Eine Preiserhöhung von Wodka wirkt sich direkt auf deine Cocktail-Margen aus. Viele Barbesitzer passen ihre Preise nicht an und verlieren unbemerkt Geld. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die Auswirkungen berechnest und deine Cocktailpreise anpasst.
Warum Wodka-Preiserhöhungen so große Auswirkungen haben
Wodka ist die Basis vieler Cocktails. Eine Preiserhöhung von 10% bei deinem Lieferanten bedeutet nicht, dass deine Cocktails 10% teurer werden, aber sie wirkt sich direkt auf dein Pour-Cost-Prozentsatz aus.
⚠️ Achtung:
Alkoholische Getränke haben 19% MwSt., nicht 7%. Rechne immer mit Preisen ohne MwSt. für eine korrekte Pour-Cost-Berechnung.
Die Pour-Cost-Formel für Cocktails
Pour Cost ist das Äquivalent zu Lebensmittelkosten, aber für Getränke. Die Formel:
Pour Cost % = (Gesamte Getränkekosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
Ein gesundes Pour Cost für Cocktails liegt zwischen 18% und 25%. Alles darüber schmälert deine Marge.
💡 Beispiel Pour-Cost-Berechnung:
Moscow Mule auf deiner Karte für €12,10 (inkl. 19% MwSt.):
- 5cl Wodka à €0,80 pro cl = €4,00
- Ginger Beer, Limone, Eis = €0,50
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €12,10 / 1,19 = €10,17
Pour Cost: (€4,50 / €10,17) × 100 = 44%
Das ist viel zu hoch! Gesund sind 18-25%.
Berechne die Auswirkungen von Preiserhöhungen
Wenn dein Wodka-Lieferant seinen Preis von €20 auf €24 pro Flasche erhöht (20% Steigerung), steigen deine Kosten pro Zentiliter von €0,80 auf €0,96.
💡 Auswirkungen auf Jahresbasis:
Wenn du 200 Moscow Mules pro Monat verkaufst:
- Zusätzliche Kosten pro Cocktail: €0,16
- Pro Monat: 200 × €0,16 = €32
- Pro Jahr: €32 × 12 = €384
Nur für einen Cocktail verlierst du €384 pro Jahr an Marge.
Neuen Verkaufspreis berechnen
Um dein Pour Cost auf 22% zu halten mit dem neuen Wodka-Preis, berechnest du den Mindestverkaufspreis so:
Mindestverkaufspreis ohne MwSt. = Gesamte Getränkekosten / (Pour Cost % / 100)
💡 Neue Preisberechnung:
Moscow Mule mit neuem Wodka-Preis:
- 5cl Wodka à €0,96 pro cl = €4,80
- Weitere Zutaten = €0,50
- Gesamte Getränkekosten = €5,30
- Bei 22% Pour Cost: €5,30 / 0,22 = €24,09 ohne MwSt.
- Inkl. 19% MwSt.: €24,09 × 1,19 = €28,67
Du musst von €12,10 auf €28,67 - das ist nicht realistisch!
Praktische Lösungen für Preiserhöhungen
Wenn eine vollständige Weitergabe nicht möglich ist, hast du diese Optionen:
- Teilweise Preiserhöhung: Erhöhe von €12,10 auf €15,00 und akzeptiere vorübergehend ein höheres Pour Cost
- Rezeptur anpassen: Verwende 4cl Wodka statt 5cl, oder wähle einen günstigeren Wodka für Mixdrinks
- Menu-Engineering: Bewirbe Cocktails mit günstigeren Basis-Spirituosen (Rum, Gin) und stelle Wodka-Cocktails weniger prominent dar
- Happy Hour anpassen: Entferne Wodka-Cocktails aus deinem Happy-Hour-Angebot
⚠️ Achtung:
Überprüfe auch deine anderen Wodka-Cocktails: Bloody Mary, Cosmopolitan, Vodka Tonic. Eine Preiserhöhung betrifft deine ganze Wodka-Linie.
Digitale Hilfe bei Cocktail-Kostpreisen
Alle Cocktails nach jeder Preiserhöhung manuell durchzurechnen kostet viel Zeit. Eine App wie KitchenNmbrs hilft dabei:
- Automatisch das neue Pour Cost zu berechnen, wenn du einen Zutatspreis anpasst
- Sofort zu zeigen, welche Cocktails über dein gewünschtes Pour-Cost-Prozentsatz hinausgehen
- Den Mindestverkaufspreis bei deiner gewünschten Marge zu berechnen
So siehst du auf einen Blick, welche Cocktails zu teuer werden und welche Preisanpassungen nötig sind.
Wie berechnest du die Auswirkungen einer Wodka-Preiserhöhung?
Inventarisiere alle Wodka-Cocktails
Erstelle eine Liste aller Cocktails auf deiner Karte, die Wodka enthalten. Notiere pro Cocktail, wie viel Zentiliter Wodka darin gehen und was dein aktueller Verkaufspreis ist.
Berechne die neue Kostpreis pro Cocktail
Rechne aus, was jeder Cocktail jetzt mit dem neuen Wodka-Preis kostet. Multipliziere die Anzahl der Zentiliter mit dem neuen Preis pro Zentiliter und addiere die weiteren Zutaten.
Überprüfe dein neues Pour-Cost-Prozentsatz
Teile die neuen Gesamtgetränkekosten durch deinen Verkaufspreis ohne MwSt. und multipliziere mit 100. Wenn dies über 25% liegt, musst du handeln.
Bestimme deine Strategie pro Cocktail
Entscheide pro Cocktail, ob du den Preis erhöhst, die Rezeptur anpasst oder den Cocktail weniger prominent positionierst. Beliebte Cocktails kannst du oft etwas teurer machen.
✨ Pro tip
Überprüfe nicht nur Wodka, sondern auch Gin-, Rum- und Whisky-Preise gleichzeitig. Lieferanten erhöhen oft mehrere Spirituosen auf einmal, besonders nach Steuererhöhungen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich alle Wodka-Cocktails gleich viel teurer machen?
Nein, nutze Menu-Engineering. Erhöhe beliebte Cocktails mehr als weniger beliebte. Einige kannst du aus deiner Happy Hour entfernen, statt sie teurer zu machen.
Was ist, wenn ich meine Cocktailpreise nicht erhöhen kann?
Dann kannst du die Rezeptur anpassen: weniger Wodka verwenden, günstigeren Wodka für Mixdrinks, oder andere Spirituosen mehr bewerben. Dein Pour Cost wird dann höher.
Wie oft sollte ich meine Cocktailpreise überprüfen?
Überprüfe alle 3 Monate deine Einkaufspreise bei deinem Getränkelieferanten. Spirituosen können stark schwanken durch Steuerererhöhungen und Wechselkurse.
Was ist ein gesundes Pour Cost für Premium-Cocktails?
Für Premium-Cocktails mit teuren Spirituosen darf dein Pour Cost etwas höher sein: 25-30%. Der Gewinn in Euro pro Cocktail zählt, nicht nur das Prozentsatz.
Muss ich MwSt. in meine Pour-Cost-Berechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit Preisen ohne MwSt. Alkoholische Getränke haben 19% MwSt., also teile deinen Menüpreis durch 1,19, um den Preis ohne MwSt. zu erhalten.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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