Lieferpreise zu berechnen ist komplex, da du neben Zutaten auch Verpackung und Plattformgebühren berücksichtigen musst. Viele Restaurants vergessen diese zusätzlichen Kosten, wodurch sie bei jeder Lieferbestellung Geld verlieren. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du einen rentablen Lieferpreis berechnest.
Warum separate Lieferpreise notwendig sind
Lieferung hat andere Kosten als das Essen im Restaurant. Plattformen wie Thuisbezorgd und Uber Eats berechnen Provisionen, du hast Verpackungskosten und brauchst oft weniger Personal. Das erfordert eine andere Preisstrategie.
⚠️ Achtung:
Plattformen berechnen Provisionen auf den gesamten Bestellwert inklusive MwSt. Das bedeutet, dass deine tatsächliche Marge niedriger ist als du denkst.
Die Komponenten eines Lieferpreises
Ein Lieferpreis besteht aus mehreren Teilen, die du alle berücksichtigen musst:
- Zutatenkosten: Gleich wie in deinem Restaurant
- Verpackungskosten: Boxen, Tüten, Besteck, Servietten
- Plattformprovision: 15-30% des Bestellwerts
- Gewinnmarge: Um deine anderen Kosten zu decken
💡 Beispiel Verpackungskosten:
Für eine Pasta Carbonara:
- Aluminiumbehälter: €0,35
- Deckel: €0,15
- Plastikgabel: €0,05
- Serviette: €0,02
- Papiertüte: €0,08
Gesamte Verpackung: €0,65
Formel für Lieferpreis
Die Grundformel für einen rentablen Lieferpreis:
Lieferpreis = (Zutatenkosten + Verpackungskosten + Gewünschter Gewinn) / (1 - Plattformprovision%)
Diese Formel stellt sicher, dass du nach Abzug aller Kosten immer noch deine gewünschte Marge behältst.
💡 Beispielberechnung:
Pasta Carbonara Lieferpreis bei 25% Plattformprovision:
- Zutaten: €5,10
- Verpackung: €0,65
- Gewünschter Gewinn: €9,25
- Zwischensumme: €15,00
Lieferpreis: €15,00 / (1 - 0,25) = €15,00 / 0,75 = €20,00
Kontrolle: €20,00 - 25% Provision (€5,00) = €15,00 Netto
Unterschied zur Restaurantpreis
Dein Lieferpreis wird oft höher als dein Restaurantpreis sein. Das ist normal und logisch. Gäste akzeptieren das, weil sie die Bequemlichkeit der Lieferung bezahlen.
Übliche Unterschiede:
- 10-20% höher: Bei niedriger Plattformprovision
- 20-35% höher: Bei hoher Plattformprovision und teurer Verpackung
- Gleicher Preis: Nur wenn du weniger Personal brauchst
💡 Beispiel Preisunterschied:
Gleiche Pasta Carbonara:
- Restaurantpreis: €16,50
- Lieferpreis: €20,00
- Unterschied: €3,50 (21% höher)
Dieser Unterschied deckt Verpackung (€0,65) und zusätzliche Plattformkosten (€2,85)
MwSt. bei Lieferung
Lieferung fällt unter den gleichen MwSt.-Satz wie das Essen im Restaurant: 9% MwSt. Du musst also keine separate MwSt.-Berechnung durchführen.
⚠️ Achtung:
Plattformen zeigen oft Preise inklusive MwSt. Rechne für deine Kostenberechnung immer ohne MwSt.: €20,00 / 1,09 = €18,35 ohne MwSt.
Verschiedene Plattformen, verschiedene Preise
Jede Plattform hat unterschiedliche Provisionssätze. Du darfst verschiedene Preise pro Plattform festlegen, solange du dies deutlich kommunizierst.
- Thuisbezorgd: Oft 12-15% für etablierte Restaurants
- Uber Eats: Oft 15-30% je nach deinem Deal
- Eigene Website: Keine Plattformkosten, kann günstiger sein
Überprüfe deine Marge regelmäßig
Plattformen ändern manchmal ihre Provisionssätze. Überprüfe monatlich, ob deine Preise noch stimmen. Eine Steigerung von 2% Provision kann deine Marge erheblich beeinträchtigen.
Wie berechnest du einen rentablen Lieferpreis? (Schritt für Schritt)
Berechne deine Gesamtkosten pro Gericht
Addiere Zutatenkosten und Verpackungskosten. Vergiss nichts: Boxen, Deckel, Besteck, Servietten und Tüten. Messe dies einmal gründlich und verwende es als Standard.
Bestimme deine gewünschte Gewinnmarge
Entscheide, wie viel Gewinn du nach allen Kosten machen möchtest. Für Lieferung ist eine Bruttomarge von 40-50% üblich, um alle Gemeinkosten zu decken. Das wird dein 'gewünschter Gewinn' in der Berechnung.
Wende die Plattformprovisions-Formel an
Teile deine Gesamtkosten + gewünschter Gewinn durch (1 minus die Plattformprovision). Bei 25% Provision: teile durch 0,75. Das ergibt den Preis, den du auf der Plattform setzen musst.
Überprüfe dein Endergebnis
Rechne rückwärts: Ziehe die Plattformprovision von deinem Verkaufspreis ab. Bleibt dir dann genug für Kosten und Gewinn? Wenn nicht, erhöhe deinen Preis oder senke deine Kosten.
✨ Pro tip
Überprüfe deine tatsächliche Provision in deinem Plattform-Dashboard. Viele Restaurants denken, dass sie 15% zahlen, liegen aber durch zusätzliche Kosten oft bei 18-22%. Rechne mit deinem tatsächlichen Prozentsatz.
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Häufig gestellte Fragen
Darf ich verschiedene Preise pro Lieferplattform festlegen?
Ja, das darfst du. Jede Plattform hat unterschiedliche Provisionssätze, also sind verschiedene Preise logisch. Stelle nur sicher, dass Gäste dies sehen, bevor sie bestellen.
Muss ich andere MwSt. für Lieferung berechnen?
Nein, Lieferung fällt unter den gleichen 9% MwSt.-Satz wie das Essen im Restaurant. Du musst keine separate MwSt.-Berechnung durchführen.
Wie viel höher darf mein Lieferpreis als mein Restaurantpreis sein?
Üblich sind 10-35% höher, je nach Plattformkosten und Verpackungskosten. Gäste akzeptieren das, weil sie für die Bequemlichkeit der Lieferung bezahlen.
Wie oft sollte ich meine Lieferpreise anpassen?
Überprüfe monatlich, ob deine Provisionssätze noch stimmen. Plattformen ändern manchmal ihre Bedingungen. Überprüfe auch deine Verpackungskosten bei neuen Lieferanten.
Kann ich meine Verpackungskosten an den Kunden weitergeben?
Ja, aber integriere es in deinen Preis, anstatt es als separate Position zu berechnen. Gäste finden einen 'All-in' Preis klarer als einen Preis plus Verpackungskosten.
Was ist, wenn mein Konkurrent auf der gleichen Plattform günstiger ist?
Konzentriere dich auf deine eigenen Zahlen. Wenn dein Konkurrent Verluste bei Lieferungen macht, musst du das nicht nachmachen. Stelle sicher, dass deine eigenen Preise rentabel sind.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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