsentation: Schöne Garnierung, speziell angerichtet
⚠️ Achtung:
Rechne auch das Getränk in deine Foodcost ein. Ein Glas Limonade für €2,50 hat oft eine Kostpreis von €0,40. Das hilft deiner Gesamtmarge beim Kindermenü.
Drei Strategien zur Lösung
Du hast drei Optionen, um deine Kindermenüs rentabel zu machen, ohne Familien zu verlieren:
Strategie 1: Intelligente Zutaten
Verwende günstigere Zutaten, die Kinder gerne essen:
- Pasta statt Pommes: Pasta kostet €0,30/Portion, Pommes €0,80
- Hähnchen statt Rind: Hähnchenbrust €12/kg, Rind €24/kg
- Gemüse, das Kinder mögen: Möhre, Gurke, Kirschtomaten
- Selbstgemachte Saucen: Ketchup einkaufen kostet €8/Liter, selbstgemacht €2/Liter
💡 Beispiel angepasstes Kindermenü:
Hähnchenpasta mit Tomatensauce (€8,50 inkl. MwSt.):
- Verkaufspreis exkl. MwSt.: €7,80
- Hähnchenstücke: €1,20
- Pasta: €0,30
- Tomatensauce: €0,40
- Getränk: €0,40
Foodcost: (€2,30 / €7,80) × 100 = 29,5%
Strategie 2: Mit Erwachsenenmenü bündeln
Viele Restaurants bieten Kindermenüs nur bei Bestellung eines Erwachsenen-Hauptgerichts an. Dann kannst du das Kindermenü als Lockangebot nutzen:
- Kindermenü: 50% Foodcost, aber zieht Familien an
- Erwachsenenmenü: 28% Foodcost, kompensiert den Verlust
- Getränke und Desserts: zusätzliche Marge
Strategie 3: Preis anpassen
Manchmal musst du einfach den Preis erhöhen. Mach das intelligent:
- €1-2 dazu: Eltern finden €9,50 immer noch angemessen
- Mehr Wert bieten: Größeres Getränk, Eis dazu, Spielzeug
- Schrittweise: Nicht gleich €3 auf einmal
Wie du die Auswirkungen misst
Berechne, wie viel du pro Monat auf Kindermenüs verlierst:
💡 Berechnung monatlicher Verlust:
Kindermenü €8,50 mit 50% Foodcost:
- Verkaufspreis exkl. MwSt.: €7,80
- Zutatenkosten: €3,90
- Gewünschte Foodcost (30%): €2,34
- Verlust pro Kindermenü: €1,56
Bei 150 Kindermenüs pro Monat: €234 Verlust
Das sind €2.800 pro Jahr. Genug, um etwas zu unternehmen.
Kindermenüs als Marketing-Tool
Vergiss nicht, dass Kindermenüs auch als Marketing-Wert haben:
- Familien kommen öfter: Kinder wollen in ihr Lieblingsrestaurant zurück
- Größere Tische: Familien bestellen mehr Getränke, Beilagen, Desserts
- Mundpropaganda: Eltern empfehlen andere Eltern weiter
- Zukünftige Kunden: Kinder kommen später als Erwachsene zurück
Also ein kleiner Marge-Nachteil kann akzeptabel sein als Teil deiner Gesamtstrategie.
Wie gehst du hohe Kindermenü-Foodcost an? (Schritt für Schritt)
Berechne deine aktuelle Kindermenü-Foodcost
Zähle alle Zutaten deines beliebtesten Kindermenüs zusammen. Teile durch den Verkaufspreis exkl. MwSt. und multipliziere mit 100. Wenn du über 35% kommst, musst du handeln.
Wähle deine Strategie
Entscheide, ob du günstigere Zutaten verwendest, den Preis erhöhst oder Kindermenüs mit Erwachsenengerichten bündelst. Oft ist eine Kombination am besten.
Teste und miss das Ergebnis
Führe die Änderungen durch und miss nach einem Monat deine neue Foodcost. Überprüfe auch, ob du weniger Familien anziehst. Passe bei Bedarf an.
✨ Pro tip
Überprüfe, ob Eltern oft ein Dessert oder zusätzliches Getränk zum Kindermenü bestellen. Dann kannst du eine höhere Foodcost akzeptieren, weil die Gesamttischmarge immer noch gut ist.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine akzeptable Foodcost für Kindermenüs?
Idealerweise unter 35%, aber bis zu 40% kann akzeptabel sein, wenn Kindermenüs Familien anziehen, die auch Erwachsenengerichte bestellen. Über 45% wird problematisch.
Kann ich Kindermenüs einfach teurer machen?
Ja, aber mach es schrittweise. €1-2 mehr fällt meist nicht auf. Biete aber mehr Wert: größeres Getränk, Eis dazu oder schöner angerichteter Teller.
Welche Zutaten sind günstig aber beliebt bei Kindern?
Pasta, Hähnchen, Hackfleisch, Möhre, Gurke, Apfel und Banane. Diese sind relativ günstig und die meisten Kinder mögen sie.
Sollte ich Kindermenüs nur bei Erwachsenengerichten anbieten?
Das kann helfen, den Verlust zu begrenzen. Viele Restaurants machen das bereits. Kommuniziere es klar: 'Kindermenü nur bei Bestellung eines Hauptgerichts'.
Wie rechne ich das Getränk in meine Kindermenü-Foodcost ein?
Wenn das Getränk zum Menü gehört, rechne die Kostpreis ein. Ein Glas Limonade kostet oft €0,30-0,50 an Sirup und Wasser. Das hilft deiner Gesamtmarge.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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