Sharing-Gerichte für zwei Personen erfordern eine andere Preisstrategie als einzelne Portionen. Du rechnest nicht einfach 2x die Kostpreis, weil Gäste erwarten, dass Teilen günstiger ist. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du den idealen Preis für Sharing-Gerichte berechnest.
Warum Sharing-Gerichte anders preisen?
Sharing-Gerichte haben eine andere Psychologie als einzelne Portionen. Gäste erwarten, dass sie etwas 'sparen', indem sie teilen, während du als Unternehmer oft sogar eine höhere Marge machen kannst durch klügere Portionsgrößen.
💡 Beispiel:
Einzelne Pasta: 350 Gramm für €18,50
Sharing-Pasta: 550 Gramm für €28,00
Pro Person zahlen Gäste €14,00 statt €18,50 - sie fühlen sich schlauer, du hast niedrigere Lebensmittelkosten pro Euro Umsatz
Die Sharing-Formel
Für Sharing-Gerichte verwendest du eine angepasste Berechnungsmethode:
- Ingredientenkosten = 1,4x bis 1,7x einzelne Portion
- Verkaufspreis = 1,3x bis 1,6x einzelne Portion
- Lebensmittelkosten bleiben gleich oder sinken leicht
⚠️ Achtung:
Rechne immer ohne VAT. Den Preis auf deiner Speisekarte (inkl. 19% VAT) teilst du durch 1,19 für den echten Verkaufspreis.
Schritt-für-Schritt-Berechnung
Beginne mit deinem meistverkauften einzelnen Gericht als Basis. Dann baust du darauf auf:
💡 Praktisches Beispiel:
Basis einzelnes Gericht:
- Ingredientenkosten: €6,50
- Verkaufspreis: €22,00 inkl. VAT = €18,49 ohne VAT
- Lebensmittelkosten: 35,1%
Sharing-Version (Faktor 1,5x Ingredienten):
- Ingredientenkosten: €9,75
- Gewünschte Lebensmittelkosten: 30%
- Mindestpreis ohne VAT: €32,50
- Speisekartpreis: €38,68 → gerundet €38,50
Pro Person: €19,25 - Gäste sparen €2,75 pro Person!
Portionsgrößen bestimmen
Die Kunst liegt in der richtigen Portionsgröße. Zu klein und Gäste fühlen sich betrogen. Zu groß und deine Lebensmittelkosten geraten außer Kontrolle.
- Fleisch/Fisch: 1,4x einzelne Portion (nicht 2x)
- Pasta/Reis: 1,5x einzelne Portion
- Gemüse/Beilagen: 1,6x einzelne Portion
- Saucen: 1,3x einzelne Portion
💡 Warum diese Verhältnisse?
Menschen teilen nicht perfekt 50/50. Die eine Person isst mehr Fleisch, die andere mehr Gemüse. Indem du Fleisch weniger aufschalst als Gemüse, hältst du die Kosten im Griff, während beide Gäste zufrieden sind.
Psychologische Preisgestaltung
Sharing-Gerichte müssen vorteilhaft wirken, auch wenn sie es nicht sein müssen:
- Ersparnis pro Person: mindestens €2,00
- Gesamtpreis: maximal 1,6x einzelner Preis
- Endziffern: verwende ,50 oder ,95 für 'Deal'-Gefühl
⚠️ Vermeide diesen Fehler:
Mache Sharing-Gerichte nie teurer als 2x der einzelne Preis. Gäste rechnen das sofort aus und fühlen sich betrogen.
Testen und Anpassen
Starten Sie mit einer begrenzten Anzahl von Sharing-Optionen und überwachen Sie den Verkauf:
- Verkaufen sie sich gut? → Auf mehr Gerichte ausweiten
- Niedriger Verkauf? → Preis senken oder Portion vergrößern
- Zu beliebt? → Preis vorsichtig erhöhen
Wie berechnest du den idealen Sharing-Preis? (Schritt für Schritt)
Bestimme dein Basis-Einzelgericht
Wähle dein meistverkauftes Einzelgericht als Ausgangspunkt. Notiere die genauen Ingredientenkosten und aktuellen Verkaufspreis ohne VAT. Dies wird dein Referenzpunkt für die Sharing-Version.
Berechne Sharing-Ingredientenkosten
Multipliziere deine Ingredientenkosten mit Faktor 1,4 bis 1,7 (nicht 2,0!). Fleisch und Fisch 1,4x, Pasta und Reis 1,5x, Gemüse 1,6x. Addiere alles für deine gesamten Sharing-Kosten.
Bestimme Verkaufspreis mit Ziel-Lebensmittelkosten
Teile deine Sharing-Ingredientenkosten durch dein gewünschtes Lebensmittelkostenprozentsatz (normalerweise 28-32%). Multipliziere mit 1,19 für VAT. Runde auf ,50 oder ,95 für psychologischen Effekt ab.
✨ Pro tip
Starten Sie mit Sharing-Versionen deiner 3 meistverkauften Gerichte. Wenn diese gut laufen, erweitern Sie dann. Besser 3 erfolgreiche Sharing-Optionen als 10, die nicht verkaufen.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Muss ein Sharing-Gericht immer günstiger pro Person sein?
Ja, Gäste erwarten eine Ersparnis von mindestens €2,00 pro Person. Sonst fühlen sie sich betrogen und wählen einzelne Portionen.
Kann ich einfach 2x die Ingredienten für ein Sharing-Gericht verwenden?
Nein, das wird zu teuer und zu viel Essen. Verwende Faktoren zwischen 1,4x und 1,7x je nach Zutat. Fleisch skaliert am wenigsten, Gemüse am meisten.
Woher weiß ich, ob mein Sharing-Preis richtig ist?
Teste es 4 Wochen. Verkaufen sie sich gut und bleiben deine Lebensmittelkosten unter 35%? Dann stimmt der Preis. Niedriger Verkauf bedeutet oft zu teuer, hoher Verkauf mit schlechter Marge bedeutet zu günstig.
Welche Gerichte eignen sich für Sharing?
Pasta, Pizza, Grill-Platten und Wok-Gerichte funktionieren gut. Vermeide Sharing bei zartem Fisch oder Gerichten, die kalt werden, wie Risotto.
Muss ich Sharing-Preise für Lieferung anders berechnen?
Ja, rechne 10-15% extra für Verpackungskosten und Plattformgebühren. Sharing-Gerichte sind bei Lieferung beliebt, weil Familien zusammen bestellen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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