Die Rendite von Lieferaktivitäten berechnest du, indem du alle Kosten vom zusätzlichen Umsatz abziehst und durch deine Investition teilst. Viele Gastronomiebetreiber vergessen Plattformgebühren, Verpackungskosten und zusätzliches Personal in ihre Berechnung einzubeziehen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächliche Rendite deines ersten Lieferjahres berechnest.
Was zählst du zur Liefer-Rendite?
Die Rendite von Lieferungen ist komplexer als normale Gastronomie, weil du zusätzliche Kosten hast, die du nicht immer siehst. Du berechnest: (Zusätzlicher Gewinn - Gesamtinvestition) / Gesamtinvestition × 100
- Zusätzlicher Umsatz aus Lieferungen
- Plattformgebühren (15-30% des Bestellwerts)
- Verpackungskosten pro Bestellung
- Zusätzliches Personal für die Produktion
- Einmalige Investitionen (Wärmehaltegeräte, Tablets)
💡 Beispiel:
Restaurant startet mit Lieferdienst, investiert €5.000 in Ausrüstung:
- Zusätzlicher Umsatz Jahr 1: €120.000
- Plattformgebühren (25%): €30.000
- Verpackung (€1,50 pro Bestellung, 4.000 Bestellungen): €6.000
- Zusätzliche Lebensmittelkosten (30%): €36.000
- Zusätzliches Personal: €15.000
Nettogewinn: €120.000 - €87.000 = €33.000
Rendite: (€33.000 - €5.000) / €5.000 × 100 = 560%
Plattformgebühren korrekt berechnen
Plattformgebühren sind deine größte Kostenposition bei Lieferungen. Sie werden über dem Bestellwert inklusive MwSt. berechnet, aber du musst sie von deinem Umsatz ohne MwSt. für deine Gewinnberechnung abziehen.
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren sind oft 25% des Bestellwerts, aber das bedeutet 27,5% deines Nettoumsatzes, weil sie über den Preis inklusive MwSt. berechnet werden.
Berechne so: Bestellung von €20 inklusive 9% MwSt. = €18,35 ohne MwSt. Plattformgebühr 25% = €5,00. Das sind €5,00 / €18,35 = 27,2% deines Nettoumsatzes.
Verpackungskosten pro Bestellung
Verpackung kostet durchschnittlich €1,00 bis €2,50 pro Bestellung, je nach deinem Konzept. Addiere: Behälter, Tüten, Aufkleber, Besteck, Servietten. Das klingt nach wenig, aber bei 4.000 Bestellungen pro Jahr sind das €4.000 bis €10.000.
💡 Beispiel Verpackungskosten:
- Behälter Hauptgang: €0,45
- Behälter Beilage: €0,25
- Tüte + Servietten: €0,15
- Besteck-Set: €0,12
- Aufkleber: €0,08
Gesamt pro Bestellung: €1,05
Einmalige Investitionen berücksichtigen
Vergiss nicht, deine Startkosten in die Renditeberechnung einzubeziehen. Denke an Tablets, Wärmehaltegeräte, zusätzliche Kühlung, Software-Abos für das erste Jahr.
- Tablet für Bestellungen: €300-500
- Wärmelampe: €200-800
- Zusätzliches Kühlregal: €1.000-3.000
- Verpackungsvorrat: €500-1.000
- Marketing/Promotion erste Monate: €500-2.000
Realistische Zeitlinie zur Gewinnschwelle
Die meisten Restaurants brauchen 3-6 Monate, um ihr Liefervolumen aufzubauen. Rechne nicht mit voller Kapazität ab Tag 1. Ein realistisches Wachstum ist: Monat 1-2: 30% des Zielvolumens, Monat 3-4: 60%, Monat 5-6: 85%, danach volles Volumen.
💡 Realistische Renditeberechnung:
Statt €120.000 ab Januar, erwarte:
- Monat 1-2: €5.000/Monat
- Monat 3-4: €7.500/Monat
- Monat 5-6: €8.500/Monat
- Monat 7-12: €10.000/Monat
Gesamt Jahr 1: €85.000 (nicht €120.000)
KitchenNmbrs für Liefer-Rendite-Tracking
Mit KitchenNmbrs kannst du deine Lieferkosten pro Gericht verfolgen, indem du Verpackungskosten zu deinen Rezepten hinzufügst. Du siehst direkt deine tatsächlichen Lebensmittelkosten inklusive Verpackung und kannst Plattformgebühren in deine Margenberechnung einbeziehen. So erhältst du Echtzeit-Einblick in deine Liefer-Rendite pro Gericht.
Wie berechnest du die Liefer-Rendite? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kosten des ersten Jahres
Addiere: einmalige Investitionen (Ausrüstung, Software), Plattformgebühren, Verpackungskosten, zusätzliches Personal, Marketing. Vergiss keine Kostenposition - auch kleine Beträge summieren sich.
Berechne deinen Netto-Zusatzgewinn aus Lieferungen
Ziehe von deinem Lieferumsatz alle variablen Kosten ab: Plattformgebühren, Lebensmittelkosten, Verpackung, zusätzliches Personal. Das ist dein tatsächlicher Gewinn aus Lieferaktivitäten, nicht dein Umsatz.
Wende die Renditeformel an
Rendite = (Nettogewinn - Gesamtinvestition) / Gesamtinvestition × 100. Eine Rendite über 100% bedeutet, dass sich deine Investition im ersten Jahr amortisiert hat.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Rendite pro Gericht, nicht nur insgesamt. Einige Gerichte bringen viel bei Lieferungen ein (Pizza, Pasta), bei anderen verlierst du Geld durch hohe Verpackungskosten (Suppe, Salat).
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gute Rendite für Lieferaktivitäten?
Eine Rendite von 150-300% im ersten Jahr ist realistisch für erfolgreiche Lieferaktivitäten. Unter 100% bedeutet, dass sich deine Investition noch nicht amortisiert hat.
Muss ich MwSt. in meine Renditeberechnung einbeziehen?
Berechne immer mit Beträgen ohne MwSt. für deine Gewinnberechnung. Plattformgebühren werden jedoch über Beträge inklusive MwSt. berechnet, daher sind sie relativ höher als sie aussehen.
Wie oft sollte ich meine Liefer-Rendite überprüfen?
Überprüfe monatlich deine Liefer-Rendite, besonders in den ersten 6 Monaten. Plattformgebühren und Bestellvolumen ändern sich, daher ist deine Rendite nicht statisch.
Was ist, wenn meine Rendite negativ ist?
Negative Rendite bedeutet, dass Lieferungen dich Geld kosten. Überprüfe, ob deine Plattformgebühren zu hoch sind, deine Verpackung zu teuer ist oder deine Menüpreise für Lieferungen zu niedrig sind.
Kann ich verschiedene Plattformen nach Rendite vergleichen?
Ja, berechne die Rendite pro Plattform separat. Einige haben niedrigere Gebühren aber weniger Bestellungen, andere höhere Gebühren aber mehr Volumen. Die Gesamtrendite zählt.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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