Die Zusammenarbeit mit einem lokalen Weinhersteller kann dein Catering-Event einzigartig machen, aber was bedeutet das finanziell? Viele Caterer vergessen, die echten Kosten und Einnahmen durchzurechnen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die finanzielle Auswirkung einer Weinpartnerschaft berechnest.
Warum lokaler Wein finanziell interessant sein kann
Ein lokaler Weinhersteller bietet oft bessere Margen als der Großhandel. Du zahlst keinen Zwischenhändler und erhältst oft exklusive Weine, die dein Event abheben. Aber es gibt auch zusätzliche Kosten.
💡 Beispiel:
Hochzeit für 80 Personen, 3 Gläser Wein pro Person:
- Großhandel: €6,50 pro Flasche → €3,25 pro Glas
- Lokaler Hersteller: €8,00 pro Flasche → €4,00 pro Glas
- Verkaufspreis: €7,50 pro Glas
Unterschied pro Glas: €0,75 weniger Marge
Direkte Kosten für lokalen Wein
Der Einkaufspreis ist nur eine Seite der Geschichte. Rechne auch diese Kosten ein:
- Transport: Oft musst du selbst abholen oder zahlst zusätzliche Lieferkosten
- Mindestabnahme: Lokale Hersteller haben oft höhere Mindestbestellmengen
- Lagerrisiko: Weniger flexibel als Großhandel bei Über- oder Unterschätzung
- Verkostungen: Zeit und Kosten für die Auswahl
⚠️ Achtung:
Lokale Weine sind oft teurer pro Flasche, aber der Mehrwert liegt in Exklusivität und Geschichte. Berechne, ob du das in deinen Preis einrechnen kannst.
Zusätzliche Einnahmen berechnen
Lokaler Wein bietet auch finanzielle Vorteile, die du einbeziehen musst:
- Höherer Verkaufspreis: Exklusive Weine rechtfertigen oft 10-20% höhere Preise
- Geschichtenwert: Kunden zahlen für die lokale Geschichte
- Weniger Reste: Einzigartige Weine werden oft komplett getrunken
- Marketingwert: Lokale Partnerschaften ziehen neue Kunden an
💡 Beispielberechnung:
Event mit 100 Personen, 2,5 Gläser pro Person = 250 Gläser:
- Normaler Wein: €3,25 Einkauf, €7,50 Verkauf = €4,25 Marge pro Glas
- Lokaler Wein: €4,00 Einkauf, €9,00 Verkauf = €5,00 Marge pro Glas
- Zusätzlicher Transport: €50
Zusätzlicher Gewinn: (€5,00 - €4,25) × 250 - €50 = €137,50
Formel für die Gesamtauswirkung
Verwende diese Formel, um die finanzielle Auswirkung zu berechnen:
Finanzielle Auswirkung = (Neue Marge pro Glas - Alte Marge pro Glas) × Anzahl der Gläser - Zusätzliche Kosten
Wobei:
- Marge pro Glas = Verkaufspreis - (Einkaufspreis pro Flasche ÷ 5 Gläser pro Flasche)
- Zusätzliche Kosten = Transport + Verkostung + zusätzliche Zeit
- Anzahl der Gläser = Personen × durchschnittliche Anzahl der Gläser pro Person
Langfristige Partnerschaften
Bei struktureller Zusammenarbeit sehen die Zahlen anders aus. Rechne dann auch ein:
- Mengenrabatte: Bei höherer Abnahme oft niedrigerer Preis pro Flasche
- Exklusivität: Einige Hersteller gewähren Gebietsexklusivität
- Gemeinsames Marketing: Geteilte Kosten für Werbung
- Saisonale Vorteile: Besserer Preis bei Abnahme direkt nach der Ernte
💡 Jahresbeispiel:
Caterer mit 20 Events pro Jahr, durchschnittlich 60 Personen:
- 20 × 60 × 2,5 Gläser = 3.000 Gläser pro Jahr
- €0,50 zusätzliche Marge pro Glas durch Partnership
- €500 zusätzliche Kosten (Transport, Zeit)
Jährlicher Zusatzgewinn: €1.500 - €500 = €1.000
Break-Even-Punkt berechnen
Bestimme, ab wie vielen Gläsern die Zusammenarbeit rentabel wird:
Break-Even = Gesamte zusätzliche Kosten ÷ Zusätzliche Marge pro Glas
Wenn dein Break-Even bei 200 Gläsern liegt und du durchschnittlich 300 Gläser pro Event verkaufst, dann ist jedes Event rentabel.
Wie berechnest du die finanzielle Auswirkung? (Schritt für Schritt)
Berechne deine aktuelle Weinmarge
Addiere alle Kosten deiner aktuellen Weinauswahl: Einkaufspreis pro Flasche, Transport, Lagerung. Teile durch 5 für Kosten pro Glas. Ziehe das von deinem Verkaufspreis ab für Marge pro Glas.
Berechne die Kosten für lokalen Wein
Fordere Angebote von lokalen Herstellern an: Preis pro Flasche, Mindestabnahme, Lieferkosten. Berechne, was das pro Glas kostet und addiere alle zusätzlichen Kosten (Transport, Verkostung, Zeit).
Bestimme deinen neuen Verkaufspreis
Teste, ob du 10-20% mehr für lokalen Wein verlangen kannst. Berechne deine neue Marge pro Glas und multipliziere mit erwarteter Anzahl der Gläser pro Event.
Berechne den Unterschied
Ziehe deine alte Weinmarge von deiner neuen Marge ab, multipliziere mit Anzahl der Gläser und ziehe alle zusätzlichen Kosten ab. Das ist deine finanzielle Auswirkung pro Event.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einem lokalen Wein neben Ihrer normalen Auswahl. Messen Sie die Reaktionen und Margen 3 Monate lang, dann wissen Sie, ob eine Ausweitung rentabel ist.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel teurer darf lokaler Wein sein, um noch rentabel zu bleiben?
Als Faustregel: maximal €2-3 mehr pro Flasche, wenn du €1-2 mehr pro Glas verlangen kannst. Bei 5 Gläsern pro Flasche machst du dann nach zusätzlichen Kosten immer noch Gewinn.
Wie rechne ich Transport und Zeit in meine Kostenkalkulation ein?
Rechne €25-50 pro Stunde für deine Zeit und tatsächliche Kraftstoffkosten. Teile das durch die Anzahl der Flaschen, die du abholst, für eine Kostenkalkulation pro Flasche.
Was ist, wenn Gäste den lokalen Wein nicht mögen?
Mache immer eine Verkostung mit einer kleinen Gruppe, bevor du dich endgültig entscheidest. Plane eine Backup-Option und rechne 10% zusätzliche Flaschen für Sicherheit ein. Das verhindert Enttäuschungen.
Kann ich lokalen Wein teurer verkaufen als normalen Wein?
Ja, oft schon. Die Geschichte und Exklusivität rechtfertigen 10-20% Aufschlag. Teste das bei deinen ersten Events und passe basierend auf Reaktionen an.
Wie oft sollte ich meine Weinpreise bei einem lokalen Hersteller aktualisieren?
Überprüfe die Preise mindestens 2x pro Jahr, besonders nach der Ernte. Lokale Hersteller passen Preise weniger oft an als Großhandel, aber behalte es im Auge.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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