Liefergebühren von Plattformen wie Thuisbezorgd und Uber Eats können 15-30% deines Bestellwerts kosten. Das hat große Auswirkungen auf deine Marge pro Gericht, aber viele Unternehmer rechnen das nicht richtig durch. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächliche Auswirkung berechnest und deine Preise entsprechend anpasst.
Warum Liefergebühren deine Marge zerstören
Viele Restaurants setzen ihre Menüpreise 1:1 auf Lieferplattformen. Großer Fehler. Wenn du normalerweise 30% Lebensmittelkosten hast, wird das mit Liefergebühren schnell 45-50%. Du verdienst dann fast nichts mehr pro Gericht.
⚠️ Achtung:
Liefergebühren werden auf deinen Verkaufspreis inklusive MwSt. berechnet. Das macht es noch teurer als du denkst.
Die tatsächlichen Kosten von Liefergebühren
Liefergebühren sind nicht nur das Prozent, das die Plattform berechnet. Es kommen mehr Kosten hinzu:
- Plattformgebühr: 15-30% des Bestellwerts
- Verpackungskosten: €0,50-€2,00 pro Bestellung
- Marketingkosten: 2-5% zusätzlich für Sichtbarkeit
- Zahlungsgebühren: 0,3-0,5% des Bestellwerts
💡 Beispiel:
Pasta Carbonara, normaler Preis €18,50:
- Thuisbezorgd Gebühr (25%): €4,63
- Verpackung: €0,80
- Marketing Fee (3%): €0,56
- Zahlungsgebühren (0,4%): €0,07
Gesamte Zusatzkosten: €6,06 pro Bestellung
Auswirkungen auf dein Lebensmittelkostenprozentsatz
Dein Lebensmittelkostenprozentsatz wird durch Liefergebühren viel höher. Hier ist warum:
Normale Situation (Restaurant):
Lebensmittelkosten = (Zutatenkosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
Mit Liefergebühren:
Lebensmittelkosten = (Zutatenkosten / (Verkaufspreis ohne MwSt. - Gebührenkosten)) × 100
💡 Beispielberechnung:
Pasta Carbonara:
- Zutatenkosten: €5,10
- Normaler Preis: €18,50 (€16,97 ohne MwSt.)
- Liefergebühren: €6,06
- Netto-Einnahmen: €16,97 - €6,06 = €10,91
Normale Lebensmittelkosten: 5,10 / 16,97 = 30%
Mit Lieferung: 5,10 / 10,91 = 47%!
Wie du deine Preise anpassen musst
Um die gleiche Marge zu behalten, musst du deine Lieferpreise erhöhen. Die Formel:
Neuer Lieferpreis = (Zutatenkosten / Gewünschte Lebensmittelkosten) + Gebührenkosten
💡 Beispiel Anpassung:
Um 30% Lebensmittelkosten zu behalten:
- Mindest-Netto-Einnahmen: €5,10 / 0,30 = €17,00
- Plus Gebührenkosten: €17,00 + €6,06 = €23,06 ohne MwSt.
- Lieferpreis inkl. MwSt.: €23,06 × 1,09 = €25,14
Von €18,50 auf €25,14 - das ist 36% höher!
Alternative Strategien
Preiserhöhungen sind nicht immer möglich. Andere Optionen:
- Lieferspezifische Gerichte: Günstigere Zutaten, gleiches Erlebnis
- Mindestbestellwert: Verteile Gebühren auf mehrere Gerichte
- Eigene Lieferung: Ab bestimmtem Umsatz günstiger
- Abholung fördern: Rabatt beim Abholen
⚠️ Achtung:
Rechne Gebühren nie als 'Marketingausgabe'. Das sind direkte Kosten pro Verkauf, die deine Marge beeinträchtigen.
Überwachung und Anpassung
Überwache wöchentlich:
- Durchschnittlicher Bestellwert pro Plattform
- Tatsächliche Gebührenkosten pro Bestellung
- Lebensmittelkostenprozentsatz Lieferbestellungen vs. Restaurant
- Gesamtrentabilität des Lieferkanals
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du unterschiedliche Preise pro Verkaufskanal festlegen und die Auswirkungen auf deine Marge direkt sehen.
Wie berechnest du die Auswirkungen von Liefergebühren? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Gebührenkosten
Addiere: Plattformgebühr (15-30%), Verpackungskosten (€0,50-€2,00), Marketing Fees (2-5%) und Zahlungsgebühren (0,3-0,5%). Das sind deine gesamten Zusatzkosten pro Bestellung.
Berechne deine Netto-Einnahmen pro Gericht
Ziehe alle Gebührenkosten von deinem Verkaufspreis ohne MwSt. ab. Das ist der Betrag, den du tatsächlich pro verkauftem Gericht über die Lieferplattform erhältst.
Berechne deinen Lebensmittelkostenprozentsatz neu
Teile deine Zutatenkosten durch die Netto-Einnahmen und multipliziere mit 100. Das ist dein tatsächlicher Lebensmittelkostenprozentsatz bei Lieferung - oft 15-20 Prozentpunkte höher als normal.
Bestimme deinen neuen Lieferpreis
Um die gleiche Marge zu behalten: Teile Zutatenkosten durch gewünschte Lebensmittelkosten, addiere Gebührenkosten und rechne um in Preis inkl. MwSt. für die Plattform.
✨ Pro tip
Überprüfe jeden Monat deine tatsächlichen Gebührenkosten pro Plattform. Diese können sich durch neue Gebühren oder Vertragsänderungen ändern. Passe deine Preise sofort an, wenn Gebühren steigen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich unterschiedliche Preise für Lieferung und Restaurant haben?
Ja, das ist logisch. Liefergebühren können 15-30% deines Umsatzes kosten. Um die gleiche Marge zu behalten, musst du Lieferpreise 20-40% höher setzen als Restaurantpreise.
Wie hoch darf ich meine Lieferpreise machen?
Überprüfe, was Konkurrenten tun und teste unterschiedliche Preise. Viele Restaurants setzen 25-35% höhere Preise für Lieferung. Kunden akzeptieren das normalerweise für den Komfort.
Kann ich die Gebühr an den Kunden weitergeben?
Plattformen verbieten normalerweise, Gebühren explizit weiterzuberechnen. Aber du darfst höhere Preise 'für Lieferung' setzen. Nenne es nicht Gebühr, sondern Lieferservice.
Wann lohnt sich eigene Lieferung mehr als Plattformen?
Ab etwa 50-80 Lieferbestellungen pro Woche kann eigene Lieferung günstiger sein. Berechne: Lieferer kostet €15-20/Stunde, Plattformen kosten 25% Gebühr. Bei höheren Volumen gewinnst du mit eigener Lieferung.
Wie verhindere ich, dass meine Lebensmittelkosten zu hoch werden?
Drei Optionen: Erhöhe deine Lieferpreise, entwickle günstigere lieferspezifische Gerichte, oder erhöhe deinen Mindestbestellwert, damit Gebühren auf mehr Gerichte verteilt werden.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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