Dein Mindestumsatz bestimmt, ob dein Cateringunternehmen überlebt oder wächst. Viele Caterer arbeiten nach Gefühl, aber ohne harte Zahlen weißt du nicht, ob du genug verdienst, um alle Kosten zu decken. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie viel Umsatz du mindestens brauchst, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Was ist Mindestumsatz für Catering?
Mindestumsatz ist der Betrag, den du brauchst, um alle fixen und variablen Kosten zu decken, ohne Gewinn. Es ist dein Break-Even-Punkt. Alles, was du darüber hinaus verdienst, ist Gewinn.
💡 Beispiel:
Cateringunternehmen mit Fixkosten von €8.000/Monat und variablen Kosten von 65%:
- Küchenmiete: €2.500
- Festes Personal: €4.000
- Versicherungen: €400
- Gas/Wasser/Strom: €600
- Sonstige Fixkosten: €500
Mindestumsatz: €8.000 / (1 - 0,65) = €22.857/Monat
Fixkosten erfassen
Beginne mit allen Kosten, die du jeden Monat hast, unabhängig davon, wie viele Events du machst:
- Miete: Küche, Lagerraum, Büro
- Personal: Feste Verträge (keine Aushilfen)
- Versicherungen: Betrieb, Haftung, Fahrzeuge
- Energie: Gas, Wasser, Strom (Grundverbrauch)
- Telefon/Internet: Feste Abos
- Buchhaltung: Buchhalter, Software
- Marketing: Website, Anzeigen
- Abschreibungen: Geräte, Transporter
⚠️ Achtung:
Zähle nur echte Fixkosten auf. Zutaten und flexibles Personal sind variable Kosten.
Variablen Kostenanteil bestimmen
Variable Kosten steigen mit deinem Umsatz. Für Catering sind das vor allem:
- Zutaten: 25-35% des Umsatzes
- Flexibles Personal: Köche und Service pro Event
- Transport: Kraftstoff, Verschleiß Transporter
- Verpackung: Behälter, Besteck, Servietten
- Zusätzliche Energie: Bei großen Events
Üblich für Catering: 60-70% des Umsatzes gehen in variable Kosten.
💡 Beispielberechnung variable Kosten:
Event mit €1.000 Umsatz:
- Zutaten: €300 (30%)
- Aushilfen: €250 (25%)
- Transport: €50 (5%)
- Verpackung: €50 (5%)
Gesamt variabel: €650 = 65%
Break-Even-Formel anwenden
Die Formel für Mindestumsatz ist:
Mindestumsatz = Fixkosten / (1 - Variabler Kostenanteil %)
Den Prozentsatz als Dezimalzahl verwenden (65% = 0,65).
💡 Vollständiges Beispiel:
Cateringunternehmen Der Geschmacksmacher:
- Fixkosten: €9.500/Monat
- Variable Kosten: 68%
Berechnung: €9.500 / (1 - 0,68) = €9.500 / 0,32 = €29.688/Monat
Sie müssen mindestens €29.688 Umsatz machen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Kontrolle: Anzahl Events pro Monat
Überprüfe, ob dein Mindestumsatz realistisch ist, indem du ihn durch deinen durchschnittlichen Event-Wert teilst:
- Mindestumsatz: €29.688
- Durchschnittlicher Event: €1.200
- Benötigte Events: 29.688 / 1.200 = 25 Events/Monat
Das sind etwa 6 Events pro Woche. Machbar für ein aktives Cateringunternehmen.
⚠️ Achtung:
Wenn du mehr als 40 Events pro Monat brauchst, sind deine Fixkosten wahrscheinlich zu hoch oder dein durchschnittlicher Event-Wert zu niedrig.
Gewinnmarge hinzufügen
Break-Even ist Überleben, keine Wachstum. Addiere 15-25% Gewinnmarge zu deinem Mindestumsatz:
- Break-Even: €29.688
- Mit 20% Gewinn: €29.688 × 1,20 = €35.626/Monat
Das gibt dir Spielraum für Investitionen, unerwartete Kosten und dein eigenes Gehalt.
