Eine offene Bar scheint einfach: Gäste trinken unbegrenzt für einen festen Betrag pro Person pro Stunde. Aber viele Gastronomen rechnen falsch und verlieren Geld bei jedem Event. Das Geheimnis liegt in der Berechnung des durchschnittlichen Getränkeverbrauchs, den richtigen Pour Costs und einer Sicherheitsmarge für Vieltrinkende.
Die Grundlagen: Was kostet eine offene Bar wirklich?
Bei einer offenen Bar zahlst du nicht pro Getränk, sondern pro Person pro Zeitraum. Das bedeutet, dass du einschätzen musst, wie viel jemand durchschnittlich in dieser Zeit trinkt, und dann deine Marge draufschlägst.
💡 Beispiel Umtrunk 2 Stunden:
Durchschnittlicher Verbrauch pro Person in 2 Stunden:
- 3 Biere à €2,50 = €7,50
- 1 Wein à €3,00 = €3,00
- 1 Softdrink à €1,50 = €1,50
Gesamter Pour Cost: €12,00 pro Person
Pour Cost für verschiedene Getränke berechnen
Wie bei Lebensmittelkosten beim Essen hast du bei Getränken einen Pour Cost. Das ist, was das Getränk dich wirklich kostet, inklusive der MwSt., die du an deinen Lieferanten zahlst.
- Bier: €2,00 - €3,50 pro Glas (abhängig von Fassbier vs. Flasche)
- Wein: €2,50 - €4,00 pro Glas (bei Flasche von €15-24 ohne MwSt.)
- Softdrink: €1,00 - €2,00 pro Glas
- Kaffee/Tee: €0,75 - €1,25 pro Tasse
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit dem Preis, den du an deinen Lieferanten zahlst, inklusive der MwSt., die du abführst. Für Alkohol sind das 19% MwSt., nicht 7%!
Verbrauchsmuster je nach Dauer
Wie lange die offene Bar dauert, bestimmt, wie viel Menschen trinken. Das sind übliche Durchschnittswerte:
- 1 Stunde: 1,5-2 Getränke pro Person
- 2 Stunden: 3-4 Getränke pro Person
- 3 Stunden: 4-6 Getränke pro Person
- Ganzer Abend (4+ Stunden): 6-8 Getränke pro Person
💡 Beispielrechnung 3 Stunden:
50 Personen, 3 Stunden offene Bar:
- Durchschnittlich 5 Getränke pro Person = 250 Getränke
- 60% Bier (€2,50), 25% Wein (€3,00), 15% Softdrink (€1,50)
- Gewichteter Durchschnitt: €2,48 pro Getränk
Pour Cost: 250 × €2,48 = €620 für 50 Personen
Sicherheitsmarge und Risiken
Manche Gäste trinken viel mehr als der Durchschnitt. Deshalb rechnest du immer eine Sicherheitsmarge von 20-30% zusätzlich zu deinem berechneten Pour Cost ein.
- Geschäftliche Umtrünke: 20% Marge (weniger ausschweifend)
- Hochzeiten/Feste: 30% Marge (festlicher)
- Freitag-Feierabend/informell: 25% Marge (Mittelweg)
Vom Pour Cost zum Verkaufspreis
Deine Gesamtkosten bestehen aus mehr als nur dem Getränk. Rechne auch ein:
- Getränke (Pour Cost): Basisberechnung
- Personal: zusätzliche Barkeeper während der offenen Bar
- Material: zusätzliche Gläser, Servietten, Garnituren
- Marge: dein Gewinn auf dem Arrangement
💡 Vollständige Berechnung:
Offene Bar 2 Stunden, 40 Personen:
- Pour Cost: €12,00 pro Person
- Sicherheitsmarge 25%: €3,00
- Zusätzliches Personal: €2,00 pro Person
- Gewünschte Marge 40%: €6,80
Verkaufspreis: €23,80 pro Person pro 2 Stunden
Verschiedene Pakete anbieten
Viele Gastronomen bieten verschiedene Stufen an, um das Risiko zu verteilen:
- Basis: Bier, Wein, Softdrink (niedrigster Pour Cost)
- Standard: + Kaffee, Tee, Säfte
- Premium: + Premium-Biere, bessere Weine
- Deluxe: + Spirituosen, Cocktails (höchster Pour Cost)
⚠️ Achtung Spirituosen:
Sobald du Spirituosen hinzufügst, steigt dein Pour Cost explosiv. Ein Whisky-Cola kostet dich €4-6, während ein Bier €2,50 kostet. Rechne das gründlich durch!
Wie berechnest du einen rentablen Preis für die offene Bar? (Schritt für Schritt)
Bestimme den durchschnittlichen Verbrauch pro Person pro Stunde
Zähle auf, wie viele Getränke jemand durchschnittlich pro Stunde nimmt. Bei einem geschäftlichen Umtrunk sind das 1,5-2 pro Stunde, bei einem Fest 2-2,5 pro Stunde. Multipliziere mit der Anzahl der Stunden.
Berechne den gewichteten durchschnittlichen Pour Cost
Schätze ein, welcher Prozentsatz Bier, Wein und Softdrink getrunken wird. Rechne den durchschnittlichen Kostpreis: (% Bier × Kostpreis Bier) + (% Wein × Kostpreis Wein) + (% Softdrink × Kostpreis Softdrink).
Addiere Sicherheitsmarge und sonstige Kosten
Rechne 20-30% Sicherheitsmarge für Vieltrinkende ein. Addiere Zusatzpersonal und Materialkosten. Schlage deine gewünschte Gewinnmarge für den endgültigen Verkaufspreis pro Person pro Stunde drauf.
✨ Pro tip
Halte bei jeder offenen Bar fest, wie viel pro Person wirklich getrunken wurde. Nach 5-10 Events weißt du genau, was deine Gäste durchschnittlich konsumieren, und kannst deine Preise schärfer kalkulieren.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Was ist, wenn Gäste viel mehr trinken als erwartet?
Deshalb rechnest du immer eine Sicherheitsmarge von 20-30% ein. Bei geschäftlichen Events ist das normalerweise ausreichend. Bei Festen kannst du eine maximale Stundenanzahl vereinbaren oder eine 'Fair Use'-Klausel hinzufügen.
Muss ich MwSt. auf meinen Preis für die offene Bar berechnen?
Ja, dein Verkaufspreis ist inklusive 19% MwSt. (Gastronomie vor Ort). Aber Achtung: Der Alkohol, den du einkaufst, hat 19% MwSt. Rechne also mit deinen tatsächlichen Einkaufspreisen inklusive dieser 19%.
Wie verhindere ich, dass ich bei Vieltrinkenden Verlust mache?
Baue eine Sicherheitsmarge von mindestens 25% ein. Erwäge auch eine maximale Stundenanzahl oder eine 'angemessene Nutzung'-Klausel in deinem Vertrag. Manche Gastronomen haben ein Maximum von 8-10 Getränken pro Person.
Ist eine offene Bar immer rentabler als einzelne Verkäufe?
Nicht immer. Bei Gruppen, die wenig trinken, machst du Verlust. Bei Gruppen, die viel trinken, machst du Gewinn. Der Durchschnitt muss stimmen. Viele Gastronomen bieten beide Optionen an und lassen den Kunden wählen.
Welcher Pour Cost Prozentsatz ist normal für eine offene Bar?
Bei einer offenen Bar darf dein Pour Cost höher sein als bei normalem Verkauf, da du keine Bedienungskosten pro Getränk hast. 35-45% Pour Cost ist normal, gegenüber 18-25% bei einzelnem Verkauf.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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