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📝 Grundwissen und Formeln · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie beginne ich damit, meine Speisekarte anhand von Zahlen zu vereinfachen?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 15 Mar 2026

Eine umfangreiche Speisekarte wirkt attraktiv, kann aber deinen Gewinn ruinieren. Viele Gerichte bedeuten oft: viele Zutaten, komplexe Beschaffung und unklar definierte Margen. In diesem Artikel lernst du, wie du anhand von Zahlen bestimmst, welche Gerichte du streichen kannst, um mehr Gewinn zu erzielen.

Warum weniger Gerichte mehr Gewinn bedeuten können

Jedes zusätzliche Gericht auf deiner Karte kostet Geld. Nicht nur die Zutaten, sondern auch:

  • Zusätzliche Bestände, die verderben können
  • Mehr Lieferanten zum Verwalten
  • Längere Vorbereitungszeit
  • Komplexere Beschaffung
  • Mehr Kühlraum erforderlich

Viele Restaurants machen 80% ihres Umsatzes mit 20% ihrer Gerichte. Die anderen 80% deiner Karte bringen wenig ein, kosten aber viel Zeit und Geld.

💡 Beispiel:

Restaurant mit 40 Gerichten auf der Karte:

  • Top 8 Gerichte: 75% des Umsatzes
  • Übrige 32 Gerichte: 25% des Umsatzes
  • Aber: 32 Gerichte benötigen 60% der Beschaffungszeit

Ergebnis: viel Arbeit für wenig Umsatz

Schritt 1: Analysiere deine Verkaufszahlen

Sammle Daten aus den letzten 3 Monaten. Du brauchst:

  • Anzahl verkauft pro Gericht (aus Kassensystem)
  • Umsatz pro Gericht (Anzahl × Preis)
  • Food cost pro Gericht (Zutatenkosten)
  • Bruttowinn pro Gericht (Umsatz - Zutatenkosten)

Sortiere alle Gerichte nach Gesamtbruttowinn über 3 Monate. Das zeigt dir die echten Gewinner.

💡 Beispielberechnung:

Steak (3 Monate):

  • Verkauft: 120 Stück
  • Preis: €32,00 inkl. MwSt. = €29,36 exkl. MwSt.
  • Umsatz: 120 × €29,36 = €3.523
  • Zutatenkosten: €9,50 pro Stück
  • Gesamtkosten: 120 × €9,50 = €1.140

Bruttowinn: €3.523 - €1.140 = €2.383

Schritt 2: Identifiziere die Verlierer

Suche nach Gerichten mit diesen Merkmalen:

  • Food cost über 40% (zu teuer in der Herstellung)
  • Weniger als 2 Verkäufe pro Woche (fast niemand bestellt es)
  • Negativer Bruttowinn (du verlierst Geld pro Verkauf)
  • Viele einzigartige Zutaten (nur für dieses Gericht verwendet)

⚠️ Achtung:

Ein Gericht mit niedrigen Verkaufszahlen kann dennoch wertvoll sein, wenn es eine hohe Marge hat und wenig Arbeit kostet. Schau auf den Gesamtbruttowinn, nicht nur auf die Verkaufszahlen.

Schritt 3: Berechne die Auswirkungen des Streichens

Für jedes Gericht, das du streichen möchtest, berechne:

  • Verlorener Umsatz pro Jahr: Durchschnitt pro Woche × 52
  • Eingesparte Zutatenkosten pro Jahr
  • Eingesparte Zeit für Beschaffung und Vorbereitung
  • Freigewordener Kühlraum

💡 Rechenbeispiel:

Gericht, das du streichen möchtest:

  • Verkauf: 1 pro Woche × 52 = 52 pro Jahr
  • Preis: €24,00 inkl. MwSt. = €22,02 exkl. MwSt.
  • Verlorener Umsatz: 52 × €22,02 = €1.145
  • Zutatenkosten: €11,50 pro Stück
  • Eingesparte Kosten: 52 × €11,50 = €598

Nettoeffekt: -€547 pro Jahr (aber du sparst Zeit!)

Schritt 4: Teste mit einer Saisonkarte

Streiche nicht sofort endgültig. Teste zuerst:

  • Erstelle eine Saisonkarte nur mit deinen Top-Performern
  • Setze die Verlierer 2 Monate auf "nicht verfügbar"
  • Messe: weniger Stress in der Küche? Weniger Beschaffungszeit?
  • Prüfe: bestellen Gäste Alternativen mit höherer Marge?

