Rabatte können deinen Cashflow schnell verbessern, kosten dich aber auch Marge. Viele Restaurantbesitzer greifen zu Rabatten, wenn die Kasse leer wird, ohne durchzurechnen, was es wirklich bringt. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du entscheidest, ob Rabatte für deine Situation ein kluger Zug sind.
Wann Rabatte funktionieren und wann nicht
Ein Rabatt ist keine magische Lösung für Cashflow-Probleme. Er funktioniert nur, wenn du mehr Volumen generierst, als du an Marge verlierst.
💡 Beispiel:
Du gibst 20% Rabatt auf alle Hauptgänge. Normalerweise verkaufst du 100 Hauptgänge pro Woche à €25 = €2.500 Umsatz.
- Mit Rabatt: €20 pro Gericht
- Du musst jetzt 125 Gerichte verkaufen für denselben Umsatz
- Das ist 25% mehr Volumen nötig
Frage: Kommen wirklich 25% mehr Gäste wegen deines Rabatts?
Berechne den Break-Even-Punkt deines Rabatts
Für jeden Rabatt kannst du ausrechnen, wie viel zusätzliches Volumen du brauchst, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Formel:
Erforderliche Volumensteigerung = Rabatt-Prozentsatz / (100% - Rabatt-Prozentsatz) × 100%
💡 Beispiele:
- 10% Rabatt: 10 / (100-10) × 100 = 11,1% mehr Volumen
- 20% Rabatt: 20 / (100-20) × 100 = 25% mehr Volumen
- 25% Rabatt: 25 / (100-25) × 100 = 33,3% mehr Volumen
Je höher der Rabatt, desto schwieriger wird es, die Gewinnschwelle zu erreichen.
Überprüfe deine variablen Kosten
Ein Rabatt funktioniert nur, wenn deine variablen Kosten niedrig genug sind. Bei mehr Volumen steigen deine Lebensmittelkosten mit, aber deine Fixkosten (Miete, Personal) bleiben gleich.
- Food Cost unter 30%: Rabatte können funktionieren
- Food Cost über 35%: Gefährlich, wenig Spielraum für Rabatte
- Personalkosten: Kannst du die Belastung mit demselben Team bewältigen?
⚠️ Achtung:
Wenn du zusätzliches Personal für die Belastung einsetzen musst, frisst das deinen Rabatt-Vorteil auf. Rechne das immer in deine Berechnung ein.
Alternative Strategien für schnelle Cashflow-Verbesserung
Rabatte sind nicht die einzige Möglichkeit, schnell Geld hereinzubekommen:
- Vorauszahlung fördern: Geschenkgutscheine mit 10% zusätzlichem Wert
- Upselling: Beilagen, Getränke, Desserts bewerben
- Höherer Tischumsatz: Schnellerer Service = mehr Tische pro Abend
- Weinverkauf: Höhere Marge als Essen, schneller Geld
💡 Beispiel Geschenkgutschein-Aktion:
"Kaufe €100 Geschenkgutschein, erhalte €110 Wert." Das gibt dir sofort €100 Bargeld, und der Gast kommt später wieder.
- Du bekommst jetzt €100 herein
- Später gibst du €110 an Essen aus (kostet dich ~€35 Einkauf)
- Netto-Vorteil: €65 vs. normale €30 Marge auf €100
Teste kleine Rabatte zuerst
Beginne nicht gleich mit 25% Rabatt auf alles. Teste zuerst begrenzte Aktionen:
- Ein Tag pro Woche 15% Rabatt auf Hauptgänge
- Happy Hour mit Rabatten auf Getränke (höhere Marge)
- Mittagsmenü mit festem niedrigem Preis
Messe nach 2 Wochen: Wie viel zusätzliches Volumen? Besserer Cashflow? Wenn ja, dann kannst du ausbauen.
Wann Rabatte gefährlich sind
Höre mit Rabatten auf, wenn:
- Dein Food Cost über 35% steigt
- Dein Team überbelastet wird
- Gäste nur noch mit Rabatt kommen
- Dein Cashflow sich nicht wirklich verbessert
⚠️ Achtung:
Gäste, die nur wegen Rabatten kommen, sind keine echten Kunden. Sie verschwinden, sobald du den Rabatt stoppst. Konzentriere dich lieber auf Wert als auf Preis.
Messe das Ergebnis
Halte diese Zahlen während deiner Rabatt-Periode fest:
- Gesamtumsatz pro Woche
- Anzahl der Couverts
- Durchschnittliche Rechnung
- Gesamtkosten (Essen + zusätzliches Personal)
- Netto-Cashflow
Nur wenn alle Zahlen positiv sind, ist dein Rabatt erfolgreich.
Wie entscheidest du, ob Rabatte klug sind? (Schritt für Schritt)
Berechne deine aktuellen Margen
Überprüfe deinen Food Cost Prozentsatz deiner beliebtesten Gerichte. Wenn dieser über 35% liegt, sind Rabatte riskant. Rechne auch deine gesamten Fixkosten pro Woche aus.
Bestimme das erforderliche zusätzliche Volumen
Verwende die Formel: Rabatt-Prozentsatz / (100% - Rabatt-Prozentsatz) × 100%. Dies zeigt, wie viel Prozent mehr Gäste du brauchst, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Teste mit einer begrenzten Aktion
Starte mit einem Tag pro Woche 15% Rabatt auf Hauptgänge. Messe nach 2 Wochen, ob du wirklich mehr Netto-Cashflow hast. Baue danach auf mehr Tage aus.
✨ Pro tip
Teste Rabatte zuerst auf Getränken während der Happy Hour. Getränke haben oft 20-25% Einkauf, also gibt es mehr Spielraum für Rabatte als bei Essen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Rabatt kann ich maximal geben?
Das hängt von deinen Margen ab. Bei 30% Food Cost kannst du maximal 15-20% Rabatt geben und noch Gewinn machen. Bei 35% Food Cost wird jeder Rabatt über 10% gefährlich.
Funktionieren Rabatte immer für besseren Cashflow?
Nein, nur wenn du genug zusätzliches Volumen generierst. Bei 20% Rabatt brauchst du 25% mehr Gäste, um denselben Umsatz zu erreichen. Das gelingt oft nicht.
Was sind bessere Alternativen zu Rabatten?
Geschenkgutscheine mit zusätzlichem Wert, Upselling von Getränken und Desserts, oder schnellerer Tischumsatz. Diese Strategien verbessern den Cashflow, ohne deine Marge zu senken.
Wie lange sollte ich Rabatte anbieten?
Teste zuerst 2 Wochen. Wenn sich dein Netto-Cashflow nicht verbessert, höre auf. Langfristige Rabatte trainieren Gäste, nur mit Rabatt zu kommen.
Sollte ich Rabatt auf alles oder selektiv geben?
Beginne selektiv mit Gerichten, die niedrige Food Costs haben. Gib niemals Rabatt auf Gerichte mit Food Cost über 35%, denn dann verlierst du garantiert Geld.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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