Gemeinschaftsküchen machen die Berechnung der Lebensmittelkosten komplex. Du teilst Raum, Ausrüstung und manchmal sogar Zutaten mit anderen Konzepten. Ohne klare Absprachen und Berechnungen verlierst du den Überblick über deine tatsächlichen Kosten und Rentabilität.
Was macht Lebensmittelkosten in einer Gemeinschaftsküche komplex?
In einer Gemeinschaftsküche hast du es mit gemeinsamen Kosten zu tun, die du auf deine eigene Produktion verteilen musst. Das geht über reine Zutatenkosten hinaus – du zahlst mit für Miete, Energie, Ausrüstung und manchmal sogar Personal.
⚠️ Achtung:
Viele Nutzer von Gemeinschaftsküchen rechnen nur mit Zutatenkosten und vergessen die gemeinsamen Kosten. Dadurch wirken deine Lebensmittelkosten niedriger als sie tatsächlich sind.
Berechne deine Gesamtkosten pro Gericht
Deine Lebensmittelkosten in einer Gemeinschaftsküche bestehen aus drei Komponenten:
- Direkte Zutatenkosten: alles, was in dein Gericht geht
- Gemeinsame Küchenkosten: dein Anteil an Miete, Energie, Ausrüstung
- Verpackungskosten: Behälter, Beutel, Aufkleber für Lieferung
💡 Beispielberechnung:
Du machst 200 Portionen Pasta pro Woche in einer Gemeinschaftsküche:
- Zutaten pro Portion: €4,50
- Gemeinschaftsküche Kosten: €800/Woche
- Verpackung pro Portion: €0,75
Gemeinsame Kosten pro Portion: €800 ÷ 200 = €4,00
Gesamte Lebensmittelkosten pro Portion: €4,50 + €4,00 + €0,75 = €9,25
Verteile Gemeinschaftsküche Kosten fair
Die größte Herausforderung ist die faire Verteilung der gemeinsamen Kosten. Es gibt verschiedene Methoden:
- Basierend auf Produktionsstunden: wie viele Stunden nutzt du die Küche?
- Basierend auf Umsatz: wer macht mehr, zahlt mehr
- Basierend auf Anzahl der Portionen: einfach, aber nicht immer fair
- Feste Aufteilung: 50/50 unabhängig von der Nutzung
💡 Beispiel Aufteilung nach Stunden:
Gesamte Küchenkosten pro Woche: €1.200
- Du nutzt die Küche 30 Stunden/Woche
- Dein Partner nutzt 20 Stunden/Woche
- Gesamt: 50 Stunden/Woche
Dein Anteil: (30 ÷ 50) × €1.200 = €720/Woche
Führe Produktionsdaten
Für eine genaue Berechnung der Lebensmittelkosten musst du folgende Daten erfassen:
- Wie viele Portionen machst du pro Tag/Woche
- Wie viele Stunden bist du in der Küche
- Welche Ausrüstung nutzt du (Ofen, Fritteuse, Mixer)
- Wie viel Energie verbrauchst du (Gas, Strom)
Ohne diese Daten kannst du nicht fair verteilen und weißt nicht, was deine Gerichte tatsächlich kosten.
⚠️ Achtung:
Treffe Absprachen über Stoßzeiten. Wenn ihr beide freitags die Küche nutzen wollt, kann das zusätzliche Kosten für extra Ausrüstung oder längere Mietzeiten bedeuten.
Berechne deinen tatsächlichen Lebensmittelkostenprozentsatz
Mit allen bekannten Kosten kannst du deinen tatsächlichen Lebensmittelkostenprozentsatz berechnen:
Lebensmittelkosten % = (Gesamtkosten pro Portion ÷ Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
💡 Vollständige Berechnung:
Pasta verkaufst du für €16,50 (inkl. 9% MwSt.)
