Tägliche oder wöchentliche Einkäufe können tausende Euro pro Jahr sparen. Viele Restaurantbesitzer entscheiden nach Gefühl, aber die Zahlen lügen nicht. In diesem Artikel berechnest du genau, was für deine Küche am günstigsten ist.
Die Gesamtkosten von Einkäufen
Beim Einkaufen schaust du nicht nur auf den Einkaufspreis. Es kommen viele versteckte Kosten hinzu:
- Zeitkosten: Wie viele Stunden brauchst du zum Bestellen, Empfangen, Kontrollieren?
- Lagerkosten: Mehr Vorrat = mehr Kühlraum nötig
- Verschwendung: Längere Lagerung = höheres Risiko für Verderb
- Cashflow: Mehr Einkäufe = mehr Geld in Vorrat gebunden
- Lieferkosten: Manche Lieferanten berechnen pro Lieferung
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer rechnen nur mit dem Einkaufspreis und vergessen die versteckten Kosten. Dadurch wirkt wöchentlicher Einkauf immer günstiger.
Berechne deine Zeitkosten pro Bestellung
Zeit ist Geld. Messe, wie viel Zeit eine Bestellung kostet:
- Bestellen (Produkte auswählen, Mengen bestimmen): 15-30 Min
- Empfangen (kontrollieren, einräumen): 20-45 Min
- Verwaltung (Rechnung kontrollieren, buchen): 10-15 Min
Formel Zeitkosten: Gesamtzeit × dein Stundensatz = Kosten pro Bestellung
💡 Beispiel:
Eine Bestellung kostet dich 1 Stunde. Du rechnest €25/Stunde für deine Zeit.
- Täglich (6x/Woche): €25 × 6 = €150/Woche
- Wöchentlich (1x/Woche): €25 × 1 = €25/Woche
Unterschied: €125/Woche = €6.500/Jahr
Berechne deine Lagerkosten
Mehr Vorrat bedeutet mehr Kühlraum, mehr Strom, mehr Risiko für Diebstahl oder Verderb.
Übliche Lagerkosten: 15-25% des Vorratswerts pro Jahr
💡 Beispiel:
Dein durchschnittlicher Vorratswert:
- Tägliche Einkäufe: €2.000 durchschnittlich
- Wöchentliche Einkäufe: €8.000 durchschnittlich
Lagerkosten bei 20%:
- Täglich: €2.000 × 20% = €400/Jahr
- Wöchentlich: €8.000 × 20% = €1.600/Jahr
Unterschied: €1.200/Jahr
Berechne Verschwendungskosten
Je länger du Produkte lagerst, desto höher das Risiko für Verderb. Besonders bei frischen Produkten.
Übliche Verschwendung:
- Frisches Gemüse: 5-15% bei täglichen Einkäufen, 15-25% bei wöchentlichen
- Fleisch/Fisch: 2-8% bei täglichen Einkäufen, 8-15% bei wöchentlichen
- Milchprodukte: 3-10% bei täglichen Einkäufen, 10-20% bei wöchentlichen
💡 Beispiel:
Wöchentlicher Einkauf frischer Produkte: €3.000
- Verschwendung täglich: 8% = €240/Woche
- Verschwendung wöchentlich: 18% = €540/Woche
Unterschied: €300/Woche = €15.600/Jahr
Berechne Lieferkosten
Manche Lieferanten berechnen pro Lieferung. Andere haben einen Mindestbestellwert.
- Feste Lieferkosten: €15-50 pro Lieferung
- Mindestbestellwert: €150-500 pro Bestellung
- Rabatte: Oft bei größeren Bestellungen
⚠️ Achtung:
Prüfe, ob dein Lieferant Rabatte bei größeren Bestellungen gibt. Manchmal ist 5% Rabatt auf eine Wochenbestellung mehr wert als die zusätzlichen Lagerkosten.
Die Gesamtberechnung
Addiere alle Kosten, um zu sehen, was wirklich günstiger ist:
Tägliche Einkäufe:
- Zeitkosten: höher (mehr Bestellungen)
- Lagerkosten: niedriger (weniger Vorrat)
- Verschwendungskosten: niedriger
- Lieferkosten: höher (mehr Lieferungen)
- Einkaufspreise: oft höher (kleinere Mengen)
Wöchentliche Einkäufe:
- Zeitkosten: niedriger (weniger Bestellungen)
- Lagerkosten: höher (mehr Vorrat)
- Verschwendungskosten: höher
- Lieferkosten: niedriger (weniger Lieferungen)
- Einkaufspreise: oft niedriger (größere Mengen)
💡 Gesamtbeispiel:
Restaurant mit €20.000 monatlichem Einkauf:
Tägliche Einkäufe:
- Zeitkosten: €6.500/Jahr
- Lagerkosten: €400/Jahr
- Verschwendung: €12.480/Jahr (8%)
- Lieferkosten: €1.560/Jahr
Wöchentliche Einkäufe:
- Zeitkosten: €1.300/Jahr
- Lagerkosten: €1.600/Jahr
- Verschwendung: €28.080/Jahr (18%)
- Lieferkosten: €520/Jahr
Täglich ist €10.540/Jahr günstiger!
Wann wöchentlich trotzdem besser sein kann
Wöchentliche Einkäufe können vorteilhafter sein, wenn:
- Du hauptsächlich haltbare Produkte verwendest (Pasta, Reis, Konserven)
- Du eine ausgezeichnete Lagerkontrolle hast
- Dein Lieferant große Mengenrabatte gibt (10%+)
- Du sehr begrenzte Kühlkapazität hast (Lagerkosten nicht relevant)
- Du weit entfernt von Lieferanten bist (hohe Lieferkosten pro Mal)
Der optimale Kompromiss
Viele Restaurants wählen eine Mischung:
- Täglich: Frische Produkte (Fisch, Gemüse, Milchprodukte)
- Wöchentlich: Haltbare Produkte (Trockenwaren, Konserven)
- Monatlich: Reinigungsmittel, Papier
Das gibt dir die Vorteile beider Systeme ohne die Nachteile.
Wie berechnest du, was günstiger ist? (Schritt für Schritt)
Messe deine Zeitkosten pro Bestellung
Notiere eine Woche lang, wie viel Zeit jede Bestellung kostet: Bestellen, Empfangen, Einräumen und Verwaltung. Multipliziere dies mit deinem Stundensatz, um die Kosten pro Bestellung zu erhalten.
Berechne deinen durchschnittlichen Vorratswert
Addiere jede Woche deinen Vorratswert. Berechne den Durchschnitt über einen Monat. Multipliziere dies mit 20%, um deine jährlichen Lagerkosten zu erhalten.
Messe dein Verschwendungspercentage
Notiere 4 Wochen lang, was du wegwirfst und warum. Berechne den Prozentsatz deines Einkaufs, der verschwendet wird. Multipliziere dies mit deinem Jahreseinkauf, um die Gesamtverschwendungskosten zu erhalten.
Vergleiche die Gesamtkosten
Addiere alle Kosten: Zeit, Lagerung, Verschwendung und Lieferkosten. Vergleiche tägliche vs. wöchentliche Einkäufe. Der Unterschied kann tausende Euro pro Jahr ausmachen.
✨ Pro tip
Erstelle eine Excel-Tabelle mit allen Kosten und spiele mit den Zahlen. Oft ist eine Mischung aus täglichen und wöchentlichen Einkäufen am günstigsten: frische Produkte täglich, haltbare Produkte wöchentlich.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich alle Produkte auf die gleiche Weise einkaufen?
Nein, verwende eine Mischung. Kaufe frische Produkte täglich und haltbare Produkte wöchentlich. Das gibt dir die Vorteile beider Systeme.
Wie berechne ich meinen Stundensatz für Zeitkosten?
Nimm dein Monatsgehalt und teile es durch deine Arbeitsstunden pro Monat. Oder verwende €20-30/Stunde als Durchschnitt für einen Restaurantbesitzer.
Was ist, wenn mein Lieferant Mindestbestellwerte hat?
Rechne aus, ob du bei täglichen Einkäufen den Mindestbestellwert erreichst. Wenn nicht, musst du seltener bestellen oder einen anderen Lieferanten suchen.
Wie vermeide ich Verschwendung bei wöchentlichen Einkäufen?
Plane deine Menüs im Voraus, verwende FIFO (First In, First Out) und kontrolliere täglich die Haltbarkeit. Gute Planung kann Verschwendung halbieren.
Gibt es noch andere Kosten, die ich berücksichtigen sollte?
Ja, denke an Cashflow (Geld, das in Vorrat gebunden ist), Versicherungen und eventuell Zinsen auf Kredite für große Vorratskäufe.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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