Eine Preiserhöhung kann deinen Gewinn drastisch verbessern, aber nur wenn du es richtig machst. Viele Unternehmer haben Angst vor Preiserhöhungen und verlieren dadurch tausende Euro pro Jahr. In diesem Artikel lernst du, genau zu berechnen, was eine Preiserhöhung deiner Bestseller bringt und wie du das ohne Kundenverlust machst.
Warum deine Bestseller die größte Auswirkung haben
Deine Top 5 Bestseller sorgen wahrscheinlich für 60-80% deines Umsatzes. Eine kleine Preiserhöhung bei diesen Gerichten hat daher eine enorme Auswirkung auf deinen Gesamtgewinn. Es ist viel effektiver, als alle Preise ein bisschen zu erhöhen.
💡 Beispiel:
Restaurant mit 5 Bestsellern, je 20 Portionen pro Woche:
- Aktueller Preis: €24,00 pro Gericht
- Neuer Preis: €26,00 (+€2,00)
- Extra pro Woche: 5 × 20 × €2,00 = €200
Extra pro Jahr: €200 × 52 = €10.400
Berechne deine aktuelle Situation
Vor jeder Preiserhöhung musst du erst wissen, wo du gerade stehst. Sammle von deinen 5 Bestsellern:
- Aktueller Verkaufspreis (inklusive VAT)
- Anzahl Portionen pro Woche (Durchschnitt der letzten 3 Monate)
- Kostpreis Zutaten pro Portion
- Aktueller Lebensmittelkostenanteil
Diese Daten brauchst du, um zu berechnen, was eine Preiserhöhung bringt und ob du noch Spielraum zum Erhöhen hast.
Die Formel für zusätzlichen Gewinn
Die Berechnung ist einfach aber kraftvoll:
Zusätzlicher Gewinn pro Jahr = Preiserhöhung × Portionen pro Woche × 52 Wochen
💡 Beispielberechnung:
Steak (Bestseller #1):
- Aktueller Preis: €32,00
- Neuer Preis: €34,00 (+€2,00)
- Verkauf: 35 Portionen/Woche
Zusätzlicher Gewinn: €2,00 × 35 × 52 = €3.640 pro Jahr
Wie viel kannst du erhöhen ohne Kunden zu verlieren?
Untersuchungen zeigen, dass Preiserhöhungen von 8-12% meist keinen merklichen Effekt auf die Bestellmenge haben, besonders bei beliebten Gerichten. Gäste bestellen ihr Lieblingsgericht auch, wenn es etwas teurer wird.
⚠️ Achtung:
Erhöhe nicht alle Preise auf einmal. Starten mit deinen 2-3 absoluten Bestsellern und beobachte 4-6 Wochen lang die Auswirkung auf Bestellungen.
Überprüfe deinen Lebensmittelkostenanteil nach Preiserhöhung
Eine Preiserhöhung verbessert automatisch deinen Lebensmittelkostenanteil. Berechne das vorher:
Neuer Lebensmittelkostenanteil % = (Kostpreis Zutaten / Neuer Verkaufspreis ohne VAT) × 100
💡 Beispiel Lebensmittelkostenanteil-Verbesserung:
Pasta Carbonara:
- Kostpreis Zutaten: €6,50
- Alter Preis: €22,00 (€20,18 ohne VAT) → 32,2% Lebensmittelkostenanteil
- Neuer Preis: €24,00 (€22,02 ohne VAT) → 29,5% Lebensmittelkostenanteil
Lebensmittelkostenanteil-Verbesserung: 2,7 Prozentpunkte
Zeitpunkt von Preiserhöhungen
Der richtige Zeitpunkt macht viel Unterschied für die Akzeptanz:
- Neue Speisekarte: Idealer Zeitpunkt, niemand vergleicht direkt
- Saisonwechsel: Natürlicher Moment für Anpassungen
- Nach Renovierung/Neugestaltung: Gäste erwarten Veränderungen
- Vermeiden: Januar (Menschen sind nach den Feiertagen sparsam)
Beobachte die Auswirkung
Nach einer Preiserhöhung musst du 4-6 Wochen lang die Auswirkung beobachten:
- Anzahl Bestellungen pro Gericht (pro Woche)
- Gesamtumsatz dieser Gerichte
- Reaktionen von Gästen (direkt oder über Bewertungen)
- Verschiebung zu anderen Gerichten
Wenn die Bestellungen um mehr als 15% sinken, war die Erhöhung zu groß. Dann kannst du einen Zwischenschritt machen oder zeitlich eine Aktion durchführen.
Nutze Tools für genaue Berechnungen
Manuelles Erfassen von Portionen, Kostpreisen und Lebensmittelkostenprozentsätzen kostet viel Zeit und ist fehleranfällig. Eine App wie KitchenNmbrs zeigt direkt die Auswirkung von Preisänderungen auf deine Margen und hilft dir, die optimalen Verkaufspreise zu berechnen.
Wie berechnest du die Auswirkung einer Preiserhöhung? (Schritt für Schritt)
Sammle Daten von deinen Top 5 Bestsellern
Notiere von jedem Gericht: aktueller Verkaufspreis, durchschnittliche Anzahl Portionen pro Woche (über 3 Monate), und Kostpreis aller Zutaten. Diese Basisdaten brauchst du für jede Berechnung.
Berechne die neuen Lebensmittelkostenprozentsätze
Für jeden neuen Preis: teile Kostpreis Zutaten durch neuen Verkaufspreis (ohne VAT) und multipliziere mit 100. Überprüfe, ob du unter 35% Lebensmittelkostenanteil bleibst.
Berechne den zusätzlichen Gewinn pro Jahr
Multipliziere die Preiserhöhung mit Anzahl Portionen pro Woche und mit 52. Addiere den zusätzlichen Gewinn aller 5 Gerichte zusammen für deine gesamte jährliche Gewinnsteigerung.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einem Bestseller als Test. Erhöhen Sie den Preis um €1-2 und beobachten Sie 4 Wochen lang. Wenn Bestellungen gleich bleiben, hast du einen Beweis, dass du deine anderen Bestseller auch erhöhen kannst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Um wie viel Prozent kann ich meine Preise erhöhen ohne Kunden zu verlieren?
Untersuchungen zeigen, dass Preiserhöhungen von 8-12% bei beliebten Gerichten meist keinen merklichen Effekt auf Bestellungen haben. Starten Sie konservativ mit 5-8% und beobachten Sie die Auswirkung.
Muss ich alle Bestseller gleichzeitig teurer machen?
Nein, starten Sie mit deinen 2-3 absoluten Top-Sellern und warten Sie 4-6 Wochen. Wenn es keinen negativen Effekt auf Bestellungen gibt, kannst du die anderen Bestseller auch erhöhen.
Was wenn mein Lebensmittelkostenanteil bereits hoch ist, kann ich dann noch erhöhen?
Wenn dein Lebensmittelkostenanteil über 35% liegt, ist eine Preiserhöhung besonders wichtig. Jeder Euro zusätzlich verbessert deine Marge direkt und bringt deinen Lebensmittelkostenanteil auf ein gesünderes Niveau.
Wie sage ich Gästen von der Preiserhöhung?
Sagen Sie es nicht aktiv - stellen Sie einfach neue Speisekarten auf. Wenn jemand fragt, erklären Sie, dass Zutatenprise gestiegen sind und Sie die Qualität beibehalten möchten.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Preiserhöhung?
Bei einer neuen Speisekarte, Saisonwechsel oder nach Renovierung. Vermeiden Sie Januar (Menschen sind nach den Feiertagen sparsam) und Sommerferien (weniger Stammgäste).
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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