Digitale Einkaufsplattformen versprechen bessere Preise und mehr Übersicht, aber du berechnest deine Marge anders als bei traditionellen Lieferanten. Viele Gastronomiebetriebe vergessen Plattformgebühren, Mindestbestellungen und andere versteckte Kosten einzubeziehen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächlichen Kosten beim digitalen Einkauf berechnest.
Warum digitaler Einkauf anders ist
Bei traditionellen Lieferanten zahlst du den Einkaufspreis und das war's. Digitale Plattformen arbeiten mit Provisionen, Servicegebühren und Mindestbestellungen, die deine Marge beeinflussen.
⚠️ Achtung:
Der Preis, den du auf der Plattform siehst, ist oft NICHT dein tatsächlicher Einkaufspreis. Plattformgebühren, Lieferkosten und MwSt. kommen noch hinzu.
Alle Kosten, die du einbeziehen musst
Für eine korrekte Margenberechnung addierst du diese Kosten zum Zutatenpreis:
- Produktpreis: was die Zutat kostet
- Plattformgebühr: normalerweise 2-8% des Bestellwerts
- Lieferkosten: oft €3-15 pro Lieferung
- Servicegebühren: einige Plattformen berechnen zusätzliche Verwaltungsgebühren
- Mindestbestellung: wenn du nachbestellen musst, um das Minimum zu erreichen
💡 Beispiel:
Du bestellst Rinderfilet für €180 über eine digitale Plattform:
- Produktpreis: €180,00
- Plattformgebühr (5%): €9,00
- Lieferkosten: €7,50
- MwSt. (9%): €17,69
Tatsächlicher Einkaufspreis: €214,19 (19% höher als der angezeigte Preis)
Formel für tatsächliche Kosten
Verwende diese Formel, um deinen echten Einkaufspreis pro Kilo zu berechnen:
Tatsächliche Kosten = (Produktpreis + Plattformgebühr + Lieferkosten + MwSt.) / Anzahl Kilos
💡 Beispielberechnung:
Bestellung: 5 kg Lachs für €90 + €4,50 Plattformgebühr + €6 Lieferung:
- Gesamtbetrag inkl. MwSt.: (€90 + €4,50 + €6) × 1,09 = €109,55
- Pro Kilo: €109,55 / 5 kg = €21,91/kg
Während der Plattformpreis €18/kg schien, zahlst du tatsächlich €21,91/kg.
Auswirkung auf deine Lebensmittelkosten-Berechnung
Mit den tatsächlichen Kosten berechnest du deinen Lebensmittelkostenanteil:
Lebensmittelkosten % = (Tatsächliche Zutatenkosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
💡 Lebensmittelkosten-Vergleich:
Lachsfilet verkaufst du für €28 (€25,69 ohne MwSt.):
- Plattformpreis (€18/kg): 200g = €3,60 → Lebensmittelkosten 14%
- Tatsächlicher Preis (€21,91/kg): 200g = €4,38 → Lebensmittelkosten 17%
Unterschied: 3 Prozentpunkte höhere Lebensmittelkosten durch versteckte Gebühren
Wann digitaler Einkauf vorteilhaft ist
Trotz zusätzlicher Kosten kann digitaler Einkauf vorteilhaft sein bei:
- Großbestellungen: Plattformgebühr wird auf mehr Kilos verteilt
- Spezialitäten: Produkte, die traditionelle Lieferanten nicht haben
- Zeitersparnis: weniger Zeit für Anrufe und Verhandlungen
- Transparenz: direkter Preisvergleich zwischen Lieferanten
⚠️ Achtung:
Vergleiche immer die tatsächlichen Kosten (inklusive aller Gebühren) mit deinem aktuellen Lieferanten. Der Plattformpreis allein gibt ein falsches Bild.
Tools zur Kostenkalkulation
Mit einer App wie KitchenNmbrs kannst du verschiedene Lieferanten und ihre tatsächlichen Kosten vergleichen. Du gibst den Gesamteinkaufspreis ein (inklusive aller Gebühren) und siehst direkt die Auswirkung auf deine Lebensmittelkosten pro Gericht.
Dies hilft dir zu entscheiden, ob eine digitale Plattform wirklich günstiger ist als dein aktueller Lieferant.
Wie berechnest du die tatsächliche Marge? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kosten deiner Bestellung
Notiere den Produktpreis, die Plattformgebühr (normalerweise 2-8%), Lieferkosten und eventuell anfallende Servicegebühren. Überprüfe auch, ob du MwSt. zahlen musst (9% auf Lebensmittel). Addiere alles für deinen Gesamteinkaufspreis.
Berechne die Kosten pro Kilo oder Einheit
Teile deinen Gesamteinkaufspreis durch die Anzahl der Kilos oder Einheiten, die du erhalten hast. Dies sind deine tatsächlichen Kosten pro Einheit, inklusive aller versteckten Gebühren der Plattform.
Vergleiche mit deinem aktuellen Lieferanten
Stelle die tatsächlichen Kosten neben das, was du derzeit bei deinem traditionellen Lieferanten zahlst. Vergiss nicht, Qualität, Lieferzuverlässigkeit und Zahlungsbedingungen in deine Entscheidung einzubeziehen.
✨ Pro tip
Erstelle ein Excel-Blatt mit allen Kosten pro Plattform (Produkt + Gebühren + Lieferung) und vergleiche dies monatlich mit deinen traditionellen Lieferanten. So siehst du direkt, wo du wirklich günstiger bist.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. bei digitalen Einkaufsplattformen zahlen?
Ja, auf Lebensmittelprodukte zahlst du 19% MwSt., es sei denn, der Lieferant hat dies bereits im Preis enthalten. Überprüfe immer, ob Preise inklusive oder exklusive MwSt. sind.
Sind Plattformgebühren immer der gleiche Prozentsatz?
Nein, Plattformgebühren variieren von 2% bis 8% und können je nach Produktkategorie unterschiedlich sein. Einige Plattformen berechnen einen festen Betrag pro Bestellung statt eines Prozentsatzes.
Wie oft sollte ich meine Kosten aktualisieren?
Überprüfe deine tatsächlichen Kosten mindestens monatlich, besonders wenn du regelmäßig über Plattformen bestellst. Gebühren und Lieferkosten können sich ändern, ohne dass du es sofort merkst.
Kann ich Plattformgebühren als Betriebskosten abziehen?
Ja, Plattformgebühren, Lieferkosten und Servicegebühren sind normale Betriebskosten, die du abziehen kannst. Bewahre alle Rechnungen und Bestätigungen deiner digitalen Bestellungen auf.
Was ist, wenn ich die Mindestbestellung nicht erreiche?
Dann zahlst du oft zusätzliche Kosten oder musst Produkte nachbestellen, die du nicht brauchst. Rechne diese 'Verschwendung' in deine Kosten ein oder kombiniere Bestellungen mit anderen Küchen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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