Rabattaktionen scheinen eine schnelle Lösung für schwache Umsätze zu sein. Aber während du mehr Gäste anzieht, frisst der Rabatt oft deinen Gewinn auf. In diesem Artikel siehst du, warum Rabatte gefährlich sind und wie du das durchrechnest.
Warum Rabatte deinen Gewinn aufzehren
Ein Rabatt von 20% scheint nicht viel zu sein, aber die Auswirkung auf deinen Gewinn ist viel größer als du denkst. Das kommt daher, dass dein Rabatt von deinem Gewinn abgeht, nicht von deinen Kosten.
💡 Beispiel:
Du verkaufst ein Steak für €32,00 (inkl. MwSt.):
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €29,36
- Zutatenkosten: €9,50
- Normaler Gewinn: €19,86 (67,6%)
Mit 20% Rabatt:
- Neuer Preis ohne MwSt.: €23,49
- Zutatenkosten: €9,50 (bleibt gleich)
- Gewinn mit Rabatt: €13,99 (29,6% weniger Gewinn!)
Ergebnis: 20% Rabatt = 30% weniger Gewinn pro Gericht
Die Break-Even-Falle
Um das gleiche zu verdienen mit Rabatt, musst du viel mehr verkaufen. Viele Unternehmer unterschätzen, wie viel mehr das ist.
💡 Break-Even-Berechnung:
Normale Situation (100 Steaks pro Woche):
- Umsatz: 100 × €29,36 = €2.936
- Kosten: 100 × €9,50 = €950
- Gewinn: €1.986
Mit 20% Rabatt um den gleichen Gewinn zu erreichen:
- Gewinn pro Stück: €13,99
- Benötigter Verkauf: €1.986 ÷ €13,99 = 142 Stück
Du musst 42% mehr verkaufen um das gleiche zu verdienen
⚠️ Achtung:
42% mehr Gäste bedeutet auch 42% mehr Arbeit, mehr Personal, mehr Energie, mehr Spülarbeit. Deine Kosten steigen mit, aber das rechnest du oft nicht ein.
Wann Rabatte wirklich funktionieren
Rabatte können sinnvoll sein, aber nur in spezifischen Situationen, wo du Überkapazität hast.
- Leere Zeiten füllen: Dienstagabend ist immer ruhig und dein Personal steht ohnehin herum
- Überschüssige Vorräte: Fisch, der morgen über das Verfallsdatum geht
- Neue Kunden anlocken: Einmalige Kennenlern-Aktion
- Fixkosten verteilen: Deine Miete zahlst du ohnehin, mehr Gäste helfen diese zu verteilen
💡 Intelligenter Rabatt:
"Jeden Dienstag 15% Rabatt auf alle Hauptgänge zwischen 17:00-19:00"
- Füllt leere Zeiten
- Begrenzte Zeit (kein struktureller Verlust)
- Zieht neue Kunden an, die vielleicht später zum vollen Tarif wiederkommen
Alternativen zu Rabatten
Es gibt bessere Wege, um Umsatz zu steigern, ohne deinen Gewinn zu opfern:
- Upselling: Schlag eine Vorspeise oder ein Dessert zum Hauptgang vor
- Bundles: 3-Gänge-Menü für €39 statt einzelne Gerichte
- Zusätzlicher Wert: Kostenlose Amuse bei Reservierung, nicht Rabatt auf Hauptgang
- Loyalität: Jedes 10. Mal kostenlos, statt immer Rabatt
💡 Upsell-Beispiel:
Statt 20% Rabatt auf Hauptgang:
- Hauptgang: €29,36 (voller Tarif)
- Vorspeise dazu für €8,50 (Zutatenkosten €2,50)
- Zusätzlicher Gewinn: €6,00 pro Gast
Ergebnis: Mehr Umsatz UND mehr Gewinn pro Gast
Wie du Rabattaktionen durchrechnest
Bevor du eine Rabattaktion startest, rechne immer durch, was sie dich kostet und wie viel extra du verkaufen musst.
Formel Break-Even bei Rabatt:
Benötigter zusätzlicher Verkauf % = Rabatt % ÷ (100% - Rabatt % - Zutatenkostenquote %)
💡 25% Rabatt durchrechnen:
Bei einem Gericht mit 30% Zutatenkostenquote und 25% Rabatt:
- Berechnung: 25% ÷ (100% - 25% - 30%) = 25% ÷ 45% = 55,6%
- Du musst 56% mehr verkaufen um Break-Even zu erreichen
- Von 100 auf 156 Portionen pro Woche
Frag dich selbst: Ist das realistisch?
Wie berechnest du die Auswirkung von Rabatten? (Schritt für Schritt)
Berechne deinen aktuellen Gewinn pro Gericht
Zieh die Zutatenkosten von deinem Verkaufspreis ohne MwSt. ab. Das ist dein Gewinn pro Portion. Zum Beispiel: €29,36 - €9,50 = €19,86 Gewinn.
Berechne deinen Gewinn mit Rabatt
Multipliziere deinen normalen Preis mit (100% - Rabatt%). Zieh davon deine Zutatenkosten ab. Bei 20% Rabatt: €29,36 × 0,80 = €23,49. Gewinn: €23,49 - €9,50 = €13,99.
Berechne wie viel mehr du verkaufen musst
Teile deinen normalen Gesamtgewinn durch deinen neuen Gewinn pro Stück. Wenn du normalerweise €1.986 an 100 Stück verdient hast, brauchst du jetzt €1.986 ÷ €13,99 = 142 Stück. Das sind 42% mehr.
✨ Pro tip
Überprüfe für jede Rabattaktion: Kann ich das gleiche mit Upselling erreichen? Eine Vorspeise von €8 mit €2 Kostenquote bringt mehr ein als 20% Rabatt auf den Hauptgang.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wann ist eine Rabattaktion wirklich sinnvoll?
Wenn du Überkapazität in ruhigen Zeiten hast, überschüssige Vorräte abbauen musst oder neue Kunden kennenlernen lassen möchtest. Achte darauf, dass es zeitlich begrenzt und gezielt ist.
Wie viel Rabatt kann ich maximal geben ohne Verlust zu machen?
Das hängt von deiner Zutatenkostenquote ab. Bei 30% Zutatenkostenquote kannst du maximal 70% Rabatt geben um Break-Even zu erreichen. Aber dann verdienst du nichts mehr und arbeitest umsonst.
Warum fühlt es sich an, als würde ich mit Rabatten mehr verdienen?
Weil dein Umsatz steigt und deine Kasse mehr klingelt. Aber dein Gewinn pro Gericht sinkt schneller als dein Umsatz steigt. Überprüfe immer deinen Gesamtgewinn, nicht nur deinen Umsatz.
Was ist besser: Rabatt oder kostenlose Extras?
Kostenlose Extras mit niedriger Kostenquote sind oft intelligenter. Eine kostenlose Amuse mit €0,50 Kostenquote fühlt sich wertvoll für den Gast an, kostet dich aber wenig Gewinn.
Wie verhindere ich, dass Kunden nur noch mit Rabatt kommen?
Mach Rabatte zeitlich begrenzt und spezifisch. Zum Beispiel nur dienstags oder nur für Neukunden. Vermeide permanente Rabatte auf deine ganze Speisekarte.
Muss ich mitmachen wenn mein Konkurrenz Rabatt gibt?
Nicht automatisch. Überprüfe erst, ob dein Betrieb voll genug ist. Wenn du bereits gut läufst, kann Rabatt deinen Gewinn nur schaden. Konzentriere dich lieber auf besseren Service oder Qualität.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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