Kindermenüs wirken einfach und günstig, können aber deinen Gewinn machen oder brechen. Viele Restaurantbesitzer setzen sie auf die Karte, ohne nachzurechnen, wodurch sie pro Kinderportion Geld verlieren. In diesem Artikel erfährst du, warum Kindermenüs oft überraschend teuer sind und wie du sie rentabel machst.
Warum Kindermenüs teurer sind als du denkst
Ein Kindermenü für €8,50 wirkt wie ein Selbstläufer. Kleine Portion, niedriger Preis, zufriedene Eltern. Aber in der Praxis geht bei der Berechnung oft viel schief.
💡 Beispiel:
Kindermenü Schnitzel mit Pommes für €8,50:
- Schnitzel (100g): €2,10
- Pommes (150g): €0,45
- Apfelmus: €0,35
- Garnitur: €0,25
Gesamtzutaten: €3,15
Lebensmittelkosten: €3,15 / €7,80 (ohne MwSt.) = 40,4%
Das ist viel zu hoch. Die meisten Restaurants streben 28-35% Lebensmittelkosten an. Bei 40% verdienst du mit diesem Gericht kaum etwas.
Die versteckten Kosten von Kindermenüs
Das Problem liegt oft in Details, die du übersehen kannst:
- Großzügige Portionen: "Es ist ja nur ein Kind" bedeutet oft, dass der Koch extra Fleisch gibt
- Teure Zutaten: Kroketten, Schnitzel und Nuggets kosten pro Gramm mehr als du denkst
- Extras: Apfelmus, Mayonnaise, Ketchup addieren sich
- Verschwendung: Kinder essen nicht immer alles auf, aber du kannst es nicht weiterverwenden
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit dem Preis ohne MwSt. €8,50 inklusive MwSt. sind €7,80 ohne MwSt. Viele Unternehmer vergessen das und denken, ihre Lebensmittelkosten sind niedriger als sie wirklich sind.
Wo es oft schiefgeht
Die meisten Probleme entstehen, weil Kindermenüs als Nebensache behandelt werden:
- Keine Kostenkalkulation: "Kleine Portion = niedrige Kosten" stimmt nicht immer
- Konkurrenzpreise: "Der Nachbar macht €8, wir auch" ohne deine eigenen Kosten zu prüfen
- Keine Portionskontrolle: Jeder Koch gibt eine andere Menge
- Falsche Zutaten: Teure Fertigprodukte statt Selbermachen
💡 Beispiel, was schiefgeht:
Restaurant mit 20 Kindermenüs pro Woche:
- Angestrebte Lebensmittelkosten: 30% (€2,34 pro Portion)
- Tatsächliche Kosten: 40% (€3,12 pro Portion)
- Verlust pro Portion: €0,78
Pro Jahr: €0,78 × 20 × 52 = €811 Verlust
Wie du Kindermenüs wirklich rentabel machst
Kindermenüs können sehr rentabel sein, wenn du es richtig angehst:
- Intelligente Zutaten: Nutze günstige Grundprodukte wie Pasta, Kartoffeln, Hähnchen
- Eigenherstellung: Selbstgemachte Nuggets kosten €1,20/Portion vs. €2,40 für Tiefkühl
- Richtige Portionen: 80-120 Gramm Fleisch reichen für ein Kind von 6-12 Jahren
- Gewinndenken: Berechne zuerst deine Kosten, dann deinen Verkaufspreis
💡 Rentables Kindermenü Beispiel:
Pasta Bolognese Kindermenü für €7,50:
- Pasta (80g): €0,18
- Bolognesesoße (60g): €0,85
- Käse (15g): €0,35
- Garnitur: €0,12
Gesamt: €1,50 = 21,8% Lebensmittelkosten
Das ist eine gesunde Marge!
Die Auswirkung auf deinen Gesamtumsatz
Kindermenüs haben mehr Einfluss als du denkst. Familien wählen ein Restaurant oft, weil es kinderfreundlich ist. Ein gutes Kindermenü sorgt dafür, dass Eltern wiederkommen.
Aber es funktioniert auch umgekehrt: Wenn du bei Kindermenüs Verlust machst, frisst das deinen Gewinn bei anderen Gerichten auf. Bei 30 Kindermenüs pro Woche und €1 Verlust pro Portion kostet dich das €1.560 pro Jahr.
Deshalb lohnt es sich, Kindermenüs genauso ernst zu nehmen wie deine anderen Gerichte. Berechne die Kostenkalkulation, kontrolliere die Portionen und sorge dafür, dass du damit Geld verdienst.
Wie berechnest du die Rentabilität deiner Kindermenüs?
Sammle alle Zutatenkosten
Liste alle Zutaten auf, die auf den Teller kommen, einschließlich Saucen, Garnitur und Butter. Berechne die genauen Kosten pro Portion basierend auf deinen Einkaufspreisen.
Berechne deinen Lebensmittelkostenanteil
Teile deine gesamten Zutatenkosten durch deinen Verkaufspreis ohne MwSt. und multipliziere mit 100. Bei €2,50 Kosten und €7,50 Verkauf: (€2,50 / €6,88) × 100 = 36,3%.
Optimiere bei Bedarf
Wenn du über 35% Lebensmittelkosten kommst, passe dann deine Zutaten, Portionen oder Preis an. Schau nach günstigeren Alternativen oder erhöhe deinen Verkaufspreis um €1-2.
✨ Pro tip
Überprüfe deine 3 beliebtesten Kindermenüs auf Lebensmittelkosten. Wenn diese unter 32% liegen, hast du wahrscheinlich dein ganzes Kindermenü unter Kontrolle.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Was ist ein gesunder Lebensmittelkostenanteil für Kindermenüs?
Bei Kindermenüs kannst du auf 25-32% Lebensmittelkosten abzielen. Das ist etwas niedriger als bei regulären Gerichten, weil du oft einfachere Zutaten wie Pasta, Kartoffeln und Hähnchen verwendest.
Muss ich MwSt. in meine Berechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit dem Preis ohne MwSt. Ein Kindermenü von €8,50 sind €7,80 ohne 9% MwSt. Wenn du mit dem Preis inklusive MwSt. rechnest, wirken deine Lebensmittelkosten niedriger als sie wirklich sind.
Wie verhindere ich, dass Portionen zu groß werden?
Nutze feste Portionslöffel oder wiege Zutaten ab. Schule dein Küchenpersonal auf die richtigen Mengen. 80-120 Gramm Fleisch und 150 Gramm Beilage reichen für Kinder.
Ist es besser, Fertigprodukte oder Selbermachen?
Selbermachen ist meist günstiger und gesünder. Eigene Nuggets kosten €1,20 pro Portion vs. €2,40 für Tiefkühl. Bei 20 Portionen pro Woche sparst du damit €1.248 pro Jahr.
Was, wenn Eltern sich über den Preis beschweren?
Erkläre, was drin ist: frische Zutaten, gute Portionen, gesunde Zubereitung. Ein Kindermenü für €8-9 ist fair, wenn die Qualität stimmt. Günstiger bedeutet meist, dass du Verlust machst.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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