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €16,50 ÷ 1,09 = €15,14
- Gesamtkosten: €9,25 (aus vorherigem Beispiel)
Lebensmittelkosten: (€9,25 ÷ €15,14) × 100 = 61,1%
Das ist viel zu hoch! Übliche Lebensmittelkosten liegen bei 28-35%.
Optimiere deine Lebensmittelkosten in der Gemeinschaftsküche
Wenn deine Lebensmittelkosten zu hoch ausfallen, hast du diese Optionen:
- Erhöhe deinen Verkaufspreis: direkteste Lösung
- Senke Zutatenkosten: günstigere Lieferanten, andere Rezepte
- Erhöhe deine Produktion: mehr Portionen = niedrigere Kosten pro Portion
- Optimiere Küchennutzung: effizienter arbeiten = weniger Stunden
In Gemeinschaftsküchen ist die Erhöhung der Produktion oft die beste Strategie. Deine Fixkosten bleiben gleich, aber du verteilst sie auf mehr Portionen.
Wie berechnest du Lebensmittelkosten in einer Gemeinschaftsküche? (Schritt für Schritt)
Inventarisiere alle Kosten
Liste alle Kosten auf: Zutaten, dein Anteil an Küchenkosten (Miete, Energie, Ausrüstung), Verpackungsmaterial und eventuell zusätzliche Services. Treffe Absprachen darüber, wie ihr gemeinsame Kosten verteilt.
Messe deine Produktion und Küchennutzung
Erfasse, wie viele Portionen du pro Woche machst und wie viele Stunden du die Küche nutzt. Das brauchst du, um gemeinsame Kosten fair auf deine Produktion zu verteilen.
Berechne Kosten pro Portion
Addiere Zutatenkosten, deinen Anteil an gemeinsamen Kosten (pro Portion) und Verpackungskosten. Das sind deine Gesamtkosten pro Gericht.
Berechne Lebensmittelkostenprozentsatz
Teile deine Gesamtkosten pro Portion durch deinen Verkaufspreis (ohne MwSt.) und multipliziere mit 100. Wenn das über 35% liegt, musst du deine Preise oder Kosten anpassen.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einer einfachen Aufteilung (50/50 oder basierend auf Stunden) und verfeinern Sie später. Das Wichtigste ist, dass Sie Ihre gemeinsamen Kosten überhaupt in Ihre Lebensmittelkostenberechnung einbeziehen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie verteile ich Küchenkosten fair mit meinem Gemeinschaftsküche Partner?
Die fairste Methode ist die Verteilung basierend auf Nutzung: Zähle deine Produktionsstunden und verteile die Kosten proportional. Bei 30 Stunden du und 20 Stunden dein Partner zahlst du 60% der Kosten.
Muss ich Verpackungskosten in meine Lebensmittelkosten einrechnen?
Ja, besonders bei Lieferkonzepten. Verpackungskosten sind Teil deiner Produktkosten, genau wie Zutaten. Rechne €0,50 bis €1,50 pro Portion für Behälter, Beutel und Aufkleber.
Was ist, wenn meine Lebensmittelkosten in einer Gemeinschaftsküche über 50% liegen?
Dann sind deine gemeinsamen Kosten zu hoch oder dein Verkaufspreis zu niedrig. Erhöhe deine Produktion, um Kosten zu verteilen, oder erhöhe deine Preise. Bei Lieferung kannst du höhere Preise verlangen als in einem Restaurant.
Wie berechne ich Energiekosten in einer Gemeinschaftsküche?
Schwer exakt zu messen. Treffe Absprachen: Verteile basierend auf Gerätenutzung (Ofen vs. Kühlschrank) oder nimm einen Prozentsatz der Gesamtenergierechnung basierend auf deinen Produktionsstunden.
Kann ich Zutaten mit meinem Gemeinschaftsküche Partner zusammen einkaufen?
Das geht, aber führe Buch darüber, wer was nutzt. Treffe Absprachen darüber, wer was bestellt und wie ihr abrechnet. Zusammen einkaufen kann günstiger sein durch größere Mengen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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