Die Margenberechnung für Liefermenüs unterscheidet sich von deiner regulären Speisekarte. Plattformgebühren, Verpackungskosten und höhere Preise machen die Berechnung komplexer. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die echte Marge auf Comfort-Food über Lieferando berechnest.
Warum die Liefermarge anders ist
Bei der Lieferung hast du zusätzliche Kosten, die deine Marge beeinflussen:
- Plattformgebühren: 15-30% deines Bestellwerts gehen an Lieferando
- Verpackungskosten: Boxen, Tüten, Aufkleber kosten €0,50-€2,00 pro Bestellung
- Höhere Preise: du berechnest oft 20-40% mehr als in deinem Restaurant
- Kein Service: das spart Kosten, aber die Plattformgebühr kompensiert das bei weitem
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer vergessen, die Plattformgebühr in ihre Margenberechnung einzubeziehen. Dann sieht deine Marge 25% höher aus, als sie wirklich ist.
Die komplette Margenformel für Lieferung
Für eine korrekte Margenberechnung brauchst du diese Formel:
Marge % = ((Verkaufspreis - Plattformgebühr - Zutaten - Verpackung) / Verkaufspreis) × 100
💡 Beispiel: Pasta Carbonara
Du verkaufst eine Pasta Carbonara für €16,50 über Lieferando:
- Verkaufspreis: €16,50
- Plattformgebühr (20%): €3,30
- Zutaten: €4,80
- Verpackung: €0,75
Berechnung: ((€16,50 - €3,30 - €4,80 - €0,75) / €16,50) × 100
Marge: 46,7%
Plattformgebühren pro Lieferpartner
Verschiedene Plattformen berechnen unterschiedliche Gebühren:
- Lieferando: 13-35% (abhängig von Vertrag und Services)
- Uber Eats: 15-30% Provision
- Deliveroo: 20-35% Provision
- Eigene Lieferung: 0% Plattformgebühr, aber eigene Lieferkosten
Überprüfe deinen Vertrag für den genauen Prozentsatz. Dies variiert je nach Restaurant und Volumen.
Verpackungskosten pro Gericht
Rechne alle Verpackung in deine Kostenkalkulation ein:
💡 Beispiel: Verpackungskosten Burger-Menü
Ein Burger-Menü hat diese Verpackungskosten:
- Burger-Box: €0,35
- Pommes-Behälter: €0,25
- Saucen-Behälter (2x): €0,20
- Serviette + Besteck: €0,15
- Tragetasche: €0,10
Gesamte Verpackung: €1,05
Comfort-Food: typische Margen
Comfort-Food hat oft niedrigere Zutatenkosten, was bei der Lieferung hilft:
- Pizza: Zutatenkosten 15-25%, Marge nach Plattformgebühr 35-45%
- Burger: Zutatenkosten 25-35%, Marge nach Plattformgebühr 25-35%
- Pasta: Zutatenkosten 20-30%, Marge nach Plattformgebühr 30-40%
- Asiatisch: Zutatenkosten 25-35%, Marge nach Plattformgebühr 25-35%
⚠️ Achtung:
Eine Marge von 25% nach Plattformgebühr ist das absolute Minimum. Darunter verlierst du Geld durch die zusätzlichen Betriebskosten der Lieferung.
Preisstrategie für Lieferplattformen
Viele Restaurants verwenden diese Strategie:
- Grundregel: Lieferpreis = Restaurantpreis × 1,3 bis 1,4
- Runde Beträge: €16,50 statt €16,23 (psychologisch besser)
- Bündelung: Menüs sind relativ günstiger als einzelne Artikel
- Mindestbestellung: setze diese hoch genug, um Fixkosten zu decken
💡 Beispiel: Preisstrategie Pizza
Eine Margherita-Pizza kostet in deinem Restaurant €12,50:
- Restaurantpreis: €12,50
- Lieferpreis: €12,50 × 1,35 = €16,90
- Gerundet: €16,95
So kompensierst du die Plattformgebühr und Verpackungskosten.
Digitale Tools zur Margenkontrolle
Das manuelle Verfolgen von Liefermargen kostet viel Zeit. Ein System wie KitchenNmbrs hilft durch:
- Automatisches Einbeziehen von Plattformgebühren in deine Margenberechnung
- Verpackungskosten pro Gericht festlegen
- Unterschiedliche Preise pro Plattform verwalten
- Echtzeit-Einblick in deine echte Marge pro Bestellung
So siehst du sofort, ob ein Gericht über Lieferung rentabel ist, ohne selbst rechnen zu müssen.
Wie berechnest du die Marge auf Liefermenüs? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kosten pro Gericht
Notiere die Zutatenkosten, Verpackungskosten und das Plattformgebühren-Prozentsatz. Überprüfe deinen Vertrag mit Lieferando für den genauen Provisionsprozentsatz.
Berechne die Gesamtkosten
Addiere Zutaten + Verpackung. Berechne die Plattformgebühr: Verkaufspreis × Gebührenprozentsatz. Addiere alles zusammen.
Berechne deinen Margenprozentsatz
Ziehe alle Kosten von deinem Verkaufspreis ab. Teile dies durch deinen Verkaufspreis und multipliziere mit 100. Das ist deine echte Marge.
Überprüfe, ob es rentabel ist
Eine Marge unter 25% ist zu niedrig für Lieferung. Erhöhe dann deinen Preis oder wähle günstigere Zutaten oder Verpackung.
✨ Pro tip
Überprüfe deine 5 meistverkauften Liefergerichte auf Marge. Wenn diese gut sind, hast du 80% deines Liefergewinns unter Kontrolle.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Welchen Plattformgebühren-Prozentsatz sollte ich berechnen?
Dies steht in deinem Vertrag mit der Lieferplattform. Lieferando berechnet normalerweise 13-35%, Uber Eats 15-30%. Überprüfe deine monatliche Abrechnung für den genauen Prozentsatz.
Muss ich MwSt. in die Margenberechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer ohne MwSt. Der Preis auf Lieferando ist inkl. 19% MwSt. für Lebensmittel. Teile durch 1,19, um den Preis ohne MwSt. zu erhalten.
Sind meine Lieferpreise zu hoch, wenn sie 30% über meinen Restaurantpreisen liegen?
Nein, das ist normal. Plattformgebühren von 20-30% plus zusätzliche Verpackungskosten rechtfertigen diese Erhöhung. Kunden erwarten das bei Lieferung.
Wie oft sollte ich meine Liefermargen überprüfen?
Mindestens 1× pro Monat oder nach jeder Preisänderung von Zutaten. Plattformgebühren können sich auch ändern, also überprüfe deinen Vertrag regelmäßig.
Kann ich unterschiedliche Preise pro Plattform festlegen?
Ja, das ist erlaubt. Viele Restaurants tun dies, weil Plattformen unterschiedliche Provisionen berechnen. Passe deine Preise pro Plattform für optimale Margen an.
Was ist, wenn meine Marge zu niedrig ausfällt?
Erhöhe deinen Verkaufspreis, wähle günstigere Verpackung oder wechsle die Plattform. Eine Marge unter 25% nach allen Kosten ist zu wenig für einen gesunden Lieferbetrieb.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Food-Cost-Kontrolle für Lieferung und Dark Kitchens
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