Monatliche Überwachung
Überprüfe jeden Monat, ob du auf Kurs bist:
- Woche 1: 25% des Monatziels
- Woche 2: 50% des Monatziels
- Woche 3: 75% des Monatziels
- Woche 4: 100% des Monatziels
Liegst du zurück? Dann musst du aktiv nach zusätzlichen Events suchen oder deine Preise erhöhen.
Wie berechnest du den Mindestumsatz? (Schritt für Schritt)
Addiere alle Fixkosten
Erstelle eine Liste aller Kosten, die du jeden Monat hast, unabhängig davon, wie viele Events du machst. Denke an Miete, festes Personal, Versicherungen und Abschreibungen. Das wird deine Fixkostenbasis.
Bestimme deinen variablen Kostenanteil
Berechne, wie viel Prozent deines Umsatzes in Zutaten, flexibles Personal und Transport fließt. Für Catering liegt das normalerweise zwischen 60-70% deines Umsatzes.
Wende die Break-Even-Formel an
Teile deine Fixkosten durch (1 minus deinen variablen Kostenanteil in Prozent). Das Ergebnis ist dein Mindestumsatz pro Monat, um alle Kosten zu decken, ohne Verlust zu machen.
Addiere Gewinnmarge
Multipliziere deinen Break-Even-Umsatz mit 1,15 bis 1,25, um 15-25% Gewinnmarge hinzuzufügen. Das gibt dir Spielraum für Wachstum und unerwartete Kosten.
Überprüfe mit Anzahl Events
Teile deinen Mindestumsatz durch deinen durchschnittlichen Event-Wert, um zu sehen, wie viele Events du pro Monat brauchst. Mehr als 40 Events ist oft unrealistisch.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Lebensmittelkosten pro Event separat. Wenn diese über 35% liegen, machst du Verlust trotz ausreichenden Umsatzes. Eine App wie KitchenNmbrs hilft dir, Kostenkalkulation pro Gericht zu verfolgen, ohne Excel-Gedöns.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist, wenn meine variablen Kosten höher als 70% sind?
Dann sind deine Zutaten zu teuer oder deine Preise zu niedrig. Überprüfe deine Kostenkalkulation pro Gericht und erhöhe deine Tarife wenn nötig. Üblich für Catering sind 60-70% variable Kosten.
Muss ich VAT in meine Umsatzberechnung einbeziehen?
Rechne immer mit Umsatz ohne VAT. Die VAT, die du einnimmst, musst du an das Finanzamt abführen. Für Catering sind das 9% VAT auf Essen.
Wie oft sollte ich meinen Mindestumsatz neu berechnen?
Überprüfe das jedes Quartal oder bei großen Veränderungen wie Mieterhöhung oder neuen Geräten. Deine Fixkosten können sich ändern und damit auch dein Break-Even-Punkt.
Was ist, wenn ich in manchen Monaten weniger Events habe?
Berechne deinen Mindestumsatz auf Jahresbasis und teile durch 12. Sommermonate sind oft voller, Wintermonate ruhiger. Achte darauf, dass dein Jahresdurchschnitt stimmt.
Kann ich mein eigenes Gehalt als Fixkosten einrechnen?
Ja, als Unternehmer musst du dich selbst bezahlen. Addiere ein realistisches Gehalt zu deinen Fixkosten, sonst arbeitest du umsonst und dein Unternehmen ist nicht rentabel.
Was ist, wenn mein berechneter Mindestumsatz unerreichbar scheint?
Dann sind deine Fixkosten für deinen Markt zu hoch. Schaue, wo du sparen kannst: günstigere Location, weniger festes Personal, oder konzentriere dich auf teurere Events, um deinen durchschnittlichen Umsatz pro Auftrag zu erhöhen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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