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📝 Einkauf, Lieferanten & Strategie · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie berechne ich die Marge, wenn ich ein Zutat über eine neue digitale Einkaufsplattform für die Gastronomie kaufe?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 15 Mar 2026

Digitale Einkaufsplattformen versprechen bessere Preise und mehr Übersicht, aber du berechnest deine Marge anders als bei traditionellen Lieferanten. Viele Gastronomiebetriebe vergessen Plattformgebühren, Mindestbestellungen und andere versteckte Kosten einzubeziehen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächlichen Kosten beim digitalen Einkauf berechnest.

Warum digitaler Einkauf anders ist

Bei traditionellen Lieferanten zahlst du den Einkaufspreis und das war's. Digitale Plattformen arbeiten mit Provisionen, Servicegebühren und Mindestbestellungen, die deine Marge beeinflussen.

⚠️ Achtung:

Der Preis, den du auf der Plattform siehst, ist oft NICHT dein tatsächlicher Einkaufspreis. Plattformgebühren, Lieferkosten und MwSt. kommen noch hinzu.

Alle Kosten, die du einbeziehen musst

Für eine korrekte Margenberechnung addierst du diese Kosten zum Zutatenpreis:

  • Produktpreis: was die Zutat kostet
  • Plattformgebühr: normalerweise 2-8% des Bestellwerts
  • Lieferkosten: oft €3-15 pro Lieferung
  • Servicegebühren: einige Plattformen berechnen zusätzliche Verwaltungsgebühren
  • Mindestbestellung: wenn du nachbestellen musst, um das Minimum zu erreichen

💡 Beispiel:

Du bestellst Rinderfilet für €180 über eine digitale Plattform:

  • Produktpreis: €180,00
  • Plattformgebühr (5%): €9,00
  • Lieferkosten: €7,50
  • MwSt. (9%): €17,69

Tatsächlicher Einkaufspreis: €214,19 (19% höher als der angezeigte Preis)

Formel für tatsächliche Kosten

Verwende diese Formel, um deinen echten Einkaufspreis pro Kilo zu berechnen:

Tatsächliche Kosten = (Produktpreis + Plattformgebühr + Lieferkosten + MwSt.) / Anzahl Kilos

💡 Beispielberechnung:

Bestellung: 5 kg Lachs für €90 + €4,50 Plattformgebühr + €6 Lieferung:

  • Gesamtbetrag inkl. MwSt.: (€90 + €4,50 + €6) × 1,09 = €109,55
  • Pro Kilo: €109,55 / 5 kg = €21,91/kg

Während der Plattformpreis €18/kg schien, zahlst du tatsächlich €21,91/kg.

Auswirkung auf deine Lebensmittelkosten-Berechnung

Mit den tatsächlichen Kosten berechnest du deinen Lebensmittelkostenanteil:

Lebensmittelkosten % = (Tatsächliche Zutatenkosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100

💡 Lebensmittelkosten-Vergleich:

Lachsfilet verkaufst du für €28 (€25,69 ohne MwSt.):

  • Plattformpreis (€18/kg): 200g = €3,60 → Lebensmittelkosten 14%
  • Tatsächlicher Preis (€21,91/kg): 200g = €4,38 → Lebensmittelkosten 17%

Unterschied: 3 Prozentpunkte höhere Lebensmittelkosten durch versteckte Gebühren

Wann digitaler Einkauf vorteilhaft ist

Trotz zusätzlicher Kosten kann digitaler Einkauf vorteilhaft sein bei:

  • Großbestellungen: Plattformgebühr wird auf mehr Kilos verteilt
  • Spezialitäten: Produkte, die traditionelle Lieferanten nicht haben
  • Zeitersparnis: weniger Zeit für Anrufe und Verhandlungen
  • Transparenz: direkter Preisvergleich zwischen Lieferanten

⚠️ Achtung:

Vergleiche immer die tatsächlichen Kosten (inklusive aller Gebühren) mit deinem aktuellen Lieferanten. Der Plattformpreis allein gibt ein falsches Bild.

Tools zur Kostenkalkulation

Mit einer App wie KitchenNmbrs kannst du verschiedene Lieferanten und ihre tatsächlichen Kosten vergleichen. Du gibst den Gesamteinkaufspreis ein (inklusive aller Gebühren) und siehst direkt die Auswirkung auf deine Lebensmittelkosten pro Gericht.

Dies hilft dir zu entscheiden, ob eine digitale Plattform wirklich günstiger ist als dein aktueller Lieferant.

Wie berechnest du die tatsächliche Marge? (Schritt für Schritt)

1

Sammle alle Kosten deiner Bestellung

Notiere den Produktpreis, die Plattformgebühr (normalerweise 2-8%), Lieferkosten und eventuell anfallende Servicegebühren. Überprüfe auch, ob du MwSt. zahlen musst (9% auf Lebensmittel). Addiere alles für deinen Gesamteinkaufspreis.

2

Berechne die Kosten pro Kilo oder Einheit

Teile deinen Gesamteinkaufspreis durch die Anzahl der Kilos oder Einheiten, die du erhalten hast. Dies sind deine tatsächlichen Kosten pro Einheit, inklusive aller versteckten Gebühren der Plattform.

3

Vergleiche mit deinem aktuellen Lieferanten

Stelle die tatsächlichen Kosten neben das, was du derzeit bei deinem traditionellen Lieferanten zahlst. Vergiss nicht, Qualität, Lieferzuverlässigkeit und Zahlungsbedingungen in deine Entscheidung einzubeziehen.

✨ Pro tip

Erstelle ein Excel-Blatt mit allen Kosten pro Plattform (Produkt + Gebühren + Lieferung) und vergleiche dies monatlich mit deinen traditionellen Lieferanten. So siehst du direkt, wo du wirklich günstiger bist.

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Häufig gestellte Fragen

Muss ich MwSt. bei digitalen Einkaufsplattformen zahlen?

Ja, auf Lebensmittelprodukte zahlst du 19% MwSt., es sei denn, der Lieferant hat dies bereits im Preis enthalten. Überprüfe immer, ob Preise inklusive oder exklusive MwSt. sind.

Sind Plattformgebühren immer der gleiche Prozentsatz?

Nein, Plattformgebühren variieren von 2% bis 8% und können je nach Produktkategorie unterschiedlich sein. Einige Plattformen berechnen einen festen Betrag pro Bestellung statt eines Prozentsatzes.

Wie oft sollte ich meine Kosten aktualisieren?

Überprüfe deine tatsächlichen Kosten mindestens monatlich, besonders wenn du regelmäßig über Plattformen bestellst. Gebühren und Lieferkosten können sich ändern, ohne dass du es sofort merkst.

Kann ich Plattformgebühren als Betriebskosten abziehen?

Ja, Plattformgebühren, Lieferkosten und Servicegebühren sind normale Betriebskosten, die du abziehen kannst. Bewahre alle Rechnungen und Bestätigungen deiner digitalen Bestellungen auf.

Was ist, wenn ich die Mindestbestellung nicht erreiche?

Dann zahlst du oft zusätzliche Kosten oder musst Produkte nachbestellen, die du nicht brauchst. Rechne diese 'Verschwendung' in deine Kosten ein oder kombiniere Bestellungen mit anderen Küchen.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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