Eine separate Liefermenuekarte kann deine Rentabilität verbessern, aber nur wenn du die Zahlen richtig durchrechnest. Plattformgebühren von 15-30% und zusätzliche Verpackungskosten drücken deine Marge, daher musst du deine Preise anpassen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du berechnest, ob eine separate Liefermenuekarte finanziell sinnvoll ist.
Warum eine separate Liefermenuekarte in Betracht ziehen?
Die Lieferung hat andere Kostenstrukturen als dein Restaurant. Plattformgebühren, Verpackungskosten und kein Servicepersonal bedeuten, dass du andere Preise brauchst, um rentabel zu bleiben.
💡 Beispiel:
Restaurant Pasta Carbonara:
- Restaurantpreis: €16,50 (inkl. 9% MwSt.)
- Zutaten: €4,80
- Lebensmittelkosten: 32,5% (€4,80 / €15,14)
Lieferung Pasta Carbonara:
- Plattformgebühr: 25% = €4,13
- Verpackung: €0,85
- Gesamtzusatzkosten: €4,98
Du verlierst €4,98 pro Bestellung, wenn du denselben Preis verwendest!
Die versteckten Kosten der Lieferung
Neben den bekannten Plattformgebühren gibt es weitere Kosten, die deine Marge beeinflussen:
- Plattformprovision: 15-30% deines Bestellwerts
- Verpackungskosten: €0,50-€2,00 pro Bestellung
- Besteck und Servietten: €0,15-€0,30 pro Bestellung
- Aufkleber und Etiketten: €0,05-€0,10 pro Bestellung
- Zusätzliche Vorbereitungszeit: Verpacken kostet Personalzeit
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren werden auf deinen Verkaufspreis inklusive MwSt. berechnet. Bei einer Bestellung von €20 zahlst du bei 25% Provision also €5, nicht €4,13.
Break-Even-Berechnung für Lieferpreise
Um bei der Lieferung rentabel zu bleiben, musst du deine Preise anpassen. Hier ist die Formel:
Neuer Verkaufspreis = (Zutaten + Verpackung) / (1 - Plattform% - Gewünschte Marge%)
💡 Beispielberechnung:
Lieferpreis für Pasta Carbonara berechnen:
- Zutaten: €4,80
- Verpackung: €0,85
- Plattformgebühr: 25%
- Gewünschte Marge: 35%
Berechnung: (€4,80 + €0,85) / (1 - 0,25 - 0,35) = €5,65 / 0,40 = €14,13 ohne MwSt.
Lieferpreis: €15,40 inkl. MwSt. (vs. €16,50 Restaurant)
ROI einer separaten Liefermenuekarte
Berechne, wie viel zusätzlichen Gewinn dir eine separate Menuekarte bringt:
- Szenario 1: Gleiche Preise wie im Restaurant = Verlust pro Bestellung
- Szenario 2: Angepasste Preise = Margenerhalt
- Kosten Menuekarte: Design, Fotografie, Plattform-Setup
💡 ROI-Beispiel:
100 Lieferbestellungen pro Monat:
- Verlust ohne angepasste Preise: €4,98 × 100 = €498/Monat
- Kosten separate Menuekarte: €1.500 einmalig
- Amortisationszeit: €1.500 / €498 = 3 Monate
Nach 3 Monaten verdienst du €498 extra pro Monat
Praktische Umsetzung
Eine erfolgreiche Liefermenuekarte erfordert strategische Entscheidungen:
- Wähle lieferfreundliche Gerichte: Gerichte, die gut transportiert werden
- Begrenzte Auswahl: Weniger Auswahl, mehr Effizienz
- Strategische Bundling: Menüs und Kombi-Angebote erhöhen den Bestellwert
- Schrittweise testen: Starten mit deinen beliebtesten Gerichten
⚠️ Achtung:
Überwache deine Liefermarge wöchentlich. Plattformgebühren und Verpackungskosten können sich ändern, daher musst du deine Preise anpassen.
Wann sich eine separate Menuekarte nicht lohnt
In einigen Situationen ist eine einzige Menuekarte sinnvoller:
- Weniger als 30 Lieferbestellungen pro Monat
- Du kannst Restaurantpreise erhöhen, ohne Kunden zu verlieren
- Plattformgebühren sind niedrig (unter 15%)
- Du hast keine Zeit für doppelte Menüpflege
Wie berechnest du, ob sich eine separate Liefermenuekarte lohnt?
Berechne deinen aktuellen Verlust pro Lieferbestellung
Addiere alle Zusatzkosten: Plattformgebühr (15-30%), Verpackung (€0,50-2,00), Besteck (€0,15-0,30). Multipliziere mit deinem durchschnittlichen Bestellwert, um den Verlust pro Bestellung zu berechnen.
Bestimme deine neuen Lieferpreise
Verwende die Formel: (Zutaten + Verpackung) / (1 - Plattform% - Gewünschte Marge%). Berechne, was jedes Gericht kosten muss, um bei der Lieferung rentabel zu bleiben.
Berechne die Amortisationszeit
Multipliziere deinen Verlust pro Bestellung mit deiner monatlichen Anzahl von Lieferbestellungen. Teile die einmaligen Kosten einer neuen Menuekarte durch diesen monatlichen Betrag, um deine Amortisationszeit zu erhalten.
✨ Pro tip
Starten Sie mit 5 beliebten Gerichten auf Ihrer Liefermenuekarte und messen Sie die Ergebnisse über 3 Monate. Wenn die Marge stimmt, erweitern Sie schrittweise auf mehr Gerichte.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich nicht einfach meine Restaurantpreise erhöhen, statt eine separate Menuekarte zu erstellen?
Das kannst du, aber dann zahlen deine Restaurantgäste für die Lieferkosten mit. Eine separate Menuekarte ist fairer und verhindert, dass du Restaurantgäste durch zu hohe Preise verlierst.
Wie oft muss ich meine Lieferpreise anpassen?
Überprüfe monatlich, ob deine Plattformgebühren und Verpackungskosten noch stimmen. Passe Preise an, wenn deine Marge unter 30% sinkt durch geänderte Kosten.
Muss ich die MwSt. für die Lieferung anders berechnen?
Nein, die Lieferung von Lebensmitteln unterliegt dem gleichen 9% MwSt.-Satz wie Essen in deinem Restaurant. Nur alkoholische Getränke haben 21% MwSt.
Was ist, wenn Kunden meine Lieferpreise zu hoch finden?
Erkläre, dass die Lieferung zusätzliche Kosten mit sich bringt. Biete Kombi-Angebote an, um den wahrgenommenen Preis pro Gericht bei höheren Bestellwerten zu senken.
Kann ich verschiedene Preise pro Plattform festlegen?
Ja, wenn Plattform A 20% Provision berechnet und Plattform B 30%, darfst du unterschiedliche Preise festlegen. Stelle nur sicher, dass deine Kostenkalkulation pro Plattform stimmt.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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