Verschwendungsdaten sind dein stärkstes Argument für kleinere, häufigere Lieferungen. Viele Lieferanten wollen große Bestellungen, aber du zahlst den Preis für Verderb. Indem du deine Verschwendung in Euro berechnest, kannst du zeigen, dass kleinere Bestellungen für beide Seiten vorteilhafter sind.
Warum Lieferanten große Bestellungen wollen
Lieferanten verdienen mehr mit großen Bestellungen. Ihre Transportkosten bleiben gleich, aber der Bestellwert steigt. Für dich bedeutet das oft zu viel Lagerbestand, der verderblich ist.
⚠️ Achtung:
Ein Lieferant, der nur große Bestellungen akzeptiert, verlagert sein Lagerrisiko auf dich. Du trägst die Kosten für Verderb und Verschwendung.
Sammle deine Verschwendungsdaten
Beginne damit, zu verfolgen, was du wegwirfst und warum. Teile dies in Kategorien auf:
- Verderb durch zu lange Lagerung: Produkte, die über das Verfallsdatum hinausgehen
- Überproduktion: Zu viel für die Nachfrage eingekauft
- Qualitätsverlust: Produkte, die nicht mehr verkauft werden können
- Saisoneffekt: Produkte, die plötzlich weniger beliebt sind
💡 Beispiel:
Restaurant mit großen Fischbestellungen (1x pro Woche, 15kg):
- Eingekauft: 15kg Lachs à €22/kg = €330
- Verschwendet durch Verderb: 2kg = €44
- Verschwendet durch Qualitätsverlust: 1kg = €22
Verschwendung pro Woche: €66 (20% des Einkaufs)
Berechne Verschwendung in Jahreszahlen um
Lieferanten denken in Volumen und Jahresumsatz. Mache deine Verschwendung beeindruckend, indem du sie hochrechnest:
Formel: Wöchentliche Verschwendung × 52 Wochen = Jährliche Verschwendung
💡 Beispielberechnung:
Dasselbe Restaurant wie oben:
- Verschwendung pro Woche: €66
- Pro Jahr: €66 × 52 = €3.432
- Das sind 156kg Lachs, die in den Müll gehen
Argument: "Ich werfe jährlich €3.400 eures Lachses weg, weil die Bestellungen zu groß sind."
Berechne die Kosten kleinerer Bestellungen
Viele Lieferanten berechnen zusätzliche Kosten für kleinere oder häufigere Lieferungen. Berechne, was das kostet, im Vergleich zu deiner aktuellen Verschwendung:
- Zusätzliche Lieferkosten: zum Beispiel €15 pro zusätzliche Lieferung
- Höherer Kilopreis: manchmal 5-10% teurer bei kleineren Mengen
- Verwaltungskosten: mehr Rechnungen und Bestellungen
💡 Beispielvergleich:
Aktuelle Situation (1x pro Woche, 15kg):
- Einkauf: €330
- Verschwendung: €66
- Gesamtkosten: €396
Alternative (2x pro Woche, 8kg):
- Einkauf: 16kg × €23 = €368 (etwas teurer pro kg)
- Zusätzliche Lieferung: €15
- Verschwendung: €15 (viel weniger Verderb)
- Gesamtkosten: €398
Unterschied: nur €2 teurer, aber 75% weniger Verschwendung
Präsentiere es als Win-Win
Gehe nicht in Konflikt mit deinem Lieferanten. Präsentiere es als einen Vorschlag, der für beide Seiten vorteilhaft ist:
- Für dich: weniger Verschwendung, besserer Cashflow, frischere Produkte
- Für ihn: loyalerer Kunde, vorhersehbarere Abnahme, weniger Qualitätsbeschwerden
- Für beide: bessere Zusammenarbeit und weniger Risiko
⚠️ Achtung:
Komme nicht mit Forderungen, sondern mit einem Vorschlag. "Können wir das 2 Monate lang versuchen?" funktioniert besser als "Ihr müsst kleinere Bestellungen akzeptieren."
Nutze Saisondaten als zusätzliches Argument
Viel Verschwendung entsteht durch Saisonwechsel. Zeige, wie kleinere Bestellungen dir helfen, besser auf Nachfrageveränderungen zu reagieren:
- Sommerprodukte, die im September plötzlich weniger verkauft werden
- Wintergerichte, die Anfang März nicht mehr laufen
- Feiertagseffekte auf bestimmte Zutaten
Mit kleineren, häufigeren Bestellungen kannst du schneller umschalten, ohne große Lagerbestände, die wertlos werden.
Wie bereitest du das Lieferantengespräch vor? (Schritt für Schritt)
Sammle 4-6 Wochen Verschwendungsdaten
Verfolge, was du wegwirfst, warum und was es gekostet hat. Notiere Datum, Produkt, Menge und Grund (Verderb, Überproduktion, Qualität). Das gibt dir konkrete Zahlen zum Verhandeln.
Berechne Verschwendung in Euro pro Jahr um
Multipliziere deine durchschnittliche wöchentliche Verschwendung mit 52. Das macht die Auswirkung größer und beeindruckender. Ein Lieferant versteht €3.000 pro Jahr besser als €60 pro Woche.
Berechne die Kosten kleinerer Bestellungen
Frage deinen Lieferanten, was kleinere, häufigere Lieferungen kosten würden. Berechne das gegen deine aktuelle Verschwendung. Oft ist der Unterschied kleiner als du denkst, während dein Risiko viel niedriger wird.
✨ Pro tip
Starte das Gespräch mit: "Ich möchte gerne mehr bei euch bestellen, aber in kleineren Mengen." Dieser Rahmen macht deinen Lieferanten sofort positiver, als wenn du mit Problemen anfängst.
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In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist, wenn mein Lieferant kleinere Bestellungen ablehnt?
Suche nach Kompromissen: vielleicht 2x pro Woche statt 1x, oder eine Mischung aus haltbaren und frischen Produkten. Wenn er wirklich ablehnt, erwäge einen flexibleren Lieferanten.
Wie lange sollte ich Verschwendungsdaten vor einem Gespräch sammeln?
Mindestens 4 Wochen, besser 6-8 Wochen. Das gibt dir einen zuverlässigen Durchschnitt und zeigt Saisoneffekte. Zu kurze Daten können zufällig hoch oder niedrig sein.
Sollte ich alle Lieferanten gleichzeitig ansprechen?
Beginne mit deinem größten Lieferanten oder dem, bei dem du am meisten verschwendest. Wenn das erfolgreich ist, nutze das als Beispiel für andere Lieferanten.
Was ist, wenn kleinere Bestellungen am Ende teurer sind?
Dann hast du zumindest konkrete Zahlen. Manchmal ist etwas teurer einkaufen günstiger als viel wegzuwerfen. Plus: du hast immer frische Produkte und bessere Qualität.
Wie verhindere ich, dass Lieferanten denken, ich bestelle weniger?
Betone, dass du das gleiche Volumen möchtest, nur anders verteilt. Du möchtest mehr Lieferungen, nicht weniger Umsatz. Das beruhigt sie bezüglich ihrer Einnahmen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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