Oft sehen Restaurants, dass Gäste einfach etwas anderes von der Karte bestellen und der Gesamtumsatz kaum sinkt.

Profi-Tipp:

Beginne damit, Gerichte zu streichen, die einzigartige, teure Zutaten benötigen, die du nirgendwo anders verwendest. Das spart am meisten bei Beschaffung und Bestand.

Die 80/20-Regel in der Praxis

Die erfolgreichsten Restaurants haben:

  • 15-25 Gerichte auf der Hauptkarte
  • 5-8 Vorspeisen
  • 6-10 Hauptgänge
  • 4-6 Desserts
  • Plus Tagesgerichte für Abwechslung

Das ist genug Auswahl für Gäste, aber überschaubar genug, um gut verwaltet zu werden.

💡 Erfolgsstory:

Bistro ging von 45 auf 22 Gerichte:

  • Umsatz sank im ersten Monat um 8%
  • Aber: Food cost sank von 34% auf 29%
  • Beschaffungszeit: 3 Stunden pro Woche weniger
  • Verschwendung: 40% weniger

Nettoresultat: €15.000 mehr Gewinn pro Jahr

Wie vereinfachst du deine Speisekarte Schritt für Schritt?

1

Sammle 3 Monate Verkaufszahlen

Hole aus deinem Kassensystem: Anzahl verkauft pro Gericht, Umsatz pro Gericht. Berechne den Bruttowinn, indem du die Zutatenkosten vom Umsatz abziehst.

2

Sortiere nach Rentabilität

Ordne alle Gerichte nach Gesamtbruttowinn über 3 Monate. Das zeigt dir echte Gewinner und Verlierer, nicht nur beliebte Gerichte.

3

Identifiziere Kandidaten zum Streichen

Suche nach Gerichten mit Food cost über 40%, weniger als 2 Verkäufen pro Woche oder die einzigartige teure Zutaten verwenden, die nirgendwo anders dienen.

4

Teste mit Saisonkarte

Setze Verlierer 2 Monate auf 'nicht verfügbar', anstatt sie sofort zu streichen. Messe die Auswirkungen auf Umsatz, Arbeitsbelastung und Beschaffungszeit, bevor du dich endgültig entscheidest.

✨ Pro tip

Beginne damit, Gerichte zu streichen, die nur 1 Mal pro Woche verkauft werden UND einzigartige Zutaten verwenden. Das reduziert sofort Stress bei der Beschaffung und Bestand, ohne großen Umsatzverlust.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viele Gerichte sollte ich maximal auf meiner Karte haben?

Für die meisten Restaurants funktionieren 15-25 Gerichte am besten. Genug Auswahl für Gäste, aber überschaubar genug, um ohne zu viel Bestand gut verwaltet zu werden.

Was ist, wenn Gäste ihr Lieblingsgericht vermissen?

Teste zuerst, indem du Gerichte vorübergehend auf 'nicht verfügbar' setzt. Oft bestellen Gäste einfach etwas anderes. Bei vielen Beschwerden kannst du das Gericht immer wieder hinzufügen.

Darf ich Gerichte streichen, die beliebt sind, aber wenig einbringen?

Schau zuerst, ob du die Kostpreis durch andere Zutaten oder kleinere Portionen senken kannst. Wenn das nicht geht, erwäge, den Preis zu erhöhen, anstatt zu streichen.

Wie berechne ich, ob ein Gericht rentabel genug ist?

Ein Food cost unter 35% ist normalerweise gut. Aber schau vor allem auf den Gesamtbruttowinn pro Monat. Ein Gericht mit 40% Food cost, das 100 Mal verkauft wird, kann mehr einbringen als eines mit 25% Food cost, das nur 10 Mal verkauft wird.

Welche Gerichte sollte ich zuerst streichen?

Beginne mit Gerichten, die einzigartige, teure Zutaten verwenden, die du nirgendwo anders brauchst. Das spart am meisten bei Beschaffung und Bestand.

Wie oft sollte ich meine Speisekarte evaluieren?

Überprüfe jedes Quartal deine Verkaufszahlen und Rentabilität pro Gericht. Jahreszeiten, Trends und Lieferantenpreise ändern sich, daher muss deine Karte sich anpassen.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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