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📝 Spezifische Küchentypen & Konzepte · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie berechne ich die Marge auf einem Fine-Dining-Degustationsmenü mit sieben Gängen?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 15 Mar 2026

Ein Fine-Dining-Degustationsmenü hat eine komplexere Kostenkalkulation als À-la-carte-Gerichte. Du musst die gesamten Ingredienzenkosten aller sieben Gänge addieren und durch den Menüpreis teilen. Die Herausforderung liegt in den kleinen Portionen, teuren Zutaten und der Tatsache, dass Gäste das komplette Menü bekommen - du kannst nicht pro einzelnem Gericht steuern.

Warum Fine Dining anders ist

Bei einem Degustationsmenü verkaufst du keine einzelnen Gerichte, sondern ein Gesamterlebnis. Das bedeutet, dass du die Marge über das gesamte Menü berechnen musst, nicht pro Gang. Außerdem verwendest du oft teure Zutaten in kleinen Mengen, was die Kosten pro Gramm deutlich erhöht.

💡 Beispiel:

Siebengang-Menü für €95,00 (inkl. 9% MwSt.):

  • Gang 1 (Amuse): €2,80
  • Gang 2 (Vorspeise): €5,20
  • Gang 3 (Fisch): €8,40
  • Gang 4 (Fleisch): €12,60
  • Gang 5 (Käse): €4,10
  • Gang 6 (Dessert): €3,90
  • Gang 7 (Mignardises): €1,80

Gesamte Ingredienzenkosten: €38,80

Die richtige Lebensmittelkostenberechnung

Für Fine Dining rechnest du immer ohne MwSt. Das Menü von €95,00 inkl. MwSt. wird zu €87,16 ohne MwSt. (€95,00 ÷ 1,09). Mit Ingredienzenkosten von €38,80 erreichst du eine Lebensmittelkostenquote von 44,5%. Das klingt hoch, aber für Fine Dining ist 40-50% normal wegen der Qualität der Zutaten.

⚠️ Achtung:

Vergiss nicht die Kosten für Brot, Butter, Olivenöl und andere 'kostenlose' Beilagen einzurechnen. Diese können schnell €2-3 pro Couvert kosten.

Spezielle Zutaten und Portionsgrößen

Fine Dining verwendet oft teure Zutaten wie Trüffel, Kaviar oder Wagyu-Rind. Ein Gramm Trüffel kostet €3-4, aber du verwendest nur 2-3 Gramm pro Teller. Berechne diese Kosten genau - ein kleiner Fehler in der Menge kann deine Marge komplett durcheinander bringen.

  • Wiege Zutaten in Grammen, nicht in 'Prisen' oder 'Schüssen'
  • Rechne Garnituren und Dekoration ein (Microgreens, essbare Blüten)
  • Zähle Saucen und Öle, die auf den Teller gehen
  • Vergiss nicht die Kosten für spezielles Salz oder Pfeffer

Wein-Speisen-Kombinationen einbeziehen

Viele Fine-Dining-Restaurants verkaufen das Menü mit passenden Weinen. Dies beeinflusst deine Gesamtmarge. Wein hat normalerweise eine niedrigere Kostenquote (15-25%) als Essen, daher kann ein Wein-Speisen-Arrangement deine Gesamtmarge verbessern.

💡 Beispiel:

Menü + Wein-Arrangement für €140,00 (inkl. 21% MwSt. auf Wein):

  • Menü: €87,16 ohne MwSt., Zutaten €38,80
  • Wein: €37,19 ohne MwSt., Einkauf €9,30

Gesamte Lebensmittelkostenquote: (€38,80 + €9,30) ÷ €124,35 = 38,7%

Saisonale Anpassungen

Fine-Dining-Menüs wechseln oft je nach Saison. Dadurch ändern sich deine Ingredienzenkosten regelmäßig. Spargel im Mai kostet €8/kg, im Dezember €35/kg. Plane deine Menüänderungen und berechne deine Kosten bei jeder Anpassung neu.

Personal und Präsentation

Obwohl nicht direkt Teil der Lebensmittelkosten, erfordert Fine Dining mehr Personal pro Couvert. Du brauchst mehr Köche für die komplexe Zubereitung und mehr Bedienung für die Erklärung der Gerichte. Berücksichtige dies in deiner Gesamtgewinnberechnung.

Wie berechnest du die Marge auf einem Degustationsmenü? (Schritt für Schritt)

1

Sammle alle Ingredienzenkosten

Erstelle eine Liste aller Zutaten pro Gang, einschließlich Garnituren, Saucen und Öle. Wiege alles in Grammen und berechne die genauen Kosten pro Portion. Vergiss nicht die 'kostenlosen' Beilagen wie Brot und Butter.

2

Addiere alle Gänge zusammen

Summiere die Ingredienzenkosten aller sieben Gänge plus eventuelle Extras. Dies gibt dir die gesamten Lebensmittelkosten pro Menü. Überprüfe, ob du nichts vergessen hast, indem du jeden Teller durchgehst.

3

Berechne die Lebensmittelkostenquote

Teile die gesamten Ingredienzenkosten durch den Menüpreis ohne MwSt. und multipliziere mit 100. Für Fine Dining ist eine Lebensmittelkostenquote von 40-50% normal wegen der Qualität der Zutaten.

✨ Pro tip

Mache Fotos von jedem Gang während der Mise-en-place und notiere die genauen Mengen. Dies hilft deinem Team, konsistent zu bleiben und verhindert, dass Portionen unbemerkt größer werden.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist eine normale Lebensmittelkostenquote für Fine Dining?

Fine Dining hat normalerweise eine Lebensmittelkostenquote zwischen 40-50%, höher als Casual Dining (28-35%). Dies liegt an den teuren Zutaten und kleinen Portionen mit aufwändiger Zubereitung.

Muss ich die Kosten für Brot und Butter einrechnen?

Ja, alle 'kostenlosen' Beilagen zählen zu deiner Lebensmittelkostenquote. Brot, Butter, Olivenöl und Amuses kosten schnell €2-3 pro Couvert und beeinflussen deine Marge.

Wie gehe ich mit teuren Zutaten wie Trüffel um?

Wiege diese Zutaten genau in Grammen und berechne die Kosten pro Gramm. Ein Gramm Trüffel kostet €3-4, daher kann ein Fehler von 1 Gramm €3 Unterschied pro Teller ausmachen.

Kann ich die Marge erhöhen, ohne die Qualität zu verlieren?

Konzentriere dich auf saisonale Zutaten, die günstiger sind, optimiere die Portionsgrößen teurer Zutaten, und erwäge ein Wein-Arrangement, das deine Gesamtmarge verbessert.

Wie oft muss ich meine Kosten neu berechnen?

Bei jeder Menüänderung und mindestens vierteljährlich. Fine-Dining-Zutaten schwanken stark im Preis, besonders Saisonprodukte und importierte Zutaten.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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