Inflation frisst still deine Margen bei langfristigen Cateringverträgen auf. Du schließt einen Vertrag für €50 pro Person ab, aber nach einem Jahr kosten Zutaten 15% mehr. In diesem Artikel lernst du, wie du Inflationskorrektionen einbaust, ohne deinen Kunden zu verlieren.
Warum Inflation dein größter Feind bei Catering ist
In Restaurants passt du Preise jedes Jahr an. Bei Catering sitzt du oft an Verträgen von 1-3 Jahren fest. Inzwischen steigen deine Einkaufspreise einfach weiter.
💡 Beispiel:
Vertrag 2023: €45 pro Person für Betriebslunches
- Fleisch: +18% teurer geworden
- Gemüse: +12% teurer
- Energie: +25% teurer
Ergebnis: du verlierst €8-12 pro Person, ohne es zu bemerken
Drei Wege, um Inflation einzubauen
1. Feste jährliche Erhöhung
Baue eine feste Steigerung von 3-5% pro Jahr ein. Einfach und vorhersehbar für beide Seiten.
Vertragstext Beispiel:
"Preise werden jährlich mit mindestens 3% oder dem CBS-Inflationssatz angepasst, je nachdem welcher höher ist."
2. Halbjährliche Überprüfungsklausel
Überprüfe alle 6 Monate, ob eine Anpassung erforderlich ist. Flexibler, aber auch mehr Verwaltungsaufwand.
💡 Beispiel Überprüfung:
Januar 2024: Einkaufspreise vs. Januar 2023 überprüfen
- Steigerung >8%: Preis um 5% erhöhen
- Steigerung 4-8%: Preis um 3% erhöhen
- Steigerung <4%: keine Anpassung
3. Zutatenkopplung
Koppele deinen Preis an spezifische Zutaten. Besonders nützlich bei fleischintensiver Catering.
Formel:
Neuer Preis = Basispreis × (Aktueller Fleischindex / Start-Fleischindex)
⚠️ Achtung:
Treffe Absprachen darüber, welchen Index du verwendest (CBS, eigener Lieferantspreis) und wie oft du überprüfst. Unklarheit führt zu Konflikten.
Berechnung: Was kostet Inflation wirklich?
Viele Caterer unterschätzen die Auswirkungen. Hier sind die realistischen Zahlen:
💡 Beispielberechnung:
Vertrag: 200 Personen pro Monat × €40 pro Person = €8.000/Monat
- Foodcost Start: 35% = €2.800
- Nach 1 Jahr Inflation 12%: €3.136
- Zusatzkosten: €336 pro Monat
Verlust pro Jahr: €4.032 bei diesem einen Vertrag
Wie verkaufst du das deinem Kunden?
Niemand mag Preiserhöhungen. So machst du es besprechbar:
- Transparenz: Zeige CBS-Zahlen über Lebensmittelpreiserhöhungen
- Vorhersehbarkeit: "Wir passen 1× pro Jahr an, nicht zwischendurch"
- Wahl: "Feste 4% oder Inflationskopplung, was du bevorzugst"
- Wert: "Dadurch können wir die gleiche Qualität weiterhin liefern"
Digitale Unterstützung für Inflationsberechnungen
Manuelle Verfolgung von Preiserhöhungen pro Zutat kostet viel Zeit. Ein System wie KitchenNmbrs verfolgt automatisch, wie sich deine Kostpreise durch neue Einkaufspreise verändern.
Du siehst direkt die Auswirkungen auf deine Marge pro Gericht und kannst fundierte Gespräche mit Kunden über Preisanpassungen führen.
Wie baust du Inflationsklauseln ein? (Schritt für Schritt)
Berechne deine aktuellen Margen pro Vertrag
Notiere Foodcost-Prozentsatz und absolute Marge in Euro pro Person. Dies ist dein Ausgangspunkt für zukünftige Anpassungen.
Wähle dein Inflationsmodell
Feste jährliche Steigerung (3-5%) ist am einfachsten. Zutatenkopplung ist genauer, aber komplexer zu erklären.
Schreibe die Klausel in deinen Vertrag
Mache explizit, wann und wie du anpasst. Nenne den Index, den du verwendest, und gib Berechnungsbeispiele.
Plane Überprüfungstermine
Trage in deinen Kalender ein, wann du Verträge überprüfst. Mache dies strukturell, nicht erst wenn du Verluste machst.
Kommuniziere proaktiv mit Kunden
Sende 2 Monate vor Anpassung einen Brief mit Begründung. Kunden schätzen Transparenz und Vorhersehbarkeit.
✨ Pro tip
Baue immer eine 'Force Majeure'-Klausel für extreme Preiserhöhungen über 15% pro Jahr ein. Dann kannst du das Gespräch führen, ohne den Vertrag zu brechen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Inflation sollte ich pro Jahr einplanen?
Für Lebensmittel rechne mit 4-6% pro Jahr als langfristiger Durchschnitt. In Zeiten hoher Inflation kann dies auf 10-15% ansteigen. Überprüfe aktuelle CBS-Lebensmittelinflatiszahlen.
Was ist, wenn mein Kunde Preiserhöhungen ablehnt?
Zeige konkrete Zahlen deiner gestiegenen Einkaufskosten. Biete Alternativen an: weniger luxuriöse Zutaten, kleinere Portionen oder einfachere Gerichte, um im Budget zu bleiben.
Kann ich bestehende Verträge ohne Inflationsklausel anpassen?
Rechtlich schwierig, aber besprechbar, wenn du nachweisen kannst, dass sich die Umstände drastisch geändert haben. Suche Win-Win-Lösungen wie Vertragsverlängerung unter neuen Bedingungen.
Wie oft sollte ich meine Kostpreise neu berechnen?
Bei langfristigen Verträgen mindestens alle 6 Monate. Bei hoher Inflation sogar vierteljährlich. Nutze ein System, das automatisch zeigt, wie sich deine Margen verändern.
Was sind realistische Margen für Catering mit Inflationsrisiko?
Rechne mit 15-25% Nettomarge nach allen Kosten. Bei langfristigen Verträgen ohne Inflationskompensation kann dies auf 5-10% sinken, was zu wenig Puffer für unerwartete Kosten bietet